Mega-Windpark Thor 09.04.2026, 13:30 Uhr

RWE installiert erste Offshore-Anlagen mit grünem Stahl und recycelbaren Rotorblättern

RWE hat im Gigawatt-Windpark Thor die weltweit erste Offshore-Windkraftanlage mit einem Turm aus grünem Stahl und recycelbaren Rotorblättern installiert.

Errichterschiff auf offener See mit fast fertig errichteter Windkraftanlage in der Dämmerung.

Installation der ersten Siemens-Gamesa-Windturbine im RWE-Windpark Thor in Dänemark. Für Thor wird erstmals Siemens Gamesas GreenTower-Anlagenkonzept genutzt. Der Stahl, der dabei in den Türmen verbaut ist, kommt mit weniger CO2-Emissionen aus als herkömmlicher Stahl.

Foto: RWE / photographer: Niklas Marc Heinecke

Thor heißt der größte Windpark Dänemarks, gebaut vom Essener Energiekonzern RWE. Thor soll mit 1,1 GW Leistung auch ein grüner Windpark sein, der ab 2027 grünen Strom aus einem grünen Kraftwerk liefert. Daher besteht die Stahlkonstruktuktion der Masten aus Stahl, der mit weniger CO2-Emissionen hergstellt wird als üblich. Hinzu kommen recycelbare Rotorblätter. Die erste dieser Windkraftanlagen vom Typ „Siemens Gamesa GreenerTowers“ ist laut RWE jetzt installiert worden.

Grüne Windkraft dank neuer Produktionsverfahren und Materialien

RWE nennt die Installtation der ersten Windkraftanlage im dänischen Windpark Thor einen „wegweisenden Schritt zur weiteren Verbesserung der Nachhaltigkeitsbilanz der Offshore-Windenergie“. Denn von den insgesamt 72 Windkraftanlagen (je 15 MW Nennleistung) wird die Hälfte mit Stahltürmen ausgestattet sein. Diese verursachen einen geringeren CO₂-Fußabdruck bei der Herstellung als Türme aus herkömmlich produziertem Stahl. 100 % grüner Stahl ist das noch nicht. Aber das vom Hersteller Siemens Gamesa „GreenTower“ genannte Konzept reduziert nach Unternehmensangaben die Gesamtemissionen der Turbinen um rund 20 %.

Hinzu kommen 40 Anlagen mit insgesamt 120 recycelbare Rotorblätter (drei je Anlage). „Bei dieser Weltneuheit geht es darum, Kreislaufwirtschaft vom Versprechen in die Praxis umzusetzen“, sagt Marc Becker, Senior Vice President beim Hersteller Siemens Gamesa Offshore. Die RecyclableBlade genannten Rotorblätter sollen die Rückgewinnung und das Recycling von Verbundwerkstoffen ermöglichen. Siemens Gamesa beweise damit und mit dem GreenerTower-Konzept, „dass Nachhaltigkeit in der Offshore-Windenergie in großem Maßstab umgesetzt werden kann – mit Sicherheit, Qualität und Zuverlässigkeit“. Dank eines neuartigen Harzes lassen sich die Verbundwerkstoffe später wieder trennen und somit wiederverwenden.

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Grüner Stahl für grünen Strom made in Germany

Für die 36 GreenTower-Türme von Siemens Gamesa im dänischen Offshore-Park sind 25.000 t Stahl nötig. Die kommen von zwei Tochterfirmen der Salzgitter AG, der Ilsenburger Grobblech GmbH und der Mannesmann Grobblech GmbH (MGB). Der CO2-Ausstoß beträgt weniger als 700 kg/t Stahl. Für die Herstellung der Grobbleche werden rund 30.000 t Vormaterial benötigt.

Ein Teil dieser Brammen kommt ebenfalls aus dem Salzgitter-Konzern, von der Peiner Träger GmbH (PTG). Die nutzt schrottbasierten Elektrostahl und erneuerbare Energien, um den CO2-Ausstoß zu senken. Die restlichen Brammen liefert die Handelsgesellschaft Salzgitter Mannesmann International aus europäischen Quellen mit ähnlich niedrigen CO2-Emissionen, heißt es.

RWE ist nach eigenen Angaben das „weltweit das erste Unternehmen, das den GreenerTower von Siemens Gamesa einsetzt“. Laut Sven Utermöhlen, Vorstandsvorsitzender von RWE Offshore Wind, macht man „einen bedeutenden Schritt in Richtung einer vollständig kreislaufwirtschaftlichen Offshore-Windenergie“. RWE ist für den Bau und den Betrieb während der gesamten Lebensdauer von Thor verantwortlich. Dauerhaft werden vor Ort 50 bis 60 Arbeitsplätzen für Betrieb und Wartung von Thor geschaffen.

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Ein Beitrag von:

  • Stephan W. Eder

    Stephan W. Eder ist Technik- und Wissenschaftsjournalist mit den Schwerpunkten Energie, Klima und Quantentechnologien. Grundlage hierfür ist sein Studium als Physiker und eine anschließende Fortbildung zum Umweltjournalisten.

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