Automobil 06.05.2011, 19:53 Uhr

Der Chinese – am Auto hängt, zum Auto drängt

Messen in Peking und Schanghai haben andere Ausstellungen in Asien überholt. Die internationale „Auto Shanghai“ macht das mit vielen Weltpremieren deutlich. China ist der weltgrößte Automarkt. Für die deutschen Hersteller ein Grund, einige ihrer Neuheiten erstmals dem autofaszinierten chinesischen Publikum zu präsentieren.

Deutsche Autohersteller sind in China erfolgreich. Sie entwickeln und produzieren für den dortigen Markt auch bereits einen Teil der Fahrzeuge. „China ist für Volkswagen, Audi und Skoda viel mehr als eine verlängerte Werkbank“, so VW-Vorstandschef Martin Winterkorn anlässlich der Autoschau in Schanghai.

Der Markt in China ist für die deutsche Autoindustrie schon heute von herausragender Bedeutung – und nimmt weiter zu. So verwundert es auch nicht, dass Weltneuheiten zunehmend auch dort auf Messen enthüllt werden.

Vor allem die Weltpremieren des Kompakt-SUV Q3 von Audi, das Konzept der künftigen Mercedes A-Klasse und der neue VW Beetle standen vom 21. bis 28. April im Scheinwerferlicht auf der diesjährigen „Auto Shanghai“.

Der Rundgang zeigte, Schanghai unterscheidet sich kaum von den bekannten Automessen in Detroit, Frankfurt oder Paris. Die Stände wirken so imposant wie anderswo. Es herrscht Gedränge – die Neugier der Chinesen ist groß.

Auf dem VW-Stand drücken sich die Chinesen an den Scheiben des neuen Beetle sowie bei Audi an denen der R8-Rennversion und des gerade enthüllten Q3 die Nasen platt. Der Premium-SUV im Kompaktformat ist unterhalb des Audi Q7 und Q5 angesiedelt. Der Erfolg des vor zwei Jahren vorgestellten BMW X1 hat die Ingolstädter nicht ruhen lassen. Jetzt starten auch sie mit dem Q3 in das neue, kompakte Segment.

Der Audi Q3, er wird im spanischen Martorell gebaut – später auch in China, soll im Juni auf den Markt kommen und in Deutschland ab 29 900 € kosten.

Er wird als Fronttriebler und Allradler angeboten. Zwei Benziner und zwei TDI-Diesel stehen zur Auswahl. Alle sind 2,0-l-Vierzylinder-Direkteinspritzer mit Turbo, haben Start-Stopp-System und Bremsenergierückgewinnung. Zuerst komme ein 103-kW-TDI-Motor, die 130-kW-TDI-Version folge etwas später. Im EU-Normzyklus verbrauche der Basis-TDI mit Frontantrieb 5,2 l je 100 km. Die zwei Benziner 2.0 TFSI mit 125 kW und 155 kW gibt es ab Marktstart. Den Kunden stehen Assistenzsysteme und Infotainment wie in den höheren Baureihen optional zur Verfügung.

VW hat bewusst Schanghai für die Premiere des neuen Beetle ausgewählt. Schließlich hat der Ur-Käfer seinerzeit entscheidend zur breiten Motorisierung der Deutschen beigetragen. Der New Beetle krabbelt weiter, näher am Original von 1938 als je zuvor. Denn vor allem die Proportionen stimmen in der zweiten Generation wieder.

Im Vergleich zum direkten Vorgänger von 1998 besitzt der Neue eine längere Motorhaube, eine steilere Frontscheibe und ein flaches Dach. Der Fahrer sitzt wie beim Ur-Käfer etwas weiter hinten.

Die Karosserie streckt sich jetzt um 15 cm auf 4,28 m. Innen und außen wird er breiter (plus 8 cm). Davon profitieren die Insassen, auch wenn die Beinfreiheit im Fond des Zweitürers bescheiden bleibt, sowie der Kofferraum. Unter die bis ins Dach reichende Heckklappe passen 310 l Gepäckvolumen – die Rücksitzlehnen sind umklappbar. Die stärkeren Motorvarianten erhalten einen sehr auffälligen Heckspoiler à la Porsche Turbo.

Freilich befinden sich die Motoren des „Käfer“ längst nicht mehr im Heck. Der Fronttriebler auf Golf-Basis wird mit aufgeladenen Benzin- und Dieselmotoren angeboten. Sparsamer als das neue war noch keines der Krabbeltiere seit den Anfängen, betonen die Wolfsburger: Das Topmodell 2.0 TSI (147 kW) verbraucht 7,3 l Benzin je 100 km, beim 1.4 TSI (118 kW) sind es 5,9 l und damit 3,0 l weniger als beim Vorgänger. Der 1.6 TDI (77 kW) konsumiert im EU-Normzyklus 4,3 l Diesel je 100 km. Der „Beetle der Neuzeit“ soll ab Oktober ausgeliefert und mindestens 17 000 € kosten. Produziert wird er weiterhin in Mexiko.

Mercedes-Benz zog im Reich der Mitte den Schleier von der A-Klasse-Designstudie, „dem Mercedes in der Kompaktklasse“ sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche bei der Enthüllung. Und: „Mercedes ist die am schnellsten wachsende Premiummarke in China. 2015 wird China unser größter Markt sein.“

Die dreitürige Studie der A-Klasse mit Schrägheck ist sportlich flach gehalten, die Front steht steil im Fahrtwind. Sie weicht deutlich vom Vorgänger ab. Das erste von mehreren Derivaten werde ein Fünftürer sein, der im Herbst 2012 starten soll. Ein viertüriges Coupé und ein SUV seien in Vorbereitung. Außerdem komme im Herbst die neue, leicht gewandelte B-Klasse mit Sandwichboden.

Mercedes setzt auf den segmentüblichen Frontantrieb. Für den Kompaktwagen müssen neue Motoren entwickelt werden. Man will ausschließlich turboaufgeladene Vierzylinder einsetzen, darunter ein 2,0-l-Benziner mit 155 kW. Zur A-Klasse soll Renault einen besonders kleinen Einstiegsmotor beisteuern.

Auf Zwei- oder Dreizylinder will Forschungschef Thomas Weber u. a. „wegen der mäßigen Laufkultur verzichten“, wie er in Schanghai erklärte. Vollhybride hält Weber bei sparsamen Kompaktwagen vorerst für entbehrlich Maßnahmen wie Start-Stopp würden den Verbrauch weiter senken. In der künftigen A-Klasse würden die quer eingebauten Otto- und Dieselmotoren optional mit einem automatischen 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe angeboten werden im Topmodell soll es serienmäßig sein.

Bei BMW feierte der 1er als vollelektrisch betriebener Active E seine Asienpremiere. Neben ihm standen der Concept M5, aktuelle Modelle und es gab hinreichend Informationen zu EfficientDynamics sowie Nachhaltigkeit. Denn „nachhaltige Mobilität bedeutet für uns hocheffiziente Verbrennungsmotoren, Hybrid- und Elektroantriebe“, verdeutlichte BMW-Vorstand Entwicklung Klaus Draeger auf der Messe. „Der elektrische Mini E wird zur Zeit von chinesischen Kunden unter Alltagsbedingungen gefahren und der BMW Active E wird ab 2012 auch auf den Straßen Chinas unterwegs sein.“ I. REUSS/WOP

Von I. Reuss/Wolfgang Pester

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