China-Rakete war es 22.11.2023, 12:04 Uhr

Geheimnis des mysteriösen Doppelkraters auf dem Mond gelüftet

Am 4. März 2022 schlug ein unbekanntes Objekt auf dem Mond ein und verursachte einen Doppelkrater. Ein Team von Ingenieuren und Detektiven glaubt nun, die Ursache dafür gefunden zu haben. Es handelte sich um eine chinesische Rakete mit einer von China nicht deklarierten Nutzlast.

Doppelkrater

Der Doppelkrater auf der Rückseite des Mondes ist deutlich zu sehen, nun wurde sein Geheimnis gelüftet.

Foto: NASA/GSFC/Arizona State University

Seit 2015 verfolgten Astronominnen und Astronomen ein rätselhaftes Objekt im All, sie gaben ihm den Namen WE0913A. Am 4. März 2022 schlug das Objekt auf der Rückseite des Mondes ein und hinterließ zwei eng beieinander liegende Krater. Lange wurde gerätselt, was es wohl gewesen war. Nun ist klar, es war Weltraumschrott – und zwar wahrscheinlich von den Chinesen. Nach Angaben eines Teams von Ingenieuren und Detektiven der Universität von Arizona handelte es sich um den Körper einer Long March 3C Rakete, die von Chinas Chang’e-5-T1-Mission im Jahr 2014 im All zurückgelassen wurde. Doch warum der zweite Krater?

Zweiter Krater durch zusätzliche Nutzlast auf der Rakete?

Der Einschlag der Rakete hätte nur einen Krater verursacht, der zweite Krater ist höchstwahrscheinlich durch eine zusätzliche Nutzlast auf der Rakete entstanden. Allerdings hatte die Nationale Raumfahrtbehörde Chinas (CNSA) diese niemals angegeben. Da die Rückseite des Mondes von der Erde jedoch nicht eingesehen werden kann, ist es schwierig festzustellen, was letztlich wirklich der Grund für die Entstehung des Doppelkraters war.

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„Dies ist das erste Mal, dass wir einen Doppelkrater sehen“, sagt der Raumfahrtingenieur Tanner Campbell von der Universität von Arizona. „Wir wissen, dass im Fall von Chang’e 5 T1 der Einschlag fast gerade nach unten erfolgte, und um zwei Krater von etwa gleicher Größe zu erhalten, braucht man zwei etwa gleich große Massen, die voneinander entfernt sind.“

Das Objekt wurde seit 2015 verfolgt

Das Objekt mit dem Namen WE0913A wurde im März 2015 durch den Catalina Sky Survey entdeckt und seitdem bis zum Aufprall auf der Mondoberfläche von einem Astronomenteam beobachtet.  Anfänglich vermutete man, es sei ein Space X Booster, doch der Verdacht richtete sich bald auf eine chinesische Mission aus 2014.

In der aktuellen Studie untersuchte das Team der Universität von Arizona die Bewegungen und Lichtreflexionen des Objekts vor dem Aufprall, um seine Identität zu klären. Die Art wie das Objekt durch den Raum rotierte – kopfüber und taumelnd – wies auf eine zusätzliche Masse hin, die als Gegengewicht zu den Triebwerken auf einer Raketenseite diente, was den Doppelkrater auf dem Mond erklärte.

Auch wenn inzwischen relativ sicher ist, dass der zweite Krater von einer zusätzlichen Nutzlast auf der Rakete verursacht wurde, gibt sich CNSA unwissend. Die Chinesen sagen nicht, um was es sich bei der Nutzlast handelt. Sie bestreiten sogar, dass es sich dabei um ihre Rakete handelt.

Wahrscheinlich werden wir es nie erfahren

Das Forschungsteam erläutert in seiner Studie, dass es nichts Ungewöhnliches sei, wenn Raumfahrzeuge ihre Raketen einfach im All entsorgen. Es sei zudem durchaus möglich, dass diese Raketen irgendwann auf den Mond prallen. Allerdings zeige der jüngste Vorfall, dass Weltraumschrott zu einem wachsenden Problem wird.

Durch Weltraumschrott besteht zum Beispiel die Gefahr, dass Satelliten in der Umlaufbahn oder sogar die Internationale Raumstation ernsthaft beschädigt werden. Prinzipiell sei es auch möglich, dass auch Objekte bis zur Erde durchkommen, wobei der Großteil beim Eintritt in der Erdatmosphäre verglüht. Das Forschungsteam ist daher der Meinung, dass alles, was durch das All fliegt, sorgfältig überwacht werden muss.

„Wenn immer mehr Objekte auf dem Mond landen, ist es extrem wichtig, dass wir nicht nur die Objekte verfolgen, sondern auch verstehen, was sie tun werden, sobald sie dort angekommen sind“, sagt Roberto Furfaro, Maschinenbauingenieur an der Universität von Arizona.

Die Forschungsergebnisse wurden in der Zeitschrift Planetary Science Journal veröffentlicht.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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