Einsatz im Irak 22.09.2016, 07:43 Uhr

US Army erprobt Kampfroboter für den Einsatz

Kampfroboter stehen offenbar kurz davor, reguläre Truppen im Gefecht zu unterstützen. Die US Marines haben im August in den USA einen Kampfroboter getestet. Damit reagiert die US Army darauf, dass auch Russland und selbst die Terrororganisation IS schon Kampfroboter im Irak und in Syrien eingesetzt haben.

Die US Marines haben in den USA den Kampfroboter Maars des britischen Rüstungsunternehmen Qinetiq erprobt. Besonders im Irak und Syrien häufen sich die Berichte über den Einsatz von Kampfrobotern.

Die US Marines haben in den USA den Kampfroboter Maars des britischen Rüstungsunternehmen Qinetiq erprobt. Besonders im Irak und Syrien häufen sich die Berichte über den Einsatz von Kampfrobotern.

Foto: Rhita Daniel/US Army

Ende Dezember tauchten erstmals Berichte auf, dass die russischen Truppen im Irak ihren Kampfroboter Platforma-M im Kampf eingesetzt haben. Die kettengetriebenen Roboter, die wie kleine Panzer aussehen und mit einem Maschinengewehr und Granatwerfern ausgerüstet sind, sollen demnach auf Stellungen von Rebellen vorgerückt sein. Nach der Eröffnung des Feuers sind die russischen Truppen nachgerückt.

Russland soll seinen Kampfroboter Platforma-M bereits im Irak beim Kampf gegen Rebellen eingesetzt haben.

Russland soll seinen Kampfroboter Platforma-M bereits im Irak beim Kampf gegen Rebellen eingesetzt haben.

Quelle: Russisches Verteidigungsministerium

Auch China soll an Kampfrobotern arbeiten, ist aber offenbar technisch noch nicht so weit. Nun berichtet die Bagdad Post, dass auch die irakische Armee im Eigenbau kleine, panzerähnliche Fahrzeuge mit Maschinengewehren ausgerüstet hat. Die Fahrzeuge von der Größe eines Autos lassen sich fernsteuern, so wie auch die russischen Fahrzeuge. Der Irak will die Roboterfahrzeuge offenbar im Kampf gegen die Terrororganisation IS einsetzen.

Auch die irakische Armee soll einen Kampfroboter entwickelt haben. Er ähnelt einem Panzer und ist mit Maschinengewehren bewaffnet.

Auch die irakische Armee soll einen Kampfroboter entwickelt haben. Er ähnelt einem Panzer und ist mit Maschinengewehren bewaffnet.

Quelle: Youtube

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Selbst der terroristische IS, die Free Syrian Army, die lokale Al Qaida-Organisation Jabhat a-Nusra und einzelne libysche Kampfverbände sollen bereits selbst konstruierte Roboter eingesetzt haben. Das beginnt damit, dass Maschinengewehre mit einem Mechanismus versehen werden, der es erlaubt, sie aus der Ferne über eine Drahtverbindung oder per Funk zu bedienen. Montiert wurden sie angeblich auch schon auf ferngesteuerten Spielzeugautos.

Maars-System baut auf bewährter Plattform auf

Durch die Entwicklung in Syrien und im Irak sehen sich offenbar auch die US-Truppen unter Druck. Sie experimentieren auch mit Transport- und Kampfrobotern. Vergangenes Jahr hatte sich erst der Transportroboter AlphaDog von Boston Dynamics in Tests als zu laut herausgestellt. Die Google-Tochter gelobte Besserung und will den Roboter leiser machen.

Laufender Roboter AlphaDog von Boston Dynamics: Der Transport-Muli ist zwar nicht so leicht umzuwerfen, für militärische Einsätze aber viel zu laut.

Laufender Roboter AlphaDog von Boston Dynamics: Der Transport-Muli ist zwar nicht so leicht umzuwerfen, für militärische Einsätze aber viel zu laut.

Quelle: Boston Dynamics

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Jetzt haben die US Marines in den USA den Kampfroboter Maars des britischen Rüstungskonzerns Qinetiq erprobt. Hinter Maars verbirgt sich ein modular aufgebautes robotisches Waffensystem, das auf Ketten fährt und so auch im Gelände einsetzbar ist. Die Basisplattform des Maars gibt es schon eine Weile. Inzwischen löst sie mehr und mehr die herkömmlichen Swords- und Talon-Roboter von Qinetiq ab.

Maars lässt sich mit verschiedenen Waffen bestücken

Die Plattform Maars ist für militärische Einsätze mit einer Vielzahl von Waffen ausgerüstet. Das beginnt mit einem Maschinengewehr vom Typ M240 B zusammen mit 450 Schuss Munition und reicht bis zu einem Granatwerfer einschließlich vier Granaten des Typs M203.

Maars fährt auf Ketten und ist daher trotz eines Gewichts von 167 kg sehr geländegängig. Batterien erlauben einen durchgehenden Betrieb zwischen drei und zwölf Stunden

Maars fährt