Energieversorgung der Zukunft 31.10.2013, 13:00 Uhr

Wind, Sonne und Biomasse reichen aus

Ein Kraftwerkspark, der Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energien herstellt, kann den deutschen Bedarf mit höchster Sicherheit decken. Das zeigte jetzt ein Feldversuch. Allerdings wird es noch Jahrzehnte dauern, ehe dieses Ziel erreicht ist.

Forscher in der Leitwarte des Kombikraftwerks 2. Sie konnten beweisen, dass Erneuerbare Energien nötige Anforderungen zur Regelleistungsbereitstellung erfüllen.

Forscher in der Leitwarte des Kombikraftwerks 2. Sie konnten beweisen, dass Erneuerbare Energien nötige Anforderungen zur Regelleistungsbereitstellung erfüllen.

Foto: Fraunhofer-Institut

Erneuerbare Energien können den gesamten Strombedarf Deutschlands decken. Das ist das Ergebnis eines Feldversuchs mit „Kombikraftwerk 2“,einem 80-Megawatt-Kraftwerk, das aus mehreren Wind-, Solar- und Biogasanlagen besteht. Selbst wenn plötzlich ein großer Verbraucher ein- oder ausgeschaltet wird, macht diese Anlage nicht schlapp. Sie stellt mit Hilfe von Regelenergie blitzschnell das Gleichgewicht zwischen Stromverbrauch- und -erzeugung wieder her. „Unser Test hat nicht nur gezeigt, dass die Erneuerbaren Energien die nötigen Anforderungen zur Regelleistungsbereitstellung erfüllen, sondern dass diese mit einer Anpassungszeit von wenigen Sekunden auch deutlich schneller reagieren als die konventionellen Kraftwerke“, sagt Kaspar Knorr, Leiter von „Kombikraftwerk 2“. Mit diesem Projekt zeigten Forscher des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik in Kassel und seine Industriepartner, dass die Furcht vor Netzausfällen unbegründet ist, wenn der Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen kommt.

Die Beteiligten betonen allerdings, dass bis dahin noch „einige Jahrzehnte“ vergehen dürften. Schon heute funktioniert eine wichtige Voraussetzung für das Erreichen dieses Ziels. Aufgrund von präzisen Wettervorhersagen lassen sich die Strommengen, die Sonne und Wind zu jeder Zeit am folgenden Tag bereitstellen, vorausberechnen. Auf dieser Basis werden Einsatzpläne für Kraftwerke erstellt, die nicht wetterabhängig sind, etwa Biomasseanlagen oder Puffer wie Pumpspeicherkraftwerke oder Großbatterien.

Nötig sind auch Power-to-Gas-Anlagen, die aus Windstrom und dem Kohlendioxid, das in Biomassekraftwerken anfällt, Methan erzeugt. Dieser kann ins Erdgasnetz eingespeist werden.

Immense Investitionen sind nötig

Beim jetzt demonstrierten Zusammenspiel diverser Anlagen, die über ganz Deutschland verstreut sind und etwa fünf Zehntausendstel der in Deutschland installierten Kraftwerksleistung repräsentieren, legten die Forscher reale Wetter- und Produktionsdaten sowie die tatsächlichen, stark schwankenden Stromverbräuche zugrunde.

Dass die Beteiligten damit rechnen, dass es noch lange dauert, bis es eine sichere hundertprozentige Stromversorgung gibt, liegt an den immensen Investitionen, die nötig sind, um Durststrecken zu überwinden. Power-to-Gas ist bisher nur in relativ kleinen Demonstrationsanlagen realisiert, Batteriespeicher sind zu teuer und neue Pumpspeicherwerke lassen sich in Deutschland kaum noch realisieren. Gerade hat Trianel den Plan, einen solchen Puffer unter Einbeziehung der Rurtalsperre Schwammenauel in der Nähe von Aachen zu bauen, wegen des örtlichen Widerstands aufgegeben.

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Kempkens

    Wolfgang Kempkens studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitete bei einer Tageszeitung und einem Magazin, ehe er sich als freier Journalist etablierte. Er beschäftigt sich vor allem mit Umwelt-, Energie- und Technikthemen.

Top Stellenangebote

Fachhochschule Dortmund-Firmenlogo
Fachhochschule Dortmund Professor*in (w/m/d) Dortmund
Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY-Firmenlogo
Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY Verwaltungsangestellte (w/m/d) Key Account Management für Infrastrukturangelegenheiten Hamburg
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben-Firmenlogo
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Betriebsmanagerin / Betriebsmanager (w/m/d) (Elektroingenieurin/Elektroingenieur) Braunschweig
Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY-Firmenlogo
Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY Verwaltungsangestellte (w/m/d) Key Account Management für Infrastrukturangelegenheiten Hamburg
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung-Firmenlogo
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung Versorgungsingenieure/-innen (w/m/d) als Projektsachbearbeiter/-innen Bonn
Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt-Firmenlogo
Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt Professorin/Professor (m/w/d) Professur für Automatisierungstechnik - Regelungs- und Messtechnik Schweinfurt
Fachhochschule Bielefeld-Firmenlogo
Fachhochschule Bielefeld W2-Professurvertretung für das Lehrgebiet Ingenieurinformatik Bielefeld
Universität Siegen-Firmenlogo
Universität Siegen Juniorprofessur (W1 LBesG NRW) für Energieverfahrenstechnik (mit Tenure Track auf eine unbefristete W2-Universitätsprofessur) Siegen
Vermögen und Bau Baden-Württemberg-Firmenlogo
Vermögen und Bau Baden-Württemberg Diplom-Ingenieur (FH/DH) / Bachelor (w/m/d) der Fachrichtung Elektrotechnik (Stark- und Schwachstromtechnik) / Techniker (w/m/d) Schwäbisch Gmünd
Vermögen und Bau Baden-Württemberg-Firmenlogo
Vermögen und Bau Baden-Württemberg Diplom-Ingenieur (FH/DH) / Bachelor (w/m/d) der Fachrichtungen Elektrotechnik / Versorgungstechnik / Techniker / Meister (w/m/d) mit entsprechender Ausbildung Schwäbisch Gmünd
Zur Jobbörse

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.