Geschichte der Landwirtschaft 19.11.2024, 14:58 Uhr

Käseherstellung vor 7000 Jahren: die Tricks der frühen Bauern

Bereits vor 7000 Jahren wurde Käse hergestellt. Dabei kannten die frühen Bauern bereits verschiedene Tricks, um die Milchproduktion der Kühe zu steigern.

Käseherstellung

Bereits vor 7000 Jahren wusste die Menschheit, wie man Käse herstellt. Die ersten Bauern kannten sogar Tricks zur Steigerung der Milchproduktion.

Foto: PantherMedia / Benis Arapovic

Die Kunst der Käseherstellung gehört zu den ältesten Errungenschaften der Menschheit und spielt eine Schlüsselrolle in der Entwicklung der Landwirtschaft. Neue Forschungen zeigen, wie eng die Käseproduktion mit der Domestizierung von Rindern und der Nutzung der natürlichen Umgebung verbunden war. Besonders in Mitteleuropa entwickelte sich die Käseherstellung vor über 7000 Jahren zu einer wichtigen Kulturtechnik.

Eine aktuelle Studie untersucht die innovativen Ansätze der frühen Käsehersteller in Mitteleuropa. Forschende der University of Bristol, des Muséum National d’Histoire Naturelle in Paris und der Universität Kiel führten mehr als 2000 Isotopenanalysen an Rinderzähnen, Knochen und Fettrückständen aus Keramikgefäßen durch. Die Forschungsergebnisse verdeutlichen, wie die damaligen Bauern ihre Viehhaltung geschickt an die dichten Wälder Mitteleuropas anpassten.

Von Jägern und Sammlern zu sesshaften Bauern

Mit dem Übergang von Jäger- und Sammlergesellschaften zur sesshaften Lebensweise begann eine neue Ära der menschlichen Geschichte. Dieser Wandel vollzog sich während des Neolithikums (Jungsteinzeit) und war eng mit der Einführung von Landwirtschaft und Viehzucht verbunden. Die Linearbandkeramiker (LBK), eine Kulturgruppe, die sich ab dem 6. Jahrtausend vor Christus in Mitteleuropa verbreitete, spielten dabei eine zentrale Rolle.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
STEULER-KCH GmbH-Firmenlogo
Technischer Vertriebsmitarbeiter Export - Surface Protection (m/w/d) STEULER-KCH GmbH
Siershahn Zum Job 
Erwin Junker Maschinenfabrik GmbH-Firmenlogo
Bereichsleiter Qualitätsmanagement (m/w/d) Erwin Junker Maschinenfabrik GmbH
Nordrach Zum Job 
Henkel AG & Co. KGaA-Firmenlogo
Business Development Manager - Western Europe (d/f/m) Henkel AG & Co. KGaA
Düsseldorf Zum Job 
Henkel AG & Co. KGaA-Firmenlogo
Projektingenieur Kraftwerk (d/m/w) Henkel AG & Co. KGaA
Düsseldorf Zum Job 
Henkel AG & Co. KGaA-Firmenlogo
Field Application Engineer Personal Hygiene EIMEA (d/f/m) Henkel AG & Co. KGaA
Düsseldorf Zum Job 
Henkel AG & Co. KGaA-Firmenlogo
SAP Business Technology Platform Engineer (d/f/m) Henkel AG & Co. KGaA
Düsseldorf Zum Job 
STEULER-KCH GmbH-Firmenlogo
Site Manager / Construction Manager International - Surface Protection (m/w/d) STEULER-KCH GmbH
Siershahn Zum Job 
Dekra Automobil GmbH-Firmenlogo
Sachkundiger Prüfmittelüberwachung / Kalibriertechniker (m/w/d) Dekra Automobil GmbH
Dortmund Zum Job 
Dekra Automobil GmbH-Firmenlogo
Prüfingenieur Fahrzeuge / Kfz Sachverständiger (m/w/d) Dekra Automobil GmbH
Dortmund Zum Job 
Dekra Automobil GmbH-Firmenlogo
(Ausbildung) Sachverständiger Anlagensicherheit AwSV (m/w/d) Dekra Automobil GmbH
Dortmund Zum Job 
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr-Firmenlogo
Ingenieurin / Ingenieur mit Bachelor - Beamten - Ausbildung (m/w/d) Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr
deutschlandweit Zum Job 
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr-Firmenlogo
Ingenieurin / Ingenieur mit Bachelor in Informatik / Elektrotechnik - Beamten - Ausbildung (m/w/d) Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr
deutschlandweit Zum Job 
BJ Automotive GmbH-Firmenlogo
Senior Konstrukteur Automotive - Baugruppenentwicklung (m/w/d) - Hoher Reiseanteil nach China BJ Automotive GmbH
Kirchardt Zum Job 
Tadano Demag GmbH-Firmenlogo
Produktionstechniker (m/w/d) - Welding Technology Tadano Demag GmbH
Zweibrücken Zum Job 
Wirtgen GmbH-Firmenlogo
Product Safety & Compliance Engineer (m/w/d) - R&D Wirtgen GmbH
Windhagen Zum Job 
Hochschule Düsseldorf-Firmenlogo
Vertretungsprofessur "Haus-, Energie- und Anlagentechnik" Hochschule Düsseldorf
Düsseldorf Zum Job 
Spar- und Bauverein eG-Firmenlogo
Leiter Technik / Prokurist (m/w/d) Spar- und Bauverein eG
Hannover Zum Job 
Koehler Paper SE-Firmenlogo
Ingenieur Qualitätssicherung (m/w/d) Koehler Paper SE
KOCO MOTION GmbH-Firmenlogo
Produktmanager (m/w/d) KOCO MOTION GmbH
Dauchingen Zum Job 
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
Verstärkung für technische Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) RHEINMETALL AG
deutschlandweit Zum Job 

