Technologie-Ranking 20.12.2017, 10:45 Uhr

Das sind die 10 wichtigsten Technologietrends für 2018

Was die Zukunft bringt, wollen wir alle gerne wissen. Für Unternehmen ist das sogar überlebenswichtig. Deshalb hat das Marktforschungsinstitut Gartner die zehn wichtigsten Technologietrends des kommenden Jahres eruiert. Sie werden unsere Zukunft (mit-)formen.

IBM-Ingenieur Jerry Chow bei der Arbeit an einem Quanten-Computer: Die Datenflut der Zukunft werden nur noch Maschinen mit tiefen neuralen Netzen bewältigen können.

IBM-Ingenieur Jerry Chow bei der Arbeit an einem Quanten-Computer: Die Datenflut der Zukunft werden nur noch Maschinen mit tiefen neuralen Netzen bewältigen können.

Foto: Jon Simon/IBM

Für Unternehmen, die Orientierung suchen in einer unübersichtlichen digitalisierten Welt, hält das amerikanische Marktforschungsinstitut Gartner jedes Jahr die passende Liste bereit. Die Top 10 der wichtigsten strategischen Technologietrends haben laut Gartner das Potenzial, ein Unternehmen und seine langfristigen Pläne erheblich zu beeinflussen. „IT-Leiter müssen diese Technologietrends in ihre Innovationsstrategien einbeziehen oder sie riskieren, den Anschluss an diejenigen zu verlieren, die es tun.“ Dominiert werden die Trends von zwei Metathemen: künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen.

Virtuelle und erweiterte Realitäten

Obwohl die Nachfrage nach virtuellen und erweiterten Realitätslösungen, etwa Brillen, sehen die Analysten von Gartner im Moment kaum nennenwerte Wertschöpfung außerhalb der Spiele- und Filmindustrie. Um das zu ändern, müssten Unternehmen reale Szenarien entwickeln, in denen Mitarbeiter und Kunden von der Einsicht in die virtuelle Realität (VR), bzw. die erweiterte Realität (AR) profitieren. Das könnte etwa ein Trainingsumfeld sein, die Visualisierung von Kundenwünschen wie bei Ikea oder umfangreiche Designprojekte. eine Technologie, die beide Welten verbindet, ist die mixed reality, in der Gartner ebenfalls großes Potenzial für die Wirtschaft sieht.

Sprachassistenten

Schon heute nutzen Millionen Menschen digitale Kommunikationsplattformen, um sich mit Freunden, aber auch mit Unternehmen und Kunden auszutauschen. Diese Plattformen werden sich wandeln und nicht nur den Rahmen für Kommunikation bieten, sondern sich selbst in Gespräche einbringen. So wie heute bereits Alexa, Siri oder Echo, werden künftig immer mehr Maschinen die Kommunikation mit Nutzern übernehmen und auch Aufträge eigenständig abwickeln. Die herausforderung wird sein, Sporachassistenten zu entwickeln, die den Nutzer auch verstehen, wenn er nuschelt oder Umgangssprache spricht und ihm so salopp und flüssig antworten können wie ein echter Mensch. Googles künstliche Intelligenz arbeitet genau daran.

Blockchain

Die Blockchain fasziniert nicht nur die Finanzwelt, sie weckt Sehnsüchte auch in ganz anderen Bereichen. Denn Sie stellt die Abkehr vom zentralistischen Transaktionssystem dar und kann disruptive digitale Geschäftsmodelle in etablierten Unternehmen und Start-ups befördern, so Gartner. Das Unternehmen sieht in der Technologie großes Potenzial etwa für den Gesundheitssektor, die Produktion, Politik und Medien, die Logistik und die Identitätsfeststellung. Die mit der Blockchain verbundenen Produkte werden jedoch noch zwei bis drei Jahre unausgereift sein.

Plattform für künstliche Intelligenz

Selbstlernende und autonome Systeme halten in allen möglichen Bereichen Einzug. Gartner geht davon aus, dass diese Technologie bis ins Jahr 2020 ein großes Aktionsfeld für Technologieein- und verkäufer blieben wird. „Technologien der künstlichen Intelligenz entwickeln sich schnell und Organisationen werden maßgeblich in Kenntnisse, Prozesse und Werkzeuge investieren müssen, um diese Techniken erfolgreich auszuschöpfen“, analysiert Gartner-Vizepräsident David Caerley.
Was einen Entwickler für maschinelles Lernen ausmacht und womit er sich den ganzen Tag beschäftigt, erklärt Damian Borth vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz.

Intelligente Apps und Analyse

Künstliche Intelligenz wird sich überall finden lassen und damit der Mensch da überhaupt noch mitkommt, werden ihm intelligente Apps zur Verfügung stehen. Sie werden die Vermittler zwischen den Welten der Maschinen und der Menschen. Laut Gartner haben sie das Potenzial, jeder Arbeitswelt und jedem Arbeitsplatz ein gänzlich neues Gesicht zu verleihen. „Augmented Analytics ist ein strategisches Wachstumsfeld, das maschinelles Lernen nutzt, um etwa die Datenaufbereitung zu automatisieren und so ein Verständnis bei Geschäftskunden, Mitarbeitern im operationellen Umfeld und Data Scientists herbeizuführen“ so Caerley.
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Intelligente Produkte

Unter intelligenten Dingen versteht das Analystenhaus Produkte, die mit ihrer Umgebung interagieren können. Dazu zählen etwa das Internet der Dinge, Drohnen, autonome Fahrzeuge und Roboter. „Autonome Fahrzeuge agieren derzeit noch in kontrollierten Umgebungen, aber im Jahr 2022 werden wir sie vermutlich schon auf einigen Straßen sehen – wenn auch auf kontrollierten und streng definierten Abschnitten“, prophezeit Caerley. Für die nächsten fünf Jahre vermutet der Analyst jedoch, wird immer einen Fahrer im Auto sein müssen, um das Steuer im Zweifelsfall zu übernehmen. In dieser Zeit werden die Autohersteller die autonomen Systeme weiterentwickeln, die Politik wird gemeinsam mit ihnen an den rechtlichen Rahmenbedingungen arbeiten und alle gemeinsam werden versuchen, die gesellschaftliche Akzeptanz für selbstfahrende Autos zu erhöhen.

Digitaler Zwilling

Der digitale Doppelgänger ist ein digitales Abbild eines echten Gegenstandes. Insbesondere im Internet der Dinge sollen diese digitalen Abbildungen aufzeigen, wie das tatsächliche Produkt oder der tatsächliche Prozess auf Systemveränderungen reagieren würde. Damit ist der Digital Twin eigentlich eine Testumgebung, die reale Schäden durch Umstellungen fernhält. Clearly geht davon aus, dass insbesondere Industrieplaner, Städteplaner und Gesundheitsexperten von dieser Entwicklung profitieren werden.

Dezentrale Datenverarbeitung

Die Cloud, bei der alle Informationen an einem fixen Punkt gesammelt und verarbeitete werden, wird durch eine dezentrale Datenverarbeitung ergänzt. Das löst einige Probleme, die auch in den kommenden Jahren – so bedauerlich das sein mag – nicht gelöst sein werden: Konnektivitätsprobleme, geringe Bandbreiten, lange Wartezeiten. Gartner empfiehlt Unternehmen daher, das so genannte „edge computing“ in ihre IT-Architektur aufzunehmen.

Ereignisgetriebenes Handeln

Wirtschaftsrelevante Ereignisse sollen durch künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge, Cloud-Computing und in-memory Datenmanagement schneller und detallierter beschrieben werden können. Dafür müsste sich die Kultur der Führungskräfte ändern, Planer und Strategen müssten sich diesem eventgetriebenen Charakter in ihrer Arbeitsweise anpassen.

IT-Sicherheit

Dieses Jahr hießen sie WannaCry und NotPetya, sie griffen Unternehmens- und Privatcomputer an und verursachten immense Schäden. Eine IT-Sicherheitsinfrastruktur, die sich ständig neuen Bedrohungsszenarien anpassen kann und dabei transparent bleibt für Entwickler, das wird (wieder) eine der großen technologischen Herausforderung im kommenden Jahr sein. Gartner hat dafür eine eigene Methode entwickelt, die das Unternehmen Carta („continuous adaptive risk and trust assessment“) nennt.

Das waren die Technologietrends für 2016

Zur Orientierung haben wir Ihnen auch noch einmal die zehn wichtigsten Technologietrends für das Jahr 2016 aufgelistet

  • Netz von Apps und Geräten
  • Grenzenloses Nutzererlebnis
  • 3D-Druck
  • Vernetzte Informationen
  • Systeme lernen selbstständig
  • Autonome Assistenten
  • Flexible Reaktion auf Sicherheitslücken
  • IT-Architektur der Sicherheit
  • Flexibler, integrativer Ansatz
  • Plattform für das Internet der Dinge

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