Vertikale Gärten 20.05.2024, 09:00 Uhr

Fassadenbegrünung: Welche Vor- und Nachteile? Welche Pflanzen und Systeme?

Lernen Sie in unserem Ratgeber die Vor- und Nachteile der Fassadenbegrünung kennen. Erfahren Sie außerdem alles über die verschiedenen Systeme und die besten Pflanzen für vertikale Gärten.

Fassadenbegrünung

Lernen Sie die Vor- und Nachteile einer Fassadenbegrünung kennen.

Foto: PantherMedia / b_deboer.icloud.com

Grüne Oasen – also eine Fassadenbegrünung wird immer wichtiger. Das gilt vor allem für Städte. Denn nur mit ausreichend Grün kann man dem sich erwärmenden Klima in der Stadt adäquat begegnen. Fachleute gehen davon aus, dass der Klimawandel sich besonders in Städten mit hoher Bevölkerungsdichte zeigt. Umso relevanter sind entsprechende Maßnahmen. Einer dieser Bausteine ist das Stadtgrün. Und zu diesem zählen nicht nur die bekannten Grünflächen wie Grünstreifen neben Fahrbahnen, Parks, Stadtwälder, Friedhöfe, sondern auch zunehmend die Begrünung von Fassaden, auch Vertikale Gärten, Green Walls oder Pflanzenwände genannt.

Begrünte Fassaden sind keine moderne Erfindung. Schaut man in die Geschichte, finden sich durchaus anschauliche Beispiele: unter anderem die Hängenden Gärten der Semiramis (sogar eines der antiken Weltwunder), mit Gras bewachsene Torfhäuser in Island und in Japan kennt man Blauregen, der wie eine Art Tunnel wächst. Aus dem Mittelalter existieren Überlieferungen, dass bei Schlössern, Klöstern und anderen repräsentativen Bauten ebenfalls eine Begrünung existierte.

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In späteren Zeiten gesellten sich zu den Kletterpflanzen auch Spalierobst als Rankpflanzen hinzu. In Deutschland rückt die Fassadenbegrünung vor allem seit den 1980er Jahren wieder in den Fokus, ausgelöst durch die „Ökobewegung“. Aus rein bautechnischer Sicht hatte die Fassadenbegrünung allerdings lange Zeit keinen guten Ruf und wurde deshalb auch kaum unterstützt. Der wesentliche Kritikpunkt bestand in der Schädigung der Fassade. Ihre offensichtlichen Vorteile hingegen rückten dadurch in den Hintergrund. Das ändert sich nun.

Vorteile der Fassadenbegrünung

Eine begrünte Fassade sieht ansprechend aus, sorgt für einen individuellen Charakter eines Hauses und bietet Bewohnerinnen und Bewohnern sowie der Umwelt einen wirklichen Mehrwert. Die Vorteile der Fassadenbegrünung:

  • Sie wertet ein Haus optisch auf.
  • Sie bietet je nach Jahreszeit einen abwechslungsreichen Anblick.
  • Sie verschönert das Wohnumfeld.
  • Sie bietet Schatten und kühlt das Haus ab. Fungiert also als Hitzeschutz für das Haus und seine Bewohner.
  • Sie verbessert das Mikroklima – nicht nur draußen, sondern auch in dem unmittelbar an die Begrünung angrenzenden Raum.
  • Die Pflanzen filtern Feinstaub und übernehmen damit eine wichtige Filterwirkung.
  • Begrünte Fassaden dienen auch als Brut- und Versteckmöglichkeiten für zahlreiche Tierarten. Zudem sind sie eine gute Nahrungsquelle für Vögel und Insekten. Das fördert die Artenvielfalt und schafft Lebensraum.
  • Pflanzen an der Fassade mindern den Lärm aus der Umgebung, weil sie Schall absorbieren.
  • Sie können die Fassade des Hauses vor Witterungseinflüssen schützen, zum Beispiel Starkregen abhalten.
  • Auf begrünten Fassaden ist kein Platz für unerwünschte Verunreinigungen oder Graffitis.
  • Sie kann den Wert Ihrer Immobilie steigern.

Welche Nachteile gibt es bei der Fassadenbegrünung?

Die Kritik aus der Baubranche, dass Pflanzen die Fassade zerstören, ist durchaus berechtigt. Es kommt deshalb auf das System an, das verwendet wird. Die Pflanzen brauchen natürlich eine gewisse Pflege. Der Aufwand ist in der Regel überschaubar. Achten Sie darauf, Fallrohre, Fensterläden oder auch Lüftungsschlitze dauerhaft freizuhalten. Insgesamt müssen Sie meistens einmal im Jahr die Fassadenbegrünung in Form schneiden.

Lassen Sie die Pflanzen nicht zu umfangreich werden, da das unnötige Angriffsflächen für Winde bieten kann. Abgeknickte oder abgestorbene Teile gilt es abzuschneiden. Je nach Art der Pflanzen und Höhe des Wuchses müssen Sie eine Fachfirma für die Pflege beauftragen. Das verursacht Kosten. In besonders hitzereichen Sommern müssen Sie zudem ausreichend wässern.