Die LBK-Bauern besiedelten die dichten Wälder Mitteleuropas und entwickelten innovative Strategien, um die Umwelt zu nutzen. Ihre Viehzucht umfasste vor allem Rinder, die nicht nur als Fleischlieferanten dienten, sondern zunehmend auch für die Milchproduktion genutzt wurden. Diese neue Nutzung von Tieren veränderte die Ernährung grundlegend, denn Milchprodukte stellten eine leicht verfügbare und energiereiche Nahrungsquelle dar.

Lesen Sie zum Thema auch: Die Saat des Imperiums: Agratechnik bei den Römern

Käse: Haltbare Energie für schwierige Zeiten

Die frühe Käseherstellung diente in erster Linie einem praktischen Zweck: der Haltbarmachung von Milch. Frische Milch konnte nur wenige Stunden aufbewahrt werden, bevor sie verdarb. Durch die Umwandlung in Käse wurde sie jedoch nicht nur länger haltbar, sondern auch leichter transportierbar. Käse war somit ein wertvolles Lebensmittel, das besonders in schwierigen Zeiten, etwa bei schlechten Ernten oder harten Wintern, überlebenswichtig war.

Wie wurde Käse hergestellt? Erste Hinweise auf Käseproduktion stammen aus der Analyse von Keramikgefäßen, die Milchfette enthielten. Diese Tongefäße wurden vermutlich genutzt, um Milch zu fermentieren und zu trennen. Der Käse aus dieser Zeit war wahrscheinlich hart und salzig, um ihn lagerfähig zu machen. Weiche Käse, wie wir sie heute kennen, entstanden erst viel später.

Baumblätter steigerten die Milchproduktion

Die Linearbandkeramiker passten ihre Viehzucht an die Waldlandschaften Mitteleuropas an. Durch den Einsatz von „Laubheu“ – geschnittenen Zweigen und Blättern von Bäumen – konnten die Bauern ihre Rinder auch im Winter füttern, wenn Weideflächen knapp waren. Dieses Zusatzfutter verbesserte nicht nur die Gesundheit der Tiere, sondern auch die Milchproduktion.

Das Forschungsteam erhielt diese Einblicke in die Ernährung von Rindern durch moderne Analysemethoden wie die Untersuchung von stabilen Kohlenstoff- und Sauerstoffisotopen in Tierknochen und Zähnen. Diese Untersuchungen belegen, dass die Linearbandkeramiker vielfältige Fütterungsstrategien einsetzten, um die Milchproduktion zu maximieren. Besonders bemerkenswert ist die Entdeckung, dass sie gezielt auf die saisonale Verfügbarkeit von Futterpflanzen reagierten.

Die Wälder boten eine Vielzahl von Ressourcen, die für die Rinderhaltung entscheidend waren. Neben der Funktion als Weidefläche lieferten sie Futter und Schutz. Besonders in den Wintermonaten wurden die Wälder intensiv genutzt, da sie auch dann noch Futterquellen bereithielten. Diese Waldnutzung führte zu einer allmählichen Veränderung der Landschaft: Tiere verhinderten das Wachstum junger Bäume und öffneten so neue Flächen für die Landwirtschaft.

Lesen Sie dazu auch: Eine Frage der Biotechnologie: Was lässt sich aus Milch alles herstellen?

Die soziale und wirtschaftliche Bedeutung von Käse

Käse war nicht nur ein Grundnahrungsmittel, sondern hatte auch eine soziale und wirtschaftliche Dimension. Durch die Lagerfähigkeit und den hohen Nährwert konnte Käse als Handelsware dienen. Die Produktion und der Handel mit Käse förderten die Interaktion zwischen verschiedenen Gruppen und trugen zur wirtschaftlichen Vernetzung bei.

Zudem bot die Käseherstellung eine Möglichkeit, Ernährungskrisen zu überbrücken. In Zeiten von Missernten oder während der Wintermonate stellte Käse eine stabile Nahrungsquelle dar, die das Überleben vieler Gemeinschaften sicherte.

Hier geht es zur Originalpublikation

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.