Suche geht weiter 27.06.2014, 12:35 Uhr

Piloten des Flugs MH370 flogen vermutlich bewusstlos mit Autopilot

Das Verschwinden des Flugs MH 370 bleibt ein Rätsel, doch jetzt vermutet die australische Luftsicherheitsbehörde: Stundenlang flogen die Piloten mit Autopilot, vermutlich weil sie wegen Sauerstoffmangels bewusstlos waren. Um die Unglücksmaschine zu finden, wollen Malaysia, China und Australien jetzt noch einen schmalen Streifen Meeresboden im südlichen indischen Ozean absuchen. 

Piloten im Cockpit eines Lufthansa-Airbus A380. Beim größten Teil ihrer Arbeit unterstützt sie ein Autopilot. Ein solcher soll auch den Flug MH370 auf Kurs gehalten haben, als die Piloten vermutlich längst ohnmächtig waren. 

Piloten im Cockpit eines Lufthansa-Airbus A380. Beim größten Teil ihrer Arbeit unterstützt sie ein Autopilot. Ein solcher soll auch den Flug MH370 auf Kurs gehalten haben, als die Piloten vermutlich längst ohnmächtig waren. 

Foto: dpa

Seit dreieinhalb Monaten ist Flug MH370 verschwunden. Keine Spur, kein Wrackteil, kein eindeutiges Signal von der Maschine der Malaysia Airlines mit 239 Menschen an Bord. Über die Ursache des Verschwindens wird derweil weiter spekuliert. Australiens Infrastrukturminister Warren Truss sagte jetzt, es sei sehr wahrscheinlich, dass die Maschine über Stunden per Autopilot gesteuert wurde. Die stabile Route des Flugs MH370 sei anders kaum zu erklären. Das wiederum legt die Vermutung nahe, dass die Piloten handlungsunfähig waren, womöglich wegen Sauerstoffmangels, der bei einem Druckverlust in der Kabine auftreten kann.

Dieser Verdacht wird auch im neuen Bericht der australischen Luftsicherheitsbehörde ausgesprochen. Beweise dafür gibt es bislang nicht. Truss verspricht nun endlich Aufklärung. Man werde alles dafür tun, um „dieses größte Rätsel in der Geschichte der Luftfahrt“ zu lösen.

Streifen im südlichen indischen Ozean soll abgesucht werden

Angehörige der Passagiere und Crewmitglieder werfen den Behörden seit langem Fehler bei den Ermittlungen und zu wenig Engagement bei der Suche vor. Die Regierungen von Malaysia, China und Australien wollen nun das Gegenteil beweisen. 60.000 Quadratkilometer umfasst das Gebiet, das jetzt bis zu zwölf Monate lang unter Wasser abgesucht werden soll. Es ist ein langer Streifen im südlichen indischen Ozean.

Damit ist das Gebiet um ein Vielfaches kleiner als das Areal, das ursprünglich in die Suche einbezogen worden war: Rund 4,5 Millionen Quadratkilometer groß war die Fläche, die allein 21 Flugzeuge und 19 Schiffe des australischen Militärs zu Beginn des Dramas abgesucht hatten.

Kartierung des neuen Suchgebiets dauert noch Monate

Spezialisten aus aller Welt hätten sich an der Analyse der wenigen Satellitendaten beteiligt, um dieses Zielgebiet zu definieren, sagte Australiens Infrastrukturminister Warren Truss: „Sie haben Informationen analysiert, die gar nicht dafür gedacht waren, ein Flugzeug aufzuspüren. Dafür waren extrem komplizierte Berechnungen notwendig.“

Im australischen Parliament House zeigte Infrastrukturminister Warren Truss, wo die Regierungen von Malaysia, China und Australien die Suche fortsetzen wollen: Es handelt sich um einen 60.000 Quadratkilometer großen Streifen im südlichen indischen Ozean. 

Im australischen Parliament House zeigte Infrastrukturminister Warren Truss, wo die Regierungen von Malaysia, China und Australien die Suche fortsetzen wollen: Es handelt sich um einen 60.000 Quadratkilometer großen Streifen im südlichen indischen Ozean. 

Foto: dpa

Das neu definierte Areal, rund 1800 Kilometer vor der Westküste Australiens, liegt weiter südlich als das, auf dem bisher der Fokus lag. Nach Angaben von Truss wird zunächst die Kartierung des Meeresbodens fortgesetzt, bevor dieser systematisch abgesucht wird. Ein chinesisches und ein von Australien beauftragtes Spezialschiff sind bereits mit dieser Kartierung beschäftigt, die noch etwa drei Monate dauern soll.

Die Regierung Malaysias will demnächst weitere Informationen darüber geben, wie die Suche ablaufen und wer daran beteiligt sein wird. Die Behörden der drei Länder hatten Anfang Juni Privatunternehmen aufgefordert, Angebote für die neue Suche abzugeben. Der Ausschreibung zufolge müssen sich die Auftragnehmer verpflichten, innerhalb von jeweils 25 Tagen je 5000 Quadratkilometer abzusuchen.

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