Anteile an Virgin Galactic 07.11.2014, 09:42 Uhr

Abu Dhabi plant eigenen Weltraumbahnhof und Mars-Mission 2021

Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen aktiv in die Raumfahrt einsteigen. Das Emirat hat erst im Juli eine eigene Raumfahrtagentur gegründet und will nun einen Weltraumbahnhof bauen, von dem 2021 eine Mars-Mission starten soll. Ohne großes Aufsehen hält Abu Dhabi 37 Prozent am privaten Raumfahrtunternehmen Virgin Galactic.

Passiv sind die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) schon seit längerer Zeit in der Raumfahrt engagiert. So hat sich der staatliche Investment-Fonds des Emirats in zwei Schritten mit inzwischen 37 Prozent am Kapital des privaten Raumfahrt-Touristikunternehmens Virgin Galactic beteiligt. Das entspricht etwa 320 Millionen Euro.

Mars-Mission für 2021 geplant

Für den aktiven Einstieg in die Raumfahrt hat das Emirat im Juli eine eigene Raumfahrtagentur gegründet. Der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Khalifa bin Zayed Al Nahyan, sagte bei der Gründung, die Vereinigten Arabischen Emirate wollten bereits 2021 eine eigene Mars-Mission starten. Von einem neuen Weltraumbahnhof im Emirat soll dann eine Rakete zum Roten Planeten fliegen und wenn möglich dort einen Forschungsroboter platzieren.

Bis dahin sollen die Emirate eine der führenden Raumfahrtnationen werden. Dabei kommt das Datum 2021 nicht von ungefähr: 2021 wird das Emirat 50 Jahre alt und will sich mit der Mars-Mission selbst das größte Geschenk machen.

Mehrere Aufgaben für den Weltraumbahnhof

Neben dem geplanten Start der Mars-Rakete hat der in der Planung befindliche Weltraumbahnhof auch eine Reihe anderer Aufgaben. So ist an den Aufbau eines Satelliten-Startsystems gedacht. Desweiteren hofft  das Emirat darauf, das im Laufe der Zeit ein zweiter Startplatz für touristische Raumflüge neben jenem von Virgin Galactic in New Mexico in den USA erforderlich werden wird.

Als Standort des neuen Weltraumbahnhofes ist das Emirat Ra’s Al-Khaimah vorgesehen, eines der sieben Ermirate der Vereinigten Arabischen Emirate, dessen Hauptstadt Abu Dhabi ist..

Rückschlag erlitten: Das Raumflugzeug SpaceShipTwo ist vor wenigen Tagen bei einem Testflug abgestürzt. Ein herber Rückschlag für das Unternehmen Virgin Galactic, an dem Abu Dhabi mit 37 Prozent beteiligt ist.

Rückschlag erlitten: Das Raumflugzeug SpaceShipTwo ist vor wenigen Tagen bei einem Testflug abgestürzt. Ein herber Rückschlag für das Unternehmen Virgin Galactic, an dem Abu Dhabi mit 37 Prozent beteiligt ist.

Quelle: dpa

Wie weit sich diese Hoffnungen verwirklichen lassen, ist nach dem Absturz des Virgin Galactic-Raumfahrzeugs SpaceShipTwo vor wenigen Tagen derzeit schwer zu übersehen. Soviel in London zu hören ist, soll Abu Dhabi im Rahmen der Beteiligung an Virgin Galactic konkrete Zusagen zu seinen Absichten erhalten haben. Diese Zusagen sind aber derzeit nicht zu überprüfen.

Raumfahrt-Engagement ist gezielte Strategie von Abu Dhabi

Das Emirat verfügt über die staatliche International Petroleum Investment Corporation, kurz IPIC, die für so genannte strategische Investitionen eine eigene Gesellschaft namens Aabar betreibt. Aabar wurde 2005 gegründet und hat sich seitdem gezielt in verschiedenen Branchen beteiligt. In der Autoindustrie ist der Autokonzern Daimler, im Rohstoffgeschäft Glencore, Bankbeteiligungen gibt es in der Schweiz und in Malaysia, dem wichtigsten Land des so genannten Islamischen Banking.

Und in der Raumfahrt ist Aabar die eingangs erwähnte umfangreiche Beteiligung an Virgin Galactic eingegangen. Chef von IPIC und Aabar ist Scheich Mansour bin Zayed Al Nayhan aus dem Herrscherhaus in Abu Dhabi. Er hat seinerzeit persönlich die Beteiligung an Virgin Galactic nicht nur befürwortet, sondern auch unter Dach und Fach gebracht.

Im europäischen Fußball ist Scheich Mansour als Eigner des recht erfolgreichen britischen Clubs Manchester City bekannt geworden. Dessen Stadion trägt den Namen Etihad Arena. Etihad ist die staatliche Luftverkehrsgesellschaft des Emirats, die in Deutschland wiederum zu den wichtigsten Anteilseignern des Flugunternehmens Air Berlin zählt.

 

Von Peter Odrich

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