Langstreckenflüge 27.06.2014, 08:40 Uhr

Stromversorgung an Bord auch bei Totalausfall der Motoren

So mancher, der die extrem langen Überwasserstrecken zwischen Ostasien und Nordamerika fliegt, hat dabei ein mulmiges Gefühl. Was geschieht, wenn ein Triebwerk ausfällt? Ja, und wenn dann auch noch der zweite Motor stehenbleibt? Boeing hat bei der neuesten Version seines Dreamliner-Jets auch für diesen unwahrscheinlichen Fall vorgesorgt.

Die Boeing 787-9 verfügt über zwei Triebwerke, die unter den Tragflächen angeordnet sind. Eine Hilfsturbine im Heck kann im Notfall zugeschaltet werden und Strom liefern. Im Unterschied zu den übrigen Dreamliner-Modellen gibt es als Sicherheitsplus noch eine zusätzlich Ram Air Turbine.

Die Boeing 787-9 verfügt über zwei Triebwerke, die unter den Tragflächen angeordnet sind. Eine Hilfsturbine im Heck kann im Notfall zugeschaltet werden und Strom liefern. Im Unterschied zu den übrigen Dreamliner-Modellen gibt es als Sicherheitsplus noch eine zusätzlich Ram Air Turbine.

Foto: Boeing

Der zweimotorige Dreamliner von Boeing hat in seiner neuesten Version 787-9, die vor allem für besonders lange Überwasserstrecken des Pazifiks gedacht ist, doppelt vorgesorgt. Neben der üblichen Hilfsturbine gibt es noch eine Notfall-Turbine, die zumindest die Stromversorgung an Bord während eines Totalausfalls aller Motoren sichern soll.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Airbus-Firmenlogo
Program Certification Engineering (d/m/f) Airbus
Manching Zum Job 
INOTEC GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Nahrungsmittelindustrie INOTEC GmbH
Reutlingen Zum Job 
Bühler Motor GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur (m/w/d) Vorentwicklung - Mechatronische Systeme Bühler Motor GmbH
Nürnberg Zum Job 
Dohm Pharmaceutical Engineering-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) Verfahrenstechnik, Pharmatechnik Dohm Pharmaceutical Engineering
Mannheim Zum Job 
Dohm Pharmaceutical Engineering-Firmenlogo
Prüfingenieure (m/w/d) Dohm Pharmaceutical Engineering
Ulm, Ludwigshafen am Rhein Zum Job 
MAXIMATOR GmbH-Firmenlogo
Vertriebsingenieur / Sales Engineer (m/w/d) Schwerpunkt Wasserstofftechnik MAXIMATOR GmbH
Sinsheim Zum Job 
Dohm Pharmaceutical Engineering-Firmenlogo
Ingenieur Verfahrenstechnik, Pharmatechnik, Prozesstechnik, TGA, Bauwesen (m/w/d) Dohm Pharmaceutical Engineering
Leverkusen Zum Job 
ASK GmbH-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker (m/w/d) im Bereich Automatisierung und Steuerungstechnik ASK GmbH
Wolfenbüttel bei Braunschweig Zum Job 
RheinEnergie-Firmenlogo
Gruppenleiter Maschinen- und Verfahrenstechnik (m/w/d) RheinEnergie
Köln (Niehl) Zum Job 
WACKER-Firmenlogo
Procurement Manager (m/w/d) CSA / Bauleistungen WACKER
Burghausen Zum Job 
EUROVIA Verkehrsbau Union GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) für den Bereich Straßen- und Tiefbau EUROVIA Verkehrsbau Union GmbH
Berlin, Michendorf Zum Job 
Eurovia Verkehrsbau Union GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) für den Bereich Asphaltstraßenbau Eurovia Verkehrsbau Union GmbH
Berlin, Michendorf Zum Job 
agap2 - HIQ Consulting GmbH-Firmenlogo
Junior Technical Business Manager (m/w/d) agap2 - HIQ Consulting GmbH
Frankfurt am Main, München, Mannheim Zum Job 
agap2 - HIQ Consulting GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur:in Automatisierungs- & Elektrotechnik agap2 - HIQ Consulting GmbH
Mannheim, Frankfurt oder München Zum Job 
DEKRA Automobil GmbH-Firmenlogo
Bausachverständiger Immobilien (m/w/d) DEKRA Automobil GmbH
agap2 - HIQ Consulting GmbH-Firmenlogo
Testingenieur:in Mechatronik & Elektrotechnik agap2 - HIQ Consulting GmbH
Großraum Frankfurt am Main, Mannheim oder München Zum Job 
DEKRA Automobil GmbH-Firmenlogo
Experte Digitale Markenführung (m/w/d) DEKRA Automobil GmbH
Stuttgart Zum Job 
DEKRA Automobil GmbH-Firmenlogo
SAP & Salesforce Service Manager (m/w/d) DEKRA Automobil GmbH
Stuttgart Zum Job 
DEKRA Automobil GmbH-Firmenlogo
Sachverständiger Umweltschutz & Emission (m/w/d) DEKRA Automobil GmbH
Karlsruhe Zum Job 
DEKRA Automobil GmbH-Firmenlogo
Fachkraft Arbeitssicherheit & Gesundheit (m/w/d) DEKRA Automobil GmbH
Oberfranken, Oberpfalz Zum Job 

Die Boeing 787-9 hat große Reichweite für Langstreckenflüge

15.400 Kilometer weit kann die 787-9 voll beladen mit 280 Passagieren, Gepäck und Fracht fliegen. Damit kann sie von nahezu jedem ostasiatischen Flughafen nonstop beinahe jeden nordamerikanischen Flughafen erreichen – beispielsweise von Singapur aus New York. Anfang Juli beginnt die Auslieferung der jetzt von den amerikanischen und europäischen Behörden FAA und EASA zugelassenen Maschine. 

