NEUE SATELLITENBILDER 29.06.2016, 11:05 Uhr

Google Earth ist jetzt so scharf wie noch nie

Dank einer neuen Generation der Landsat-Satelliten kann Google jetzt deutlich klarere Bilder von der Erde bereitstellen. In den Diensten „Maps“ und „Earth“ sind die Aufnahmen schon abrufbar. Jetzt können Sie dem Nachbarn noch genauer in den Garten schauen. Oder dem Kölner Dom aufs Dach.

Ein heimisches Beispiel aus Google Earth: unten links der Kölner Dom, rechts unten die Philharmonie, darüber die Dachkonstruktion des Kölner Hauptbahnhofes. 

Ein heimisches Beispiel aus Google Earth: unten links der Kölner Dom, rechts unten die Philharmonie, darüber die Dachkonstruktion des Kölner Hauptbahnhofes. 

Foto: Google Earth

Seit mehr als 40 Jahren kreisen Satelliten aus dem „Landsat“-Programm um die Erde. Sie liefern Aufnahmen, die der Klimaforschung ebenso dienen wie der Landwirtschaft. Aber so klar wie heute waren die Bilder noch nie. „Landsat 8“, die neueste Satellitengeneration, schickt brillante Fotos zur Erde. Die sind für alle und jeden frei und kostenlos verfügbar – für Google machen sie die Angebote von Maps und Earth deutlich attraktiver.

Viel klarer als bisher ist das Bild von New York: Oben zu sehen die bisherige Darstellung, unten die schärfere Aufnahme, auf der sogar die Baseballfelder im Central Park zu erkennen sind.

Viel klarer als bisher ist das Bild von New York: Oben zu sehen die bisherige Darstellung, unten die schärfere Aufnahme, auf der sogar die Baseballfelder im Central Park zu erkennen sind.

Foto: Google Earth

Beispiel New York: Wo früher allenfalls verschwommen einzelne große Gebäude zu erkennen waren, sind jetzt deutlich Wolkenkratzer zu unterscheiden, sogar die Schatten der Gebäude sind deutlich sichtbar. Im Central Park kann man die Konturen der Baseballfelder sehen.

Beindruckendes Bild vom schrumpfenden Gletscher

Die Nasa und die US-Behörde für geologische Beobachtung USGS betreiben das Landsat-Programm gemeinsam. Landsat 8 verfügt über bessere Kameras und Sensoren und kann deshalb nicht nur detailgetreuere, sondern auch farbechtere Aufnahmen herstellen. Für Wissenschaftler ist das ein enormer Fortschritt: Sie können den Waldverlust in den Tropen, die Folgen von Erdrutschen oder das Schrumpfen von Gletschern noch viel präziser verfolgen.

Der neue Satellit Landsat 8 liefert deutlich bessere Bilder als seine Vorgänger. Jetzt hat Google die höher aufgelösten Bilder in seine Dienste Maps und Earth eingebaut.

Der neue Satellit Landsat 8 liefert deutlich bessere Bilder als seine Vorgänger. Jetzt hat Google die höher aufgelösten Bilder in seine Dienste Maps und Earth eingebaut.

Foto: USGS

Google setzt aus den Einzelaufnahmen mithilfe einer öffentlich zugänglichen „Earth Engine“-Programmierschnittstelle Mosaike zusammen. Dafür wurden die jeweils besten Bilder ausgesucht, die nicht durch Wolken beeinträchtigt waren. Das jüngste Mosaik hat 700 Billionen Bildpunkte, wie es in einem Unternehmensblog heißt.

Wunderschön, aber bedroht: Der Columbia-Gletscher in Alaska hat rund die Hälfte seiner Eismasse verloren.

Wunderschön, aber bedroht: Der Columbia-Gletscher in Alaska hat rund die Hälfte seiner Eismasse verloren.

Foto: Google Earth

Auf diese Weise entstanden auch ästhetisch eindrucksvolle Bilder wie das des Columbia-Gletschers in Alaska, den Klimaforscher besonders genau beobachten, weil er in den vergangenen 40 Jahren rund die Hälfte seiner Eismasse verloren hat.

Neuerung gilt nicht für alle Aufnahmen

Was Google in seinem Blog nicht verrät, bei einigen Nutzern aber schon für Enttäuschung gesorgt hat: In „Earth“ finden sich teils immer noch alte Bilder. Der technische Fortschritt gilt offenbar nur für Aufnahmen aus mehr als 100 km Höhe. Zoomt man näher heran, erscheinen die weniger klaren Bilder des Objektes.

Klar zu erkennen: die Schweizer Alpen, aufgenommen vom Satelliten Landsat 8

Klar zu erkennen: die Schweizer Alpen, aufgenommen vom Satelliten Landsat 8

Foto: Google Earth

Dennoch gewinnen die Google-Dienste mit den neuen Daten natürlich an Attraktivität. Außerdem beseitigt Landsat 8 ein seit Jahren bestehendes Hardware-Problem seine Vorgängers, das dazu führte, dass dicke weiße Balken viele Bilder verunzierten – hier fehlten dann einfach die nötigen Daten.

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