Erneuerbare Energien 16.07.2019, 16:00 Uhr

Abu Dhabi startet weltweit größtes Solarprojekt an einem Standort

Bislang sah es mit der Kohlendioxid-Bilanz der Vereinigten Arabischen Emirate eher düster aus. Mit einem neuen Solarprojekt zeigen Ingenieure, welche Lösungen vor Ort Sinn machen könnten.

Solarpanel

Sonnenreiche Länder setzen immer stärker auf Solarenergie.

Foto: panthermedia.net/andreiorlov

Mit einer Kohlendioxid-Emission von 177 Millionen Tonnen (2015) rangierten die Vereinigten Arabischen Emirate auf Platz 30 der Weltbank-Liste. Nur wenige Nationen, etwa China (10,3 Milliarden Tonnen), die USA (5,4 Milliarden Tonnen), Indien (2,3 Milliarden Tonnen) oder Russland (1,6 Milliarden Tonnen) hatten noch schlechtere Werte vorzuweisen. Außerdem fördern die Vereinigten Arabischen Emirate 5,5 % des Erdöls: zwei ungünstige Image-Faktoren angesichts der weltweiten Klimawandel-Debatte.

Auch im Wüstenstaat haben sich die Zeiten geändert. An Öl mangelt es nicht. Trotzdem entwickeln Ingenieure nachhaltige Alternativen zur Energiegewinnung. So ist das Noor-Abu-Dhabi-Projekt, laut Betreiberangaben die größte Solaranlage an einem Standort, entstanden. Sie soll bis zu 1,18 Gigawatt an Spitzenleistung bereitstellen.

„Meilenstein in der Energiestrategie“

Noor Abu Dhabi ist ein Gemeinschaftsprojekt der Emirates Water and Electricity Company (EWEC), der japanischen Marubeni Corporation und des in Shanghai ansässigen Solarherstellers JinkoSolar. Nach Angaben von EWEC soll die Kapazität ihrer Anlage ausreichen, um 90.000 Menschen mit Strom zu versorgen. Damit verringert sich der Kohlendioxid-Ausstoß um eine Million Tonnen pro Jahr, was 200.000 Autos entspricht. Als Strompreis werden 2,42 US-Cent (umgerechnet 2,15 Euro-Cent) pro Kilowattstunde genannt.

„Der Abschluss des Projekts markiert einen bedeutenden Meilenstein in der Energiestrategie der Vereinigten Arabischen Emirate für 2050, die im Jahr 2017 eingeleitet wurde, um den Beitrag sauberer Energien zum Gesamtenergiemix bis 2050 von 25 % auf 50 % zu steigern und gleichzeitig den CO2-Fußabdruck der Stromerzeugung um 70 % zu verringern“, erklärt Mohammad Hassan Al Suwaidi. Er ist CEO bei EWEC. Dies stehe im Einklang mit der Strategie, nachhaltige Energiequellen stärker zu erschließen. Weitere Projekte sollen in den nächsten Jahren folgen.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
HOCHBAHN U5 Projekt GmbH-Firmenlogo
Projektleiter U5-Betriebsführungssystem - vollautomatisches U-Bahn-System (w/m/d) HOCHBAHN U5 Projekt GmbH
Hamburg Zum Job 
ERGO Group AG-Firmenlogo
Objektmanager Bautechnik (m/w/d) ERGO Group AG
Klinikum Leverkusen Service GmbH-Firmenlogo
Projektmanager (m/w/d) Bau & Technik Klinikum Leverkusen Service GmbH
Leverkusen Zum Job 
Leviat GmbH-Firmenlogo
Diplom-Ingenieur (TH/FH) (m/w/d), Master/Bachelor (m/w/d), Dr.-Ing. (m/w/d) im Bereich «Bewehrungssysteme / Verankerungssysteme« Konstruktiver Ingenieurbau / Massivbau Leviat GmbH
Langenfeld (Rheinland) Zum Job 
SODECIA Safety & Mobility Attendorn GmbH-Firmenlogo
Leitender Produktentwicklungsingenieur - Extrusion, Motoren & Sonstiges / Chief Product Engineer - Extrusion, Engines & Others (m/f/d) SODECIA Safety & Mobility Attendorn GmbH
Attendorn Zum Job 
Beckhoff Automation GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) Vertrieb Automatisierungstechnik im Gebiet München Beckhoff Automation GmbH & Co. KG
München Zum Job 
HAMBURG WASSER-Firmenlogo
Projektingenieur Planung Tiefbau / Infrastruktur (m/w/d) HAMBURG WASSER
Hamburg Zum Job 
Hochschule für angewandte Wissenschaften München-Firmenlogo
Professur für Medizintechnik (W2) Hochschule für angewandte Wissenschaften München
München Zum Job 
High-Tech Park Sachsen-Anhalt GmbH-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) Bauingenieurwesen / Bauliche Projektentwicklung / Straßenbau / Infrastruktur / Stadt- und Regionalplanung / Verkehrswesen High-Tech Park Sachsen-Anhalt GmbH
Magdeburg Zum Job 
BERICAP GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Automation & Process Innovation Engineer (m/w/d) BERICAP GmbH & Co. KG
Budenheim Zum Job 
Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein-Firmenlogo
Bauingenieurin / Bauingenieur (w/m/d) für den konstruktiven Ingenieurbau Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein
Rendsburg, Lübeck, Kiel, Itzehoe, Flensburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung (w/m/d) Konstruktiver Ingenieurbau, Lärmschutzbauwerke Die Autobahn GmbH des Bundes
Nürnberg Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Ingenieur/ Vertriebsingenieur (m/w/d) für den Bereich Key Account Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
GW Batterien GmbH-Firmenlogo
Anwendungstechniker (m/w/d) GW Batterien GmbH
Zwickau Zum Job 
Landeshauptstadt Hannover-Firmenlogo
Ingenieur*in - Versorgungstechnik oder Energie- und Gebäudetechnik Landeshauptstadt Hannover
Hannover Zum Job 
Venjakob Maschinenbau GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektmanager IT-Architektur & Datenvisualisierung (m|w|d) Venjakob Maschinenbau GmbH & Co. KG
Rheda-Wiedenbrück Zum Job 
Max Bögl Stiftung & Co. KG-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) TGA Mechanik -Systembau Max Bögl Stiftung & Co. KG
Liebenau bei Nienburg / Weser Zum Job 
Mainova AG-Firmenlogo
Ingenieur als Technische Führungskraft für Gas- und Wasser-Netzbetriebe gem. DVGW Regelwerk (m/w/d) Mainova AG
Frankfurt am Main Zum Job 
Tremonia Mobility GmbH-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker - Fahrzeugelektronik (m/w/d) Tremonia Mobility GmbH
Dortmund Zum Job 
naturenergie netze GmbH-Firmenlogo
Ingenieur als Teamleiter Netzleitstelle (m/w/d) naturenergie netze GmbH
Rheinfelden (Baden), Donaueschingen Zum Job 