Fast sensationell ist dabei, dass das Flugzeug von Anbeginn an auch die so genannte ETOPS-Genehmigung (extended operations) hat. Je nach der Befüllung mit dem Feuerbekämpfungsmittel Halon darf die 787-9 bis zu 240 Minuten oder maximal 330 Minuten von der nächstgelegenen Notlandemöglichkeit entfernt fliegen. Damit werden optimale Flugrouten über den Pazifik möglich, während die meisten anderen Flugzeuge sich nur sehr viel enger im Umkreis der Notlandeplätze bewegen dürfen.

Erstaunlich bei der 787-9 ist nicht nur die extreme Höchstflugdauer bis zu einem Notfalllandeplatz von fünfeinhalb Stunden, sondern genauso, dass dieser Dreamliner diese Genehmigung sofort erhalten hat, während andere neue Typen häufig erst einmal ihre Betriebszuverlässigkeit unter Beweis stellen müssen.

Dreamliner gilt als äußerst zuverlässig

Darin schlägt sich nieder, dass sich die bisherige Dreamliner-Version, die schon länger fliegt, trotz einiger Pannen wie etwa mit den ersten Lithium-Ionen-Batterien als äußerst zuverlässig herausgestellt hat. Von der Dreamliner-Version 787-9 sind bislang 413 Maschinen von 26 Fluggesellschaften bestellt worden. Boeing hofft, dass die 787-9 die absatzstärkste Version des Langstreckenfliegers wird. Bislang entfallen rund 40 Prozent aller Dreamliner-Bestellungen auf dieses Flugzeug.

Der neue Dreamliner 787-9 hat eine Reichweite von 15.400 Kilometern. Er darf wegen der Notfalltriebwerke aber größeren Abstand zu Notfallflughäfen halten und deshalb direktere Flugrouten wählen.

Der neue Dreamliner 787-9 hat eine Reichweite von 15.400 Kilometern. Er darf wegen der Notfalltriebwerke aber größeren Abstand zu Notfallflughäfen halten und deshalb direktere Flugrouten wählen.

Quelle: Boeing

Die 787-9 verfügt wie alle Dreamliner über zwei Triebwerke, die unter den Tragflächen angeordnet sind. Eine Hilfsturbine im Heck kann im Notfall zugeschaltet werden und Strom liefern. In der Praxis geschieht das häufiger am Boden, wo das Flugzeug – soweit es keine zentrale Stromversorgung vom Flughafen gibt – durch die Hilfsturbine während der Standzeiten mit Strom versorgt und auch klimatisiert wird.

Rein statistisch beläuft sich die Wahrscheinlichkeit, dass neben den beiden Flugtriebwerken auch die Hilfsturbine aussetzt, auf einen Fall innerhalb von 100 Millionen Flügen. Genau das aber war Boeing und den Zulassungsbehörden immer noch ein zu hohes Risiko. Immerhin ist es bereits einmal vorgekommen, dass alle vier Haupttriebwerke einer British Airways Boeing 747 hintereinander ausfielen, als die Maschine über den Philippinen in eine vulkanbedingte Aschewolke geriet. Dabei arbeitete allerdings die Hilfsturbine normal weiter und lieferte den Strom, um schließlich die Haupttriebwerke wieder Motor für Motor mühsam in Gang zu bekommen.

Zusätzliche Ram Air Turbine (RAT) nutzt Fahrtwind als Energiequelle

Die so genannte RAT der 787-9 ist im Gegensatz zu den bisher genannten Motoren keine Turbine, die mit Treibstoff betrieben wird. Vielmehr wird die RAT aus dem Flugzeugrumpf ausgestoßen. Ihre Propellerflügel drehen sich dann bedingt durch den Fahrtwind und diese Drehung treibt einen Generator, der Strom erzeugt. Die Stromausbeute reicht, um das Cockpit und alle wichtigen Geräte und Systeme weiter betreiben zu können, bis es gelingt, wenigstens einen der anderen Motoren wieder in Gang zu bringen.

Das Prinzip der RAT-Turbine gibt es schon lange. Immer wieder wurde sie in Flugzeuge für den Notfall eingebaut. Historisch besonders interessant ist der Einbau in die ME 163B “Komet” eines der ersten deutschen Düsenkampfflugzeuge kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs.

Ein Beitrag von:

  • Peter Odrich

    Peter Odrich studierte Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Verkehrsbetriebe. Nach 28 Jahren als Wirtschaftsredakteur einer deutschen überregionalen Tageszeitung mit langer Tätigkeit in Ostasien kehrte er ins heimatliche Grossbritannien zurück. Seitdem berichtet er freiberuflich für Zeitungen und Technische Informationsdienste in verschiedenen Ländern. Dabei stehen Verkehrsthemen, Metalle und ostasiatische Themen im Vordergrund.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.