260 km/h schnell 14.06.2017, 13:20 Uhr

Elektrischer Supersportler von Fisker mit 640 km Reichweite

Der dänische Unternehmer Henrik Fisker will es Tesla zeigen: Er hat einen elektrischen Sportwagen vorgestellt, der 260 km/h schnell ist und dank Superkondensatoren als Energiespeicher 640 km weit fahren kann. Und das Nachladen soll auch unglaublich schnell gehen: Strom für 160 km in nur neun Minuten.

Das jüngste Bild des Elektrosportlers EMotion von Fisker mit Flügeltüren. Das Auto soll in zwei Jahren in Serie gehen.

Foto: Fisker

Die elegante Front des EMotion von Fisker.

Foto: Fisker

Der EMotion hat sogenannte Supercaps als Energiespeicher. Die laden nicht nur sehr schnell auf, sondern ermöglichen auch große Reichweiten.

Foto: Fisker

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Foto: Fisker

Foto: Fisker

 

EMotion heißt der Supersportler, den das Schweizer Unternehmen Classic Factory des dänischen Unternehmers Henrik Fisker bauen will. Ab Ende Juni können betuchte Kunden das Auto bestellen, das voraussichtlich 2019 ausgeliefert wird. Die Optik des Sportlers ist ansprechend, die nackten Zahlen des Automobils sind es auch. Das Elektroauto soll eine beeindruckende Spitzengeschwindigkeit von 260 km/h erreichen. Die elektrische Reichweite soll bei 640 km liegen.

Supercaps mit einer Elektrode aus Graphen

Dafür sorgt eine Fisker-eigene Speichertechnik. Fisker setzt anders als seine Konkurrenten auf eine Hybrid-Stromversorgung. Zum einen liefern klassische Lithium-Ionen-Batterien Energie zum Betreiben der Antriebsmotoren, zum anderen setzt Fisker Superkondensatoren ein, die flapsig auch Supercaps genannt werden.

Das Besondere an diesem Kondensatortyp: Eine der beiden Elektroden besteht aus dem oft als Wundermaterial gepriesenen Graphen. Das ist ein nur wenige Lagen dickes Netz aus Kohlenstoffatomen, die bienenwabenförmig angeordnet sind.

Die zweite Elektrode ist eine dünne Metallfolie. Zwischen ihnen befindet sich eine nicht minder dünne Folie aus einem Isolator. Das Sandwich wird wie ein Wrap aufgerollt.

Know-how von Hochschulforschern

Der Superkondensator ist eine Entwicklung des Unternehmens Fisker Nanotech, einem Joint Venture von Fisker Inc. und Nanotech Energy, einer Ausgründung der University of California in Los Angeles. Es konkurriert mit Skeleton, einem estnisch-deutschen Unternehmen, das mit Hilfe von Forschern der australischen Monash University die nach eigener Aussage leistungsfähigsten Supercaps entwickelt hat. Sie werden seit einigen Monaten nahe Dresden in Serie gebaut.

Supercaps haben gegenüber Batterien einen entscheidenden Vorteil: Sie lassen sich minutenschnell aufladen. Das könnte eine Botschaft von Fisker erklären. Es seien nur neun Minuten nötig, um das Speichersystem für eine Fahrstrecke von 160 Kilometern aufzuladen.

Die Superkondensatoren sind danach bis zum „Rand“ gefüllt. Die konventionellen Batterien bekommen auch noch was ab. Die schnelle Lade- und Entladefähigkeit sorgt auch für eine effektivere Speicherung von Bremsenergie. Zudem liefern sie blitzschnell zusätzlichen Strom, wenn es beispielsweise ans Überholen geht.

EMotion soll 115.000 Euro kosten

Mit Zahlen hält Fisker sich allerdings zurück. Weder die Nennleistung der Motoren noch die Kapazität des Speichersystems sind bekannt. Lediglich Höchstgeschwindigkeit und Preis nennt der Däne: 260 km/h schnell soll das Auto sein, der Preis liegt bei umgerechnet 115.000 Euro.

Die Karosserie des edel anmutenden Sportflitzers besteht aus Aluminium und kohlenfaserverstärktem Kunststoff, um das Gesamtgewicht so klein wie möglich zu halten. Das ist entscheidend für die Reichweite.

Die Beleuchtung besteht aus Leuchtdioden, die wenig Strom verbrauchen – auch gut für die Reichweite. Der EMotion hat Flügeltüren wie einst der Sportwagen Mercedes 300SL. Ein Lidar-System (Radaranlage) in der Front soll den Abstand zum vorausfahrenden Auto messen und einen zu geringen Abstand verhindern. Kameras an den Außenspiegeln sorgen für eine Rundumsicht. Später soll der EMotion autonom fahren können.

Zweiter Versuch nach einer Insolvenz

Der Elektrosportwagen ist der zweite Versuch Fiskers, sich im Markt für Elektroautos zu etablieren. Das Vorgängerunternehmen Fisker Automotive bot ab 2011 das Elektroauto Karma an, das sich allerdings so schlecht verkaufte, dass der Däne 2013 sein eigenes Unternehmen verließ. Daraufhin meldete es Insolvenz an.

An spezieller Batterietechnik arbeitet aber nicht nur Fisker. Das Liechtensteiner Unternehmen NanoFlowCell arbeitet an einer Redox-Flow-Batterie, die Reichweiten von über 1.000 Kilometern und Ladezeiten im Minutenbereich ermöglicht.

 

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