Soziales Netzwerk setzt auf Kryptowährung 19.06.2019, 16:02 Uhr

Neue Währung: Facebook verfolgt mit Libra ambitionierte Ziele

Das soziale Netzwerk Facebook will mit der Digitalwährung Libra den Weltmarkt erobern.
Aufgrund der über 2,3 Milliarden Facebook-Nutzer verspricht sich die Plattform von der Kryptowährung Libra hohe Erfolgschancen. Alleine durch das Bekanntwerden der Pläne stiegen die Kurse diverser Kryptowährungen und die Aktienkurse des sozialen Netzwerks.

Vernetzt durch Bitcoins

Mit Facebook bezahlen: Libra macht es möglich.

Foto: panthermedia.net/markez

Projekt Libra wird Realität

Seit mehreren Monaten verdichteten sich die Gerüchte, dass das soziale Netzwerk Facebook an einer eigenen Kryptowährung arbeitet. Im Mai 2019 schrieb das Wall Street Journal, dass der Internetriese für den Start seiner Kryptowährung 1 Milliarde Euro sammeln will. Die vielen Spekulationen haben seit Mitte Juni 2019 ein Ende: Das soziale Netzwerk wird in Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen eine eigene Kryptowährung namens Libra veröffentlichen. Die digitale Währung soll 2020 erscheinen und einige Besonderheiten im Vergleich zu anderen Kryptowährungen besitzen.

Für diese Pläne steht Facebook bereits in der Kritik. Vor allem in Deutschland reißen die Beanstandungen an den Datenschutz des Netzwerks nicht ab.

Libra im Vergleich zu Bitcoin

Die Kryptowährung Libra wird, genau wie der Bitcoin und andere Digitalwährungen, auf der Blockchain basieren. Das heißt, jede Transaktion wird als „Block“ angelegt, wobei Informationen zu Sender und Empfänger nicht einsehbar sind. Der Kurs der neuen digitalen Währung soll jedoch nicht wie die Kurse der meisten Kryptowährungen schwanken, sondern stabil sein. Libra wird die Eigenschaften eines sogenannten Stable Coins besitzen und an die staatlich ausgegebenen Währungen (US-Dollar, Yen, Euro) direkt gekoppelt werden. Des Weiteren soll der Kurs der neuen Kryptowährung durch eine zusätzliche Reserve nochmals abgesichert werden. Die Reserve wird laut Facebook durch den Verkauf neu herausgegebener Libra Coins und durch Investoren gebildet. Sobald ein Nutzer beispielsweise Libra im Wert von 200 Euro erwirbt, fließt das gesamte Kapital in die sichere Reserve. Im Vergleich zu anderen Kryptowährungen lässt sich die digitale Währung von Facebook nicht von den Nutzern minen (schürfen). Sie wird ausschließlich von der neugebildeten „Libra Association“ herausgegeben und dies soll stabile Kurse gewährleisten.

1.000 Transaktionen pro Sekunde

Nutzer sollen Transaktionen zu möglichst niedrigen Gebühren durchführen können. Dies gilt vor allem für internationale Transfers. Des Weiteren legt Facebook großen Wert darauf, dass jede Transaktion so transparent und schnell wie möglich läuft. Die Blockchain-Technologie hinter Libra wird 1.000 Transaktionen in der Sekunde ermöglichen. Die Technologie basiert auf Open Source und wird unter der bekannten Apache-2.0-Lizenz veröffentlicht. Libra soll zu einer vollkommen eigenständigen, globalen Währung werden, mit der die Nutzer sowohl online als auch offline bezahlen können. Nach der Einführung der neuen Kryptowährung soll sich der Wert von einem Libra direkt am Euro, US-Dollar oder am britischen Pfund orientieren.

Neues Tochterunternehmen Calibra

Zusätzlich zu der digitalen Währung Libra hat das soziale Netzwerk ein neues Tochterunternehmen mit dem Namen „Calibra“ gegründet. Dieses soll in Zukunft alle nötigen Finanzdienstleistungen rund um die Kryptowährung bereitstellen. Das kommende Calibra-Wallet wird zukünftig nicht nur in WhatsApp und im Messenger von Facebook integriert. Das Wallet soll zusätzlich als Stand-alone-Anwendung in den großen App Stores von Google und Apple zur Verfügung stehen. Um die App herunterladen und einrichten zu können benötigen die Nutzer nicht zwangsweise ein Konto bei Facebook.

Kritikpunkte Sicherheit und Datenschutz

Laut den Aussagen von Facebook kommen bei der neuen Kryptowährung Libra die gleichen Betrugsbekämpfungs- und Überprüfungsverfahren wie bei Kreditkarten und Banken zum Einsatz. Intelligente, automatisierte Systeme überwachen alle Aktivitäten der Nutzer proaktiv und können dadurch jegliches betrügerisches Verhalten sofort erkennen und somit auch verhindern. Aufgrund der hohen Sicherheitsvorkehrungen können nur Nutzer ein neues Calibra-Konto eröffnen, wenn sie einen Ausweis besitzen und sich mit diesem im Rahmen der Anmeldung verifizieren.

Sobald der Name des sozialen Netzwerks fällt, haben vor allem deutsche  Nutzer Bedenken um die Sicherheit ihrer Daten. Facebook betont, dass die Nutzer- und Finanzdaten zukünftig auf keinen Fall für die Verbesserung der zielgerichteten Werbung im sozialen Netzwerk oder in der Produktfamilie von Facebook herangezogen werden.

Libra Association übernimmt die Verwaltung der Kryptowährung

Die Verwaltung der neuen Kryptowährung übernimmt nicht etwa Facebook selber, sondern die neu gegründete Libra Association. Zu den 28 Gründungsmitgliedern zählen einige bekannte Finanzdienstleister, wie Mastercard, Visa, Stripe und PayPal sowie weitere große Unternehmen, wie Vodafone, Spotify, Uber, Booking.com und Lyft. Der zukünftige Sitz der Libra Association wird in der Schweiz in der Stadt Genf sein.

Ist Libra wirklich eine preiswerte und schnelle Alternative?

Welche Rolle die neue Kryptowährung in Zukunft spielen wird, ist noch unklar. Jedoch ist eines sicher: Facebook wird seine besondere Marktstellung nutzen und Libra stark als Alternative zu anderen Kryptowährungen bewerben. Des Weiteren benötigen die Nutzer für ein Calibra-Wallet weder ein angeschlossenes Bankkonto noch eine Kreditkarte. Dies macht die kommende Kryptowährung vor allem für Nutzer in den Schwellenländern interessant.

Die ambitionierten Pläne von Facebook könnten aufgehen, denn das soziale Netzwerk hat rund 2,3 Milliarden aktive Konten und zusätzlich 1,5 Milliarde Nutzer bei WhatsApp. Konkurrent PayPal schafft es im direkten Vergleich auf knapp 280 Millionen Nutzer. In Kombination mit der internationalen Verfügbarkeit und der einfachen Bedienbarkeit könnte Libra eine preiswertere und schnellere Alternative zu PayPal, anderen Kryptowährungen und klassischen Überweisungen werden.

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