Erfinder auf Hannover Messe 18.03.2014, 09:33 Uhr

WindRail kombiniert Wind und Sonne für private Energieerzeugung

Es soll genug umweltfreundlichen Strom für einen Zwei-Personen-Haushalt produzieren: Das „WindRail“ des Schweizer Erfinders Sven Köhler kombiniert Wind- und Sonnenenergie für die Stromerzeugung.

Das WindRail nutzt neben dem Wind auch die Sonne zur Energieerzeugung und lässt sich deshalb fast überall einsetzen. 

Das WindRail nutzt neben dem Wind auch die Sonne zur Energieerzeugung und lässt sich deshalb fast überall einsetzen. 

Foto: Anerdgy

Das WindRail ist im Grunde ein Kasten mit einer Grundfläche von vier Quadratmetern. Darin verbirgt sich der Generator für die Nutzung der Windenergie. Installiert wird das WindRail am Rand des Daches. Dabei sind die Windturbinen in Form eines Schaufelrades in einen mannshohen Kasten eingelassen, der direkt über der Traufe sitzt, also dem Übergang von der Fassade zum Dach. Hier treibt der Wind, der auf die Fassadenkante trifft, die Turbinen an.

Um sie weiter zu beschleunigen, wird der Druckunterschied zwischen Fassade und Dach genutzt. Die Luft strömt durch diese Sogwirkung 20 Prozent schneller in die Turbine.

Ein Prototyp der Windrail-Anlage wurde inzwischen auf dem Dach eines Getreidesilos in der Schweiz installiert.

Ein Prototyp der Windrail-Anlage wurde inzwischen auf dem Dach eines Getreidesilos in der Schweiz installiert.

Foto: Anerdgy

Die Solarzellen sind auf der Oberseite des Kastens angebracht. Sie sind über der Windturbine aufgespannt und überlappen diese – so ergibt sich eine Photovoltaikfläche von sieben Quadratmetern.

Anlage liefert im Schnitt 1600 Kilowattstunden im Jahr

An 330 Tagen im Jahr, so der Erfinder, soll sein WindRail bestenfalls Strom erzeugen, an 220 Tagen im schlechtesten Fall. Im Durchschnitt soll es 1600 Kilowattstunden jährlich produzieren, errechnete er. Das böte sich zwar für die private Stromerzeugung an, die Nutzung auf einem Eigenheim scheitert in vielen Fällen aber an einer wesentlichen Voraussetzung für die Installation des WindRails: Das Gerät benötigt ein Flachdach.

Der erste WindRail-Prototyp. Seit Mitte Dezember ist er auf einem Gebäude in Marthalen in der Schweiz installiert und wird getestet. 

Der erste WindRail-Prototyp. Seit Mitte Dezember ist er auf einem Gebäude in Marthalen in der Schweiz installiert und wird getestet. 

Foto: Anerdgy

Gut geeignet dagegen wären Lagerhallen und beispielsweise Einkaufszentren. In der Schweiz errechnete die studentische Initiative oikos consulting der Universität St. Gallen das Potenzial. So soll etwa jedes 100. Haus in der Schweiz dafür geeignet sein, mit dem WindRail Strom zu erzeugen, in den windreicheren Ländern Deutschland und England seien es noch mehr.

2015 kommt Standardmodul auf dem Markt

Sven Köhler gründete ein Unternehmen, um das WindRail auf den Markt zu bringen: „Anerdgy“. Oikos errechnete für Anerdgy ein potentielles Marktvolumen von zwei Milliarden Euro in zehn europäischen Ländern. 2015 will Köhler soweit sein. Dann soll ein Standardmodul des WindRails für rund 2000 Euro erhältlich sein. Derzeit bereitet er seinen zweiten Prototypen vor. Köhler wird seine Erfindung auf der Hannover Messe im April vorstellen.

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