Akku mit Vanadium 31.01.2017, 12:40 Uhr

Swatch will Superbatterie für Elektroautos entwickelt haben

Ist das viel heiße Luft oder hat Swatch wirklich einen Akku für Elektroautos gebaut, der 30 % leistungsfähiger ist? Aktuell behauptet Smart-Chef Nick Hayek, das Tochterunternehmen Belenos hätte solch eine Batterie entwickelt, mit der ein Tesla 780 km statt 530 km weit fahren kann. Das wäre eine Sensation.

Nick Hayek, Chef der Smart Gruppe, verspricht eine Batterie für Elektroautos, die bei gleichem Gewicht 30 % mehr Leistung bietet. Im März sollen die ersten Testautos mit dem Akku fahren.

Nick Hayek, Chef der Smart Gruppe, verspricht eine Batterie für Elektroautos, die bei gleichem Gewicht 30 % mehr Leistung bietet. Im März sollen die ersten Testautos mit dem Akku fahren.

Foto: Laurent Gillieron/dpa

Über Belenos ist wenig bekannt. Die Webseite des in Itingen im Baseler Umland ansässigen Unternehmens ist sehr knapp und verrät fast nichts über die Technik, die für die ungewöhnliche Akkuleistung verantwortlich sein soll. Bekannt ist immerhin, dass sich Ingenieure der renommierten ETH Zürich an der Entwicklung beteiligt haben.

Im Interview mit der Zeitschrift Bilanz hat Hayek lediglich verraten, dass die Akkus auf Vanadium statt auf Lithium basieren. Das allerdings war auch schon bekannt. Belenos wurde 2008 gegründet, die Forschung wird vom emeritierten ETH-Chemieprofessor Reinhard Nesper vorangetrieben.

Batterien basieren auf Vanadiumpentoxid

Schon vor zehn Jahren hatte das Unternehmen die Idee, nach alternativen Materialien zu forschen, um leistungsfähigere Batterien zu bauen. Während der Forschungen stießen die Chemiker auf Vanadium und haben sich in den vergangenen Jahren ganz auf Batterien basierend auf Vanadiumpentoxid konzentriert. Vanadium ist in großen Mengen verfügbar, nicht so teuer wie Lithium und lässt sich zudem gut recyceln.

Die Swatch-Tochter Belenos hat einen Akku entwickelt, der auf Vanadiumpentoxid basiert. Das blaue Pulver ist vorne im Glasgefäß zu sehen.

Die Swatch-Tochter Belenos hat einen Akku entwickelt, der auf Vanadiumpentoxid basiert. Das blaue Pulver ist vorne im Glasgefäß zu sehen.

Foto: Belenos

Inzwischen ist die Technik so ausgereift, dass das Unternehmen in Itingen eine Fertigung aufgebaut hat und im März mit den ersten Praxistests beginnen wird. Wie Hayek in Bilanz verrät, sollen die ersten Elektroautos in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Autobauer Geely, zu dem auch Volvo gehört, in China fahren, angeblich „von der Wüste bis in den Himalaja“, so Hayek.

30 % mehr Leistung bei gleichem Gewicht

Die Leistung der Batterie soll im Vergleich zu Lithium-Ionen-Batterien um 30 % höher sein bei gleichem Gewicht. Gleichzeitig soll die Lebensdauer der Belenos-Batterie doppelt so hoch sein. Die Ladezeiten sollen sich halbieren. Das alles würde die Batterie wirklich zu einem Superakku machen – wenn denn alles stimmt.

Sollte sich die Batterietechnik im Modellversuch in China bewähren, will Swatch gemeinsam mit Geely ein Gemeinschaftsunternehmen zum Bau der Batterien in China gründen. Die Akkus für den europäischen Markt will Smart in seinem Werk im schweizerischen Boncourt produzieren.

Kosten für Autobatterie sollen auf 6000 Franken sinken

Durch Skaleneffekte will Hayek die Kosten für eine Autobatterie von zurzeit 13.500 auf 6.000 Franken senken. Der Unternehmer rechnet damit, dass 2020 bereits 17 Millionen Elektroautos verkauft werden. Davon sollen 2,5 Millionen mit der Belenos-Batterie fahren. Macht in Hayeks Rechnung einen Umsatz von 10 bis 15 Milliarden Dollar.

Zusammen mit dem chinesischen Autohersteller Geely will Swatch die Akkus in China erproben.

Zusammen mit dem chinesischen Autohersteller Geely will Swatch die Akkus in China erproben.

Foto: Belenos

Allerdings hat Hayek einen ernst zu nehmenden Gegner in Elon Musk. Der baut in den USA nicht nur die größte Batteriefabrik der Welt, sondern hat auch eine Akkufertigung für Europa angekündigt. 

Zudem gibt es inzwischen auch andere Akkukonzepte, die sehr viel versprechend sind. Insbesondere die Redox-Flow-Batterien sorgen für Spannung, weil auch sie enorme Leistungssteigerungen versprechen. Entsprechende Entwicklungen gibt es bereits in Jena und in Frankreich.

George Clooney hat sich bei Belenos eingekauft

Dennoch glauben auch Investoren an Hayeks Batterietechnik. Neben der Hayek-Familie selbst, die 51 % hält, sind Prominente wie der frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und der Schauspieler George Clooney bei Belenos eingestiegen, ebenso wie die ETH Zürich und die Anlagetochter der Deutschen Bank.

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