Wollen Sie Kletterpflanzen, die direkt auf der Fassade wachsen, entfernen, bleiben in der Regel Rückstände und es erfordert häufig eine spezielle Vorgehensweise. Ansonsten kommt es zu Schäden an der Fassade. Deshalb eignen sich außenliegende Wärmedämmschichten, Wände mit offenen Fugen, Wandbereiche mit Lüftungsklappen oder Markisen nicht für die Begrünung. Informieren Sie sich am besten vor der Planung, ob Sie eine Genehmigung für die Fassadenbegrünung benötigen.

In manchen Bundesländern ist sie laut Landesbauordnung zulässig. Für besonders hohe Gebäude oder Denkmäler gelten meist andere Regeln. Hinzu kommt: Rankhilfen, Äste und Stämme der Begrünung können eine zusätzliche Brandlast darstellen. Lassen Sie deshalb bei der Planung auch den Brandschutz nicht außer Acht.

Das Consorcio-Gebäude das erste Gebäude mit grüner ökologischer Fassade in Chile. Foto: PantherMedia / tifonimages

Das Consorcio-Gebäude das erste Gebäude mit grüner ökologischer Fassade in Chile.

Foto: PantherMedia / tifonimages

Welche Systeme gibt es?

Um eine Fassade zu begrünen, gibt es unterschiedliche Systeme. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen bodengebundenen und wandgebundenen Begrünungstechniken. In der bodengebundenen Variante haben Sie die Möglichkeit, die Fassade flächig bewachsen zu lassen oder mithilfe von Rankhilfen diese in gewünschte Bahnen zu lenken.

Es ist auch möglich, eine Mischform aus beiden zu wählen. Die Bewässerung erfolgt meist auf natürlichem Weg. Geeignet ist diese Variante vor allem für bestehende Fassaden, die nachträglich begrünt werden sollen. Voraussetzung: Die Möglichkeit von Pflanzlöchern in der Nähe der Wand.

Bei der wandgebundenen Begrünung gibt es drei Varianten:

  • Lineare Bauweise: Pflanzen werden in Gefäßen in horizontalen Tragekonstruktionen oder in horizontalen Vegetationsflächen angebracht. Dazu braucht es eine tragende Unterkonstruktion, die das Wachstum der Pflanzen und den Lichteinfall nicht behindern.
  • Modulare Systeme oder auch Regalsysteme genannt: bestehen aus einzelnen Elementen und sind deshalb gleichermaßen für kleine und große Flächen geeignet. Wichtig dabei ist eine Feuchteabdichtung und / oder Möglichkeiten für die Durchlüftung zwischen der Gebäudewand und den Modulen. In der Unterkonstruktion müssen Versorgungs- und Ablaufleitungen integriert sein.
  • Flächige Systeme: bestehen häufig aus Textil- oder Metallblechen, in denen sich Pflanztaschen befinden. Als Unterkonstruktion eignen sich Trägerplatten, die witterungsbeständig sein müssen und nicht verrotten dürfen.

Diese Systeme eignen sich besonders für Häuser, die sich noch in der Bauplanung befinden und so vertikale Gärten möglichst frühzeitig einplanen lassen. Wer schnell ein Ergebnis sehen und nicht Jahre warten möchte, bis Kletterpflanzen eine Fassade bedecken, ist mit dem wandgebundenen System ebenfalls glücklicher. Es bietet darüber hinaus mehr Raum für kreative Gestaltungsmöglichkeiten. Für die wandgebundenen Begrünung ist eine Anlage zur Wasser- und Nährstoffversorgung notwendig.

Welche Pflanzen eignen sich?

Die Auswahl der Pflanzen hängt davon ab, für welches System Sie sich entscheiden.

  • Es gibt sogenannte Selbstklimmer, dazu gehören Efeu und Wilder Wein. Sie wachsen selbstständig, benötigen keine Rankhilfe. Für ein gleichmäßiges Bild ist ein regelmäßiger Schnitt notwendig. Wandaufbauten oder Schallschutzmauern eignen sich für diese Pflanzen sehr gut. Wichtig: Die Pflanzen wachsen in Risse und Fugen. Diese sollten deshalb nicht vorhanden sein.
  • Alternativ gibt es Gerüstkletterpflanzen, die unbedingt Rankhilfen benötigen. Man unterteilt sie in Schlinger und Winder, wozu der Blauregen zählt, Ranker wie die Waldrebe und Spreizklimmer wie die Kletterrose.

Wie sieht es mit Klima, Standort und Wachstumsbedingungen aus?

Bevor Sie sich für eine spezielle Pflanze entscheiden, ist es wichtig, den Standort und die dort herrschenden Bedingungen zu kennen. Wie lange und intensiv scheint dort die Sonne? Oder liegt die Fassade eher im Halbschatten oder Schatten? Handelt es sich um eine große oder eher kleine Wand? Bei der bodengebundenen Begrünung sollten Sie sich auch die Beschaffenheit des Bodens anschauen, wenn der vertikale Garten gelingen soll.

Für kleine Wandflächen lieber Pflanzen auswählen, die kein ausgeprägtes Wachstum haben und vielleicht auch eher kleinblättrig sind. Große Wandflächen können gut Pflanzen mit starkem Wachstum vertragen und auch solche mit großen Blättern.

Ein Beitrag von:

  • Nina Draese

    Nina Draese hat unter anderem für die dpa gearbeitet, die Presseabteilung von BMW, für die Autozeitung und den MAV-Verlag. Sie ist selbstständige Journalistin und gehört zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themen: Automobil, Energie, Klima, KI, Technik, Umwelt.

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