Breites Frequenzband 17.02.2016, 10:16 Uhr

DLR testet Super-WLAN für die Schifffahrt

Nach dem Vorbild der Drahtlos-Netzwerke in Häusern, Büros und Industrieanlagen sollen künftig auch Schiffe miteinander kommunizieren. Das funktioniert mit erheblich höherer Sendeleistung und einem besonders breiten Frequenzband. Vor Helgoland fanden erste Tests statt.

Für eine Messkampagne des DLR-Instituts für Kommunikation und Navigation waren zwei Schiffe im Einsatz: die "Neuwerk" des Wasser- und Schifffahrtsamts Cuxhaven sowie die "Hermann Marwede" der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Die Wissenschaftler sendeten und empfingen von den Schiffen Signale im Breitbandbereich und untersuchten dabei die Einflüsse unter anderem von Wellen und Schiffskörpern auf die Übertragung. 

Für eine Messkampagne des DLR-Instituts für Kommunikation und Navigation waren zwei Schiffe im Einsatz: die "Neuwerk" des Wasser- und Schifffahrtsamts Cuxhaven sowie die "Hermann Marwede" der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Die Wissenschaftler sendeten und empfingen von den Schiffen Signale im Breitbandbereich und untersuchten dabei die Einflüsse unter anderem von Wellen und Schiffskörpern auf die Übertragung. 

Foto: DLR

WLAN, das Drahtlos-Netzwerk für eine kabellose Verbindung ins Internet, gibt es künftig auch auf hoher See. Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben es jetzt im Seegebiet vor Helgoland getestet. Während das heimische WLAN schon nach 30 bis 50 m schlappmacht, hat die Variante, die auf See genutzt wird, eine weitaus höhere Reichweite. „Wir haben schon 34 Kilometer geschafft“, sagt Ronald Raulefs vom DLR-Institut für Kommunikation und Navigation. Das liegt an der mit 20 W besonders hohen Sendeleistung – WLAN liegt sonst bei einem Watt – und einem besonders breiten Frequenzband von 120 MHz. Die Datenübermittlung liegt im Fünf-Gigahertz-Bereich, in dem auch manche WLAN-Router arbeiten.

Satellitenkommunikation ist zu teuer

Schiffe kommunizieren untereinander noch immer wie vor vielen Jahren. Sprechfunk sowie Licht- und Flaggensignale sind auf hoher See die einzigen Möglichkeiten, miteinander zu kommunizieren. Die Datenmengen, die sich übermitteln lassen, sind äußerst gering. Mehr ist nur über teure Satellitenverbindungen möglich.

Für eine Messkampagne mit zwei Schiffen in der Nordsee hatten die Wisssenschaftler des DLR verschiedene Szenarien entworfen, die zwei Schiffen bei hohem Wellengang vor Helgoland abfahren sollten. Dabei wurde der Übertragungskanal im Breitbandbereich untersucht. 

Für eine Messkampagne mit zwei Schiffen in der Nordsee hatten die Wisssenschaftler des DLR verschiedene Szenarien entworfen, die zwei Schiffen bei hohem Wellengang vor Helgoland abfahren sollten. Dabei wurde der Übertragungskanal im Breitbandbereich untersucht. 

Foto: DLR

Das wollen die DLR-Wissenschaftler ändern. Vor Helgoland haben sie ihr System getestet. Beteiligt waren der Seenotrettungskreuzer „Hermann Marwede“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffsbrüchiger und das Mehrzweckschiff „Neuwerk“ des Wasser- und Schifffahrtsamts Cuxhaven. Bei den Versuchsfahrten ging es darum, den Einfluss von Hindernissen und Wellen auf die Übertragungsgüte zu testen.

Windparks stören die Datenübertragung

Die Fahrtrouten gaben die DLR-Wissenschaftler vor. Mal fuhren die Schiffe in nur 50 m Abstand parallel zueinander oder umfuhren auf unterschiedlichen Routen die vorgelagerte Insel Düne mit prachtvollen Badestränden und einem kleinen Flugplatz. „So konnten wir nicht nur die Streuung und Reflektion der Funkwellen durch die unruhige See vermessen, sondern auch die Abschattung durch die Insel „, so Messkampagnen-Leiter Raulefs. Die Forscher testeten auch eine Verbindung zwischen dem Helgoländer Leuchtturm und der „Hermann Marwede“, die dazu bis zum 25 km nordwestlich von Helgoland gelegenen Windpark fuhr. Dabei ging es darum zu testen, wie sich Reflektionen an den Rotorflügeln auf die Übertragungsqualität auswirken.

Um die Breitbandkommunikation vom Land zum Schiff zu untersuchen, installierten DLR-Wissenschaftler ihre Antennen auf Helgolands Leuchtturm. Als Sender fuhr der Seenotrettungskreuzer

Um die Breitbandkommunikation vom Land zum Schiff zu untersuchen, installierten DLR-Wissenschaftler ihre Antennen auf Helgolands Leuchtturm. Als Sender fuhr der Seenotrettungskreuzer „Hermann Marwede“ auf der Nordsee. 

Foto: DLR

Jetzt wollen die Wissenschaftler die Messergebnisse auswerten, um die Übertragung von großen Datenmengen zwischen 10 und 50 Mbit pro Sekunde störungsfrei zu ermöglichen. Der Bedarf für eine Kommunikation von Schiff zu Schiff mit hohen Datenmengen sei da. In Notfällen könnten Seenotrettungskreuzer bereits auf dem Weg zum Einsatzort erste medizinische Anweisungen über Video geben. Und die Bundespolizei könnte bei Vergehen auf hoher See blitzschnell mit allen Daten über das Sünderschiff und seine Besatzung versorgt werden.

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