Die ganze Welt als Leinwand 17.06.2014, 08:25 Uhr

Google konserviert vergängliche Straßenkunst im Projekt Street Art

Street Art, das neueste Projekt von Google, macht Straßenkunst aus der ganzen Welt für jedermann zugänglich. Und konserviert ansonsten eher vergängliche Kunst für die Zukunft. Denn das Internet vergisst nie. 

Straßenkunst ist nicht gleich Graffiti: Hier wurde sie mithilfe eines Mauerreliefs realisiert.

Straßenkunst ist nicht gleich Graffiti: Hier wurde sie mithilfe eines Mauerreliefs realisiert.

Foto: Google

Der Internetkonzern Google hat ein Projekt gestartet, das auf der ganzen Welt Straßenkunst „sammelt“, indem die Werke fotografiert und und anschließend archiviert werden. So können auch Kunstwerke mit ansonsten begrenzter Haltbarkeit wie unerwünschte Graffitis im Netz noch zu spätem Ruhm gelangen. Zu den abgelichteten Objekten zählen auch Fotoportraits und Motive mit politischen Aussagen.

Für seinen globalen Führer durch die Straßenkunst hat Google schon über 5000 Aufnahmen von Wänden, Gebäuden und diversen Oberflächen gesammelt und in seine Kunstsammlung „Cultural Institute“ aufgenommen, wo bislang ausschliesslich Bilder aus Museen zu sehen waren. Unter der jetzt neu ins Repertoire aufgenommenen Street Art befinden sich Werke von internationalen Szene-Größen wie Banksy oder Regg & Violant, aber eben auch von unbekannten Nachwuchstalenten aus der ganzen Welt. Wer sich also auf Straßenkunstreise begeben will, kann dies auf der Street-Art-Internetseite tun. Und sollte ein bisschen Zeit mitbringen. Wer dem Link „Street Art Project“ folgt, bekommt einiges an Ausstellungen zu sehen. 

Aus Deutschland bislang nur acht Aufnahmen

Gestartet wurde das Street-Art-Projekt letzte Woche mit Aufnahmen von haushohen Wänden bis hin zu winzigster Schablonenkunst auf dem Gehweg. Die Werke wurden von den Street View-Kameras oder aber direkt von den Künstlern oder von kulturellen Institutionen aufgenommen und in einer Datenbank gespeichert, die nach Künstler und Ort durchsucht werden kann. So kamen all diese Bilder online, bevor die Originale vielleicht wieder verschwinden.

Tribute to Kijno: Kollektives Graffiti aus dem Jahr 2013.

Tribute to Kijno: Kollektives Graffiti aus dem Jahr 2013.

Foto: Google

Wer allerdings beispielsweise bei einer Bahnfahrt innerhalb Deutschlands schon einmal die vielen Graffitis entlang der Strecke gesehen hat, die alleine dort zu finden sind, könnte sich fragen, warum eine Suche nach Objekten in Deutschland nur acht Ergebnisse bringt. Das dürfte sich aber möglicherweise mit größerer Bekanntheit des Street-Art-Projekts recht schnell ändern.

Googles Weg zur Kunst

Googles Start in die Welt der Kunst begann schon im Jahr 2011, als der Konzern mit Museen bei der Erstellung hochauflösenden Abbildungen und Scans von Bildern, Statuen und anderer Kunst aus ihren Sammlungen zusammenarbeitete.

Aus der Reihe Verlorene Seelen (Lost Souls) stammt dieses Graffiti.

Aus der Reihe Verlorene Seelen (Lost Souls) stammt dieses Graffiti.

Foto: Google

Das mit Hilfe von Experten des Genres geschaffene Street-Art-Projekt enthält gesprayte Wandmalereien mit optischen Täuschungen, politisch aufgeladene Installationen, bonbonfarbene Kunst unter Autobahnbrücken, umhäkelte Autos und mit Stickern zugeklebte Fenster.

Damit präsentiert sich Googles neuestes Kunstprojekt so zeitgemäß, wie es nur sein kann. Es ist für den Suchenden auch eine Fundgrube für kreative Ideen und Anregungen. Zu den Klickzahlen will Google so kurz nach dem Start seines Projektes noch keine Angaben machen.

Von Klaus Ahrens Tags:

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