Virenschutz bis Juli 2015 17.01.2014, 14:57 Uhr

Microsoft liefert auch nach Supportende weiter Updates für Windows XP

Microsoft will Nutzern des Betriebssystems Windows XP noch bis Juli 2015 neue Virensignaturen zur Verfügung stellen. Somit sollen sie Zeit für den Umstieg auf einen Nachfolger gewinnen. Doch viele Windows-Nutzer halten an XP fest, weil Windows 8 bislang ein ähnlicher großer Flop ist wie Windows Vista. Und Windows 9 wird 2015 auf einen hart umkämpften Markt treffen. 

Im Kampf gegen Hacker haben XP-Nutzer noch bis Juli 2015 Rückendeckung von Microsoft. Bis dahin sollten sie auf einen Nachfolger umsteigen. Etwa auf Windows 9, das 2015 das gefloppte Windows 8 ablösen soll. 

Im Kampf gegen Hacker haben XP-Nutzer noch bis Juli 2015 Rückendeckung von Microsoft. Bis dahin sollten sie auf einen Nachfolger umsteigen. Etwa auf Windows 9, das 2015 das gefloppte Windows 8 ablösen soll. 

Foto: dpa

Microsoft lässt die Windows-XP-Nutzer auch nach dem Supportende am 8. April nicht völlig im Regen stehen. Um den Abschied vom Oldie zu erleichtern, dichtet der Konzern das Betriebssystem XP noch bis Juli 2015 notdürftig gegen Hackerangriffe ab.

In einer Erklärung von Microsoft heißt es: “Um Organisationen beim Abschluss ihrer Migration zu helfen, wird Microsoft Windows-XP-Nutzern bis 14. Juli 2015 weiterhin Updates für seine Anti-Malware-Signaturen und -Engine bereitstellen. Das hat keine Auswirkungen auf das Supportende von Windows XP oder die Unterstützung von Windows XP durch andere Microsoft-Produkte, die diese Signaturen liefern und anwenden.”

Windows XP bietet zukünftig nicht mehr ausreichend Schutz vor Hackern

Microsoft drängt Kunden dazu, so schnell wie möglich auf eine neuere Windows-Version umzusteigen: “Unsere Forschungen zeigen, dass die Effektivität von Anti-Malware-Lösungen auf nicht mehr unterstützten Betriebssystemen eingeschränkt ist”, schreibt Microsoft. “Ein gut geschütztes System zu betreiben, fängt mit dem Einsatz moderner Software und Hardware an, die darauf ausgelegt ist, Schutz vor der heutigen Bedrohungslandschaft zu bieten.” Microsoft hatte schon Ende Oktober erklärt, dass “Cyberkriminelle auf das Windows-XP-Support-Ende lauern”.

Die Warnung begründete der Softwareriese damals mit einem Beispiel aus der Vergangenheit: Für Windows XP mit Service Pack 2 (SP2) sei die Malwareinfizierung zwei Jahre nach Supportende im Vergleich zu Windows XP mit Service Pack 3 (SP3) um 66 Prozent höher gewesen. Aus einem Bericht des Unternehmens von Ende Oktober 2013 geht außerdem hervor, dass “XP-Rechner sechsmal häufiger als jene mit Windows 8 infiziert wurden, obwohl deren Nutzer mit einer jeweils ähnlichen Rate an Malware in Berührung kamen.”

Windows 8 droht größter Flop seit Vista zu werden

Wer wissen will, warum das 2001 erschienene Windows XP immer noch auf fast 30 Prozent der Windows-Rechner installiert ist, muss zumindest bis ins Jahr 2000 zurückschauen, in dem Microsofts Roadmap Windows 7 als Nachfolger von Windows XP auswies. Aber dann schob der Konzern 2006 doch noch eine Zwischenversion ein. Das war Windows Vista – ein Betriebssystem, das nie wirklich Akzeptanz auf dem Markt fand. An diesem Flop hätte Microsofts CEO Steve Ballmer erkennen müssen, dass man ein ungeliebtes Betriebssystem nicht gegen den Willen der Verbraucher in den Markt pushen kann.

Als dann im Jahr 2009 Windows 7 die Szene betrat, war es sofort ein durchschlagender Erfolg. Es fühlte sich ähnlich an wie Vista, konnte aber die Ressourcen eines PCs viel besser nutzen. Hilfreich war natürlich auch die stürmische Entwicklung der Hardware. Schnelle CPUs, Speicher und Massenspeicher unterstützten den Erfolg. Für drei Jahre war die Welt von Microsoft-Chef Steve Ballmer wieder in Ordnung.

2012 folgte dann der Super-GAU mit dem Betriebssystem Windows 8 – eine über bunte Kacheln zu steuernde, eierlegende Wollmilchsau ohne Startknopf oder andere effektive Kontrollmöglichkeiten. Es sollte alle anderen Microsoft-Betriebssysteme ersetzen und sowohl auf x86- als auch auf ARM-Prozessoren laufen. Da gab es dann also ein Windows 8 für ARM-Prozessoren, unter dem kein bisher genutztes Windows-Programm mehr lief, und ein zweites Windows 8 für x86-Prozessoren – und keines von beiden fand Anklang bei der Kundschaft.

Den Aufschrei der IT-Welt wollte Ballmer nicht hören. Er gab sich beratungsresistent. Und so kam es, wie es kommen musste: Niemand wollte auf Windows 8 umsteigen. Für Microsoft war das Dilemma nun perfekt. Für Ballmer übrigens auch – zurzeit wird verzweifelt nach seinem Nachfolger gesucht.

Windows 9 trifft 2015 auf starke Konkurrenz 

Das Kachel-Betriebssystem Windows 8 war vom Start weg ein Flop, und auch das halbherzig wieder mit einem nahezu funktionslosen Startknopf ausgestattete Update Windows 8.1 kann daran offensichtlich nichts mehr ändern. Deshalb muss die für April nächsten Jahres geplante Windows-Version wieder ein Erfolg wie Windows 7 werden, ansonsten ist das Ende des jahrzehntelang dominierenden Betriebssystems Windows absehbar.

Noch ist Windows 7 das am häufigsten genutzte Desktop-Betriebssystem weltweit. Doch wenn 2015 ein Windows 9 auf den Markt kommt, trifft es auf nicht nur starke, sondern auch kostenlose Konkurrenz von Apples OS X und Googles Android. Viele Kommentatoren sind inzwischen der Meinung, dass Windows 9 nur dann noch eine Chance hat, wenn es umsonst auf den Markt kommt. 

Schwache PC-Verkäufe verstärken Druck auf Microsoft

Zusätzlichen Druck auf Microsoft erzeugen schwächelnde PC-Verkäufe. Statt ihre ausgedienten Desktop-PCs durch neue zu ersetzen, auf denen schon Windows 8 installiert ist, kaufen immer mehr Computernutzer ein Tablet, das nicht mehr mit Windows ausgestattet ist. Auch viele Netbooks und Notebooks sind mit Android statt Windows ausgerüstet. Diese Umsätze fehlen dem Software-Konzern.

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