Aluminium und Titan reduzieren Gewicht 18.07.2014, 06:55 Uhr

Ferngesteuertes Bohrgerät für Meeresböden erreicht Tiefen bis zu 2700 Metern

Ein weltweit einzigartiges ferngesteuertes Bohrgerät, um dem Meeresboden Proben zu entnehmen, haben Bremer Forscher entwickelt.  Der MARUM-MeBo200  genannte Bohrer dringt in Wassertiefen von bis zu 2700 Meter vor. Das Gerät kann teure Einsätze mit Bohrschiffen ersetzen.

Ein ferngesteuertes Bohrgerät, das Proben aus dem Meeresboden in bis zu 2700 Metern Tiefe entnehmen kann, haben Bremer Forscher entwickelt. Das Foto zeigt das Vorgängergerät, das bis in 900 Meter Tiefe vordringt.

Ein ferngesteuertes Bohrgerät, das Proben aus dem Meeresboden in bis zu 2700 Metern Tiefe entnehmen kann, haben Bremer Forscher entwickelt. Das Foto zeigt das Vorgängergerät, das bis in 900 Meter Tiefe vordringt.

Foto: MARUM/T.Klein

Vier Jahre lang wurde das Hightech-Bohrgerät am MARUM, dem Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen, entwickelt und gebaut. Am 21. Juli wird es der Öffentlichkeit feierlich präsentiert. Den Praxistest absolviert das neue Meeresboden-Bohrgerät auf einer der nächsten Fahrten des Forschungsschiffes SONNE,  das gerade erst von Bundeskanzlerin Angela Merkel getauft wurde. Ein Vorgängermodell des MeBo200 wird seit 2005 bei internationalen Expeditionen eingesetzt.

Tiefsee-Bohrgerät dringt dreimal tiefer in den Meeresboden ein

Von größeren Forschungsschiffen aus kann das zehn Tonnen schwere Bohrgerät in die Tiefen des Meeres herabgelassen werden. Dafür wurde im Rahmen des gut acht Millionen Euro teuren Projekts auch ein mobiles Aussetzsystem mit Spezialkabel und Winde entwickelt.

Zum Bohrgerät selbst gehört auch ein Aussetzsystem (re.), das auf dem Arbeitsdeck des Forschungsschiffs installiert ist.

Zum Bohrgerät selbst gehört auch ein Aussetzsystem (re.), das auf dem Arbeitsdeck des Forschungsschiffs installiert ist.

Quelle: MARUM

Dann kann die Bohrung beginnen: Bis zu 200 Meter lange Kerne von Lockersedimenten und Festgesteinen können aus Meerestiefen von bis zu 2700 Metern herausgebohrt werden. Damit kommt das neue Bohrgerät dreimal tiefer in den Meeresboden, als sein Vorgänger.

Bei der Entwicklung des Systems haben die Wissenschaftler darauf geachtet, dass das Gerät in seiner Bedienung weiterhin einfach bleibt. Auch das Gewicht hat sich nicht erhöht, obwohl weitaus mehr Material auf gleichem Raum untergebracht werden musste.

Vermehrt Aluminium und Titan verbaut

Die Forscher setzten beim Bau der Rahmen und Gestänge vermehrt auf Aluminium und Titan. Diese Materialien sparen Gewicht und bieten trotzdem die notwendige Stabilität. Dennoch werden insgesamt sieben Container benötigt, um das gesamte Bohrsystem zu den Ausgangshäfen der Expeditionen zu transportieren. Es beinhaltet neben dem Bohrgerät selbst die Gestänge, Winde, Steuerungs- und Aussetzeinheit, Hydraulik sowie die Stromversorgung.

Kooperation mit mittelständischen Firmen

„Das funktionale Design, die Steuerungstechnik und Energieversorgung sowie die technologischen Anpassungen für das Arbeiten unter den extrem hohen Umgebungsdrücken in der Tiefsee hat die Meerestechnik-Gruppe am MARUM entwickelt und realisiert“, erklärt Projektleiter Dr. Tim Freudenthal stolz. „Der Rahmen, die Bohrtechnik sowie die hydraulische Antriebstechnik des sechs Meter hohen Bohrturms stammen von der Firma Bauer Maschinen. Sehr produktiv verlief auch die Kooperation mit einer Reihe mittelständischer Firmen aus dem Bremer Umland“, lobte Freudenthal die beteiligten Unternehmen.

MARUM-MeBo-Projektleiter Dr. Tim Freudenthal (Mitte) überwacht das Aussetzen des Vorgängergeräts MeBo70.

MARUM-MeBo-Projektleiter Dr. Tim Freudenthal (Mitte) überwacht das Aussetzen des Vorgängergeräts MeBo70.

Quelle: MARUM

Meeres- und Klimaforscher benötigen Proben aus dem Meeresboden, um ihr Wissen über die Meeresströmungen, die geologischen Strukturen des Meeresbodens und das Ökosystem unter Wasser zu erweitern. Etwa 70 Prozent der Erdoberfläche besteht aus Meeren, die unser Klima beeinflussen und Bodenschätze sowie Nahrungsmittel bereitstellen. 

Ein Beitrag von:

  • Petra Funk

Stellenangebote im Bereich Fahrzeugtechnik

Capgemini Engineering-Firmenlogo
Capgemini Engineering Entwicklungsingenieur Funktionsentwicklung Batteriemanagement Hochvoltspeicher Elektromobilität (m/w/d) München
Dynamic Engineering GmbH-Firmenlogo
Dynamic Engineering GmbH Ingenieur / Techniker Versuch (m/w/d) – Automotive / Rail / Luft- und Raumfahrt München
Lauer & Weiss GmbH-Firmenlogo
Lauer & Weiss GmbH Entwicklungsingenieur (m/w/d) eDrive-Module Neu-Ulm
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr-Firmenlogo
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr Leitende Ingenieurin / Leitender Ingenieur (m/w/d) im höheren Technischen Dienst – Beamtenausbildung Köln
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr-Firmenlogo
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr Technikerin / Techniker (m/w/d) im mittleren Technischen Dienst – Beamteneinstellung Wiesbaden
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr-Firmenlogo
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr Leitende Ingenieurin / Leitender Ingenieur (m/w/d) im Bereich Beschaffung – Beamteneinstellung Köln
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr-Firmenlogo
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr Ingenieurin/Ingenieur (m/w/d) im gehobenen Technischen Dienst – Beamtenausbildung verschiedene Standorte
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr-Firmenlogo
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr Duales Studium – Bachelor of Engineering / Bachelor of Science im gehobenen Technischen Dienst – Fachrichtung Wehrtechnik (m/w/d) verschiedene Standorte
Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH Schwieberdingen-Firmenlogo
Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH Schwieberdingen System Engineer Bremssysteme für automatisiertes Fahren (m/w/d) Schwieberdingen bei Stuttgart
SCHROTH Safety Products GmbH-Firmenlogo
SCHROTH Safety Products GmbH Projektleiter R&D-Projekte (w/m/d) Arnsberg

Alle Fahrzeugtechnik Jobs

Top 5 Schiffbau

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.