Rivalität als Treiber des Fortschritts

Den Betreibern geht es nicht nur um moderne Technologien und um Nachhaltigkeit. Auch die Konkurrenz spielt eine Rolle: Abu Dhabi und Dubai versuchen schon länger, sich bei Projekten aus dem Bereich der Solarenergie gegenseitig zu übertreffen.

Indien und China haben größere Solarparks, die allerdings modular aufgebaut sind. Und seit 2012 sorgte der Mohammed bin Rashid Al Maktoum-Solarpark südlich der Stadt Dubai für Aufsehen. Im Rahmen mehrerer Ausbaustufen wird seine Leistung schrittweise erweitert. Bis 2020 soll die Anlage ein Gigawatt und bis 2030 sogar fünf Gigawatt bereitstellen. Ingenieure setzen dabei nicht nur auf Photovoltaik. Sie planen auch Module mit konzentrierender Solarthermie (Concentrated Solar Power, CSP): Linsen oder Spiegel erwärmen Wasser. Und Strom entsteht über Dampfturbinen.

Trotz dieser Projekte geht ein entscheidender Punkt jetzt an Abu Dhabi, was auch an den technischen Definitionen liegt. Die Planer haben gezeigt, dass der Betrieb einer Anlage mit hoher Leistung als Single-Site-Projekt möglich ist. Dahinter steckt nicht nur politisches Kalkül, um einen Titel als „Weltmeister“ zu tragen. 3,2 Millionen Sonnenkollektoren an einem einzigen Standort zu steuern und geeignete Infrastrukturen bereitzustellen – das ist auch technisch eine Meisterleistung.

Viel Platz und viel Sonne begünstigen Projekte 

Betreiber wie EWEC haben bei der Konzeption großer Anlagen zwei Trümpfe im Ärmel: Ihnen steht einerseits Wüstenfläche nahezu unbegrenzt zur Verfügung, andererseits sind die Preise für Grundstücke abseits von Metropolen sehr gering. Hinzu kommt, dass dank der hohen Sonnenenergie, pro Monat ist mit sieben (Januar) bis zwölf Sonnenstunden (Juni, Juli) zu rechnen, man sich über große Ausbeuten freuen kann. Das wurde auch Zeit, denn Anfang 2019 kamen die Vereinigten Arabischen Emirate auf magere 594 Megawatt an Gesamt-Solarleistung. In Saudi-Arabien waren es nur 139 Megawatt.

Zum Vergleich: Der größte deutsche Solarpark steht in Brandenburg und liefert 145 Megawatt. Ein weiteres Projekt einer Kapazität von 175 MW ist in Planung. Insgesamt erreicht Deutschland beim Solarstrom eine Leistung von 45,9 Gigawatt. Und das bei lediglich 1,6 (Januar) bis 7,1 (Juni, Juli) Sonnenstunden pro Tag.

Mehr zum Thema Solarenergie

Ein Beitrag von:

  • Michael van den Heuvel

    Michael van den Heuvel hat Chemie studiert. Unter anderem arbeitet er für Medscape, DocCheck, für die Universität München und für pharmazeutische Fachmagazine. Seit 2017 ist er selbstständiger Journalist und Gesellschafter von Content Qualitäten. Seine Themen: Chemie/physikalische Chemie, Energie, Umwelt, KI, Medizin/Medizintechnik.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.