Bitcoin, Ethereum & IOTA 25.03.2019, 09:00 Uhr

Wie weit sind Kryptowährungen in der Industrie?

Der Bitcoin-Absturz im letzten Jahr hat gezeigt, dass auch rein virtuelle und dezentrale Währungen nicht sicher vor einer Krise sind. Nichtsdestotrotz wird an den Grundtechnologien wie Blockchain und Tangle fleißig weitergetüftelt. Welche Krypto-Währung setzt sich in der Industrie durch und wo werden die Technologien schon heute genutzt?

Kryptowährungen wie Bitcoin, Litecoin und Iota liegen als Münzen übereinander

Foto: panthermedia.net/maloha13

Blockchain und Tangle: Wo liegen die Unterschiede?

Zunächst gilt es, zwischen den zwei bekanntesten Technologien in der Kryptowelt zu unterscheiden. Die bereits seit 2008 erfolgreich in der Praxis eingesetzte Blockchain-Technologie hat vor allem als Bitcoin die Aufmerksamkeit einer breiteren Öffentlichkeit bekommen. Auch wenn der Bitcoin seinen Rekordwert im fünfstelligen Bereich bereits im Jahr 2017 hatte, hält er sich trotz Absturz in 2018 noch wacker auf 3.000 bis 3.500 Euro. Außerdem wird die Blockchain-Technologie von zahlreichen anderen virtuellen Währungen übernommen.

Der Bitcoin basiert also auf dem Blockchain-Prinzip: Ein dezentrales System, das mithilfe von Minern und Usern komplexe Algorithmen in Blöcken verschlüsselt und somit Transaktionen ermöglicht – ohne Banken oder anderen Institutionen. Bei der Tangle-Technologie, die jünger und deutlich komplexer ist, werden Transaktionen nicht in Blöcken, sondern in einem theoretisch unendlich großen Netz aufgebaut. Das Tangle-Modell stammt von IOTA – einer in erster Linie gemeinnützigen Organisation von jungen Programmierern – die das so häufig besprochene Internet of Things realisieren wollen. Eine präzisere Ausführung zum Unterschied von Blockchain und Tangle finden Sie im Artikel IOTA: Die neue Währung der Industrie 4.0? aus dem letzten Jahr.

Blockchain wird infrage gestellt, IOTA wartet

Das Problem von Blockchain: Nach Jahren der Entwicklung ist die Idee eines dezentralen Währungssystem zwar noch nicht erloschen, doch mehrere grundlegende Probleme beschäftigen die Köpfe hinter Blockchain-Systemen: Die Blockchain verbraucht viele Ressourcen, ist dadurch träge und die Transaktionen sind mit ( wenngleich geringen) Kosten verbunden. Hinzu kommt das Risiko, dass die Verschlüsselungen in den Blöcken zukünftig von Quantencomputern geknackt werden könnten.

IOTA hat mit seinem Tangle-Modell hingegen die Vorteile eines dezentralen Systems mit der Leistungsfähigkeit des Netzprinzips vereint und hofft nun auf Technologien wie 5G, um auch die nötige Infrastruktur für IoT-Systeme zu haben. Durch die Skalierbarkeit der Tangle-Technologie können viele Transaktionen gleichzeitig stattfinden – das ermöglicht auch kostenlose Mikrotransaktionen, die beispielsweise bei der Maschinenkommunikation in einer Smart Factory  Anwendung finden würden. Auch in puncto Sicherheit geht man zumindest bei IOTA selbst davon aus, dass das Tangle-System sicher vor Quantencomputern ist.

Doch welche Kryptowährung ist im Moment gefragt in der Industrie und wo investieren die großen Unternehmen?

Das Interesse der Industrie gilt Ethereum

Eines der gefragtesten Krypto-Finanzsysteme ist derzeit Ethereum mit der internen Währung Ether. Die auf der Blockchain-Technologie basierende Währung ist nach Bitcoin die Kryptowährung mit der zweitgrößten Marktkapitalisierung. Das liegt nicht zuletzt an den Anfragen verschiedener Unternehmen und der Kooperationen in den letzten Monaten.

So hat zum Beispiel die größte Bank der USA, JP Morgan, mithilfe von Ethereum-Entwicklern eine eigene Blockchain für die interne Abwicklung von Datentransaktionen entwickelt, um sichere Verrechnungen für Geschäftskunden zu realisieren. Die Yale University in den USA bezuschusste die Ethereum Foundation, um eine intelligente Programmiersprache für virtuelle Maschinen zu entwickeln. Dabei soll die Elite-Uni insgesamt 400 Millionen US-Dollar in das Projekt investieren. Auch ein thailändisches Energieunternehmen, die Bangchak Petroleum Public Company Limited, setzt auf Blockchain und testet derzeit eine Energie-Handelsplattform, die auf dieser Technologie basiert. Industrie-4.0-Projekte findet man im Blockchain-Universum dagegen seltener.

IOTA setzt auf Marathon

Auch wenn beide Kryptotechnologien schon im Sinne von Internet of Things und Industrie 4.0 angekündigt wurden, gibt es bei IOTA mehr Kooperationen mit Technik- und Industrieunternehmen. Es scheint also bereits eine gewisse Skepsis in Bezug auf die langfristige Zukunftsfähigkeit von Blockchain zu herrschen.

Während sich der Blockchain-Markt rasant entwickelt, obwohl er technologische Grenzen aufweist, will IOTA auf den Sprint verzichten und stattdessen nur mit ausgewählten Industriepartnern an Innovationen arbeiten. Der aktuell geringe Wert der Währung von IOTA, der sogenannten MIOTA, von deutlich weniger als einem Euro bedeutet unter anderem auch, dass dem Tangle-Modell noch die notwendige Infrastruktur (5G) und Marktreife fehlt, um schneller wachsen zu können. Das IOTA-Protokoll wird laut Dominik Schiener, einer der IOTA-Gründer, derzeit noch weiterentwickelt und auf die Bedürfnisse der Industrie angepasst. Das gesamte Vorhaben ist auf einen langfristigen Erfolg ausgelegt und wird vermutlich vor allem in der IoT-Zukunft eine entscheidende Rolle spielen. Zu diesem Entschluss kommt auch die Welthandelsorganisation (WTO), die IOTA als eine „äußerst fortschrittliche Technologie“ bezeichnet.

Bisherige IOTA-Projekte mit VW & Co.

Dennoch hat das Team von IOTA schon heute erste Prototypen und Tests in Zusammenarbeit mit namhaften Unternehmen entwickelt. So hat IOTA bereits im Herbst 2018 angekündigt, dass 2019 ein sogenannter Digital CarPass von Volkswagen auf den Markt kommt. Dieser soll eine zuverlässige und sichere Fahrzeugdatenerfassung gewährleisten und basiert auf der Tangle-Technologie von IOTA. Auch andere Projekte werden im Rahmen der Kooperation von VW und IOTA erwartet.

In Sachen Internet of Things setzt IOTA auf den Technologiekonzern Bosch. Die IoT-Abteilung Bosch Connectivity arbeitet mit IOTA an der Integration von IoT im Alltag. Mit Bosch XDK, einem programmierbaren Sensorgerät in der Größe einer Kreditkarte, und der Tangle-Technologie sollen unter anderem Anwendungen in der Industrie 4.0 realisiert werden. Beispielsweise könnte dadurch die genaue Nutzungsdauer einer vermieteten Industriemaschine gemessen und anschließend durch IOTA in Rechnung gestellt werden. Wenn die Technologie ausgereift ist, könnten viele interessante Anwendungsbereiche in Smart Cities oder Smart Homes dazukommen.

Kann IOTA die Blockchain verdrängen?

Im Moment arbeitet IOTA vor allem an der Weiterentwicklung seines Protokolls und setzt teilweise Projekte mit Unternehmen wie Bosch, VW, Fujitsu oder Orange S.A. um. Dennoch befindet sich die Technologie noch am Anfang und wird eher in den nächsten Jahrzehnten an Bedeutung gewinnen, wenn die vernetzte Welt zur Realität in Unternehmen und im privaten Bereich wird. Außerdem müssen Infrastrukturnetze wie 5G bereitgestellt werden, um die schnelle Datenkommunikation zu ermöglichen.

Kurzum: IOTA hat das Potenzial, die aktuellen Probleme der Blockchain-Technologie zu lösen, benötigt aber noch Zeit. Die Blockchain-Technologie bleibt daher führend im Bereich der Kryptowährungen – die Frage ist aber: wie lange noch?

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