Extraterrestrisches Leben 17.06.2020, 08:23 Uhr

Außerirdische: In unserer Galaxie könnten 36 Zivilisationen auf fremden Planeten leben

Eine faszinierende Vorstellung: Vielleicht gibt es Dutzende Zivilisationen in der Milchstraße. Zu diesem Ergebnis kommen zwei Wissenschaftler jetzt in einer mathematischen Abschätzung.

In der Milchstraße könnten Dutzende außerirdische Zivilisationen existieren. Foto: panthermedia.net/ khlongwangchao

In der Milchstraße könnten Dutzende außerirdische Zivilisationen existieren.

Foto: panthermedia.net/ khlongwangchao

Vielleicht sind wir nicht die einzigen im All. Dieser Gedanke fasziniert die Menschen seit jeher. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Idee von außerirdischem intelligenten Leben derzeit mit unseren Mitteln weder zu beweisen noch auszuschließen ist. Dadurch wird die alte Frage zum Mysterium und Quell zahlloser Theorien.

In der Milchstraße könnte es nach einer neuen Schätzung unter bestimmten Umständen 36 intelligente Zivilisationen geben. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer Abschätzung, also grob gesagt einer Berechnung ungefährer Werte, des Astrophysikers Christopher Conselice und des Ingenieurs Tom Westby, die derzeit an der University of Nottingham arbeiten.

Radiosignal aus dem All kehrt regelmäßig wieder: Forscher haben Theorie 

Außerirdisches Leben: 36 Zivilisationen in unserer Galaxie

Die Forscher waren der Frage nachgegangen, wie viele kommunizierende extraterrestrische Intelligenzen (CETI) es in unserer Heimatgalaxie wohl rein rechnerisch geben könnte, die sich durch ihre Funksignale aufspüren lassen könnten.

Jupiter und Saturn: Seltenes Phänomen am Himmel sichtbar

„Die Idee ist, die Evolution im kosmischen Maßstab zu betrachten“, erläuterte Conselice, wie unter anderem die Deutsche Presseagentur berichtet. „Unter der Annahme, dass es wie auf der Erde rund fünf Milliarden Jahre dauert, bis sich intelligentes Leben auf anderen Planeten entwickelt, sollte es zumindest ein paar Dutzend aktive Zivilisationen in unserer Galaxie geben.“

Sonnenähnliche Sterne mit erdähnlichen Planeten

Für ihre Abschätzung betrachteten die Wissenschaftler den Anteil sonnenähnlicher Sterne in der Milchstraße mit erdähnlichen Planeten in ihrer bewohnbaren Temperaturzone. Zudem setzten sie als mittlere Lebensdauer einer kommunizierenden Zivilisation 100 Jahre an, solange existiert Funkkommunikation auf der Erde.

„Wir kalkulieren, dass es rund 36 aktive Zivilisationen in unserer Galaxie geben sollte“, so Westby.

Grundsätzlich nutzen Forscher für derartige Schätzungen die sogenannte Drake-Gleichung oder Variationen davon. Benannt ist sie nach dem US-Astrophysiker Frank Drake, der das Gedankenkonstrukt in den 1960er Jahren entwickelt hat. Die Gleichung enthält Faktoren, die unbekannt sind etwa: Wie hoch ist der Anteil an extraterrestischem Leben, das mit uns kommunizieren will? Genaue Ergebnisse sind entsprechend schwierig.

Zivilisationen in Entfernungen von 17.000 Lichtjahren

Eine Entdeckung der potentiell existierenden Außerirdischen ist zudem mit unserer aktuellen Technik äußerst schwierig, genau wie eine Kommunikation mit ihnen, wie die beiden Forscher betonen: Denn der mittlere Abstand zwischen diesen Zivilisationen betrage rund 17.000 Lichtjahre. Sprich: Selbst eine Funkwelle, die sich mit Lichtgeschwindigkeit (299.792,5 Kilometer pro Sekunde) bewegt, würde für eine Strecke 17.000 Jahre brauchen, bis sie bei den Außerirdischen ankommt.

Ringförmige Sonnenfinsternis: Wann das Spektakel zu sehen ist 

Falls sich herausstellt, dass intelligentes Leben häufiger vorkommt, wären das allerdings erst einmal gute Nachrichten, was die Zukunft unserer eigenen Zivilisation anbelangt. „Wenn wir feststellen, dass intelligentes Leben häufig ist, würde das aufzeigen, dass unsere Zivilisation deutlich länger als ein paar Jahrhunderte existieren kann“, erläuterte Conselice. „Anderenfalls, wenn wir feststellen, dass es keine aktiven Zivilisationen in unserer Galaxie gibt, ist das ein schlechtes Zeichen für unsere eigene dauerhafte Existenz.“

Lesen Sie auch:

Warum die Starlink Satelliten zu einer Katastrophe führen könnten

Sternentanz um zentrales Schwarzes Loch: Ingenieure leisten Bahnbrechendes

Interview mit Astronaut Ulrich Walter

Ein Beitrag von:

  • Peter Sieben

    Peter Sieben ist Content Manager und verantwortlicher Redakteur für ingenieur.de. Nach einem Volontariat bei der Funke Mediengruppe war er mehrere Jahre als Redakteur und Politik-Reporter in verschiedenen Ressorts von Tageszeitungen und Online-Medien unterwegs. Er schreibt über Forschung, Politik und Karrierethemen.

Themen im Artikel

Stellenangebote im Bereich Luft- und Raumfahrt

SCHROTH Safety Products GmbH-Firmenlogo
SCHROTH Safety Products GmbH Entwicklungsingenieur (w/m/d) für den Bereich Luftfahrt Arnsberg
RUAG Aerostructures-Firmenlogo
RUAG Aerostructures Konstruktionsingenieur (m/w/d) Gilching
RUAG Aerostructures-Firmenlogo
RUAG Aerostructures Berechnungsingenieur (m/w/d) Gilching
RUAG Aerostructures-Firmenlogo
RUAG Aerostructures Berechnungsingenieur (m/w/d) Coswig bei Dresden
RUAG Aerostructures-Firmenlogo
RUAG Aerostructures Konstruktionsingenieur (m/w/d) Coswig bei Dresden
RUAG Space Germany GmbH-Firmenlogo
RUAG Space Germany GmbH Testingenieur (m/w/d) Coswig
Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH Schwieberdingen-Firmenlogo
Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH Schwieberdingen System and Requirements Engineer (m/w/d) Schwieberdingen bei Stuttgart
Dynamic Engineering GmbH-Firmenlogo
Dynamic Engineering GmbH Ingenieur / Techniker Versuch (m/w/d) – Automotive / Rail / Luft- und Raumfahrt München
COMTRONIC GmbH-Firmenlogo
COMTRONIC GmbH Systemingenieur (m/w/d) Schönau bei Heidelberg

Alle Luft- und Raumfahrt Jobs

Top 5 Raumfahrt

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.