Panne im A380 03.07.2014, 13:18 Uhr

Rohrbruch im Riesen-Airbus A380 beschert Passagieren unfreiwillige Dusche

Pitschnass wurden Passagiere eines Airbus A380 auf dem Weg nach Melbourne, als eine Trinkwasserleitung im Zwischendeck brach. Die Wassermassen rauschten wie ein Bach durch die Gänge und zwangen den Piloten zur Umkehr nach Los Angeles. 

Wassermassen strömten durch die Gänge der A380. In der Kabine machte sich Unruhe breit, verletzt wurde laut Qantas allerdings niemand. 

Wassermassen strömten durch die Gänge der A380. In der Kabine machte sich Unruhe breit, verletzt wurde laut Qantas allerdings niemand. 

Foto: 7News/Screenshot

Entsetzen breitete sich Mittwochabend unter den Passagieren in der tropfnassen Economy-Klasse des Quantas-Fluges von Los Angeles nach Melbourne aus. Kaum eine Stunde in der Luft, begann es auf die Passagiere in der Economy-Klasse zu regnen. Eine Trinkwasserleitung hatte ein Leck bekommen, die in der Decke verläuft, die die Economy-Klasse von der Business-Klasse im oberen Deck des doppelstöckigen Airbus A380 trennt.

Schauspielerin Nicole Brown: „Ein Fluss rauscht durch den Gang“

„Ein Rohr brach auf meinem Qantas-Flug über dem Pazifik (…) Ein Fluss rauscht durch den Gang“, twitterte die US-Schauspielerin Yvette Nicole Brown. Spiegel online berichtete noch in der Nacht als erstes deutsches Medium über den nassen Zwischenfall hoch über den Wolken. Andere Fluggäste twitterten Fotos von Deckenbergen auf dem Boden der Bordküche, die als textiles Bollwerk die Fluten aufhalten sollten, und Bilder völlig durchnässter Sitze.

Twitter-Tweet zum Wasserrohrbruch in einem Airbus A380: Deutlich zu sehen ist das Wasser, das über den Kabinenboden fließt.

Twitter-Tweet zum Wasserrohrbruch in einem Airbus A380: Deutlich zu sehen ist das Wasser, das über den Kabinenboden fließt.

Quelle: Twitter/7News Adelaide

Der Wasserausbruch war so groß, dass sich selbst die Treppe zwischen der ersten Klasse und der darunter liegenden Economy-Class in einen fließenden Bach verwandelte. „Die Crew hat die Passagiere in nicht überflutete Bereiche umgesetzt und mit Decken versorgt“, sagte eine Sprecherin der Qantas-Airline.

Durchnässte Passagiere wurden in Hotels untergebracht

Der Routineflug nach Melbourne war auf 14 Stunden angesetzt, das wollte die Airline ihren Passagieren im tropfnassen Zustand aber nicht zumuten. Der Pilot machte eine Kehrtwendung. Nach rund zweieinhalb Stunden landete der Airbus A380 wieder in Los Angeles. Die durchnässten Passagiere wurden in Hotels untergebracht. Qantas betonte, dass für die Passagiere zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden habe. „Das hat die Sicherheit des Fluges nicht beeinträchtigt.“ Nun geht es wohl an die Aufarbeitung der Ursache des Vorfalls.

Doch auch im täglichen Linienverkehr ist ein A380 mit viel Frischwasser an Bord unterwegs. Das mussten jetzt die Passagiere eines Qantas-Airlines-Fluges erleben, der in der Nacht zu Mittwoch von Los Angeles mit Flugziel Melbourne in Australien gestartet war. 

Grund für die unfreiwillige Dusche war ein Rohrbruch im Zwischendeck der A380, die auf zwei Etage über 500 Passagiere befördern kann. 

Grund für die unfreiwillige Dusche war ein Rohrbruch im Zwischendeck der A380, die auf zwei Etage über 500 Passagiere befördern kann. 

Quelle: 7News/Screenshot

Etwa 555 Passagiere kann der A380 auf einer Reise befördern, die bis zu 14.800 Kilometer weit reichen kann. Die Lufthansa gibt den Kerosinverbrauch ihres Superjumbos mit nur 3,3 Litern pro Passagier und 100 Kilometer an. Der Treibstofftank fasst 310.000 Liter. Der Superjumbo fliegt mit einer maximalen Reisegeschwindigkeit von 944 Stundenkilometern.

Lufthansa hat schon vor sechs Jahren das Duschen an Bord abgelehnt

Doch der Bruch einer Trinkwasserleitung ist nicht die einzige Möglichkeit, einen A380 unter Wasser zu setzen. Denn die Airbus-Jumbos der Emirates haben sogar zwei Duschen an Bord. Deren solventen Kunden dürfen fünf Minuten lang auch in 10.000 Metern Höhe duschen. Dafür muss der Super-Jumbo ein halbe Tonne Frischwasser extra mit an Bord nehmen. „Solchen Unsinn wird es bei uns nicht geben. Die braucht niemand. Das haben unsere Passagierumfragen ergeben“, sagte vor sechs Jahren Lufthansa-Vertriebsvorstand Thierry Antinori, als die Dusche von Emirates der Weltpresse vorgestellt wurde.

Von Detlef Stoller
Von Detlef Stoller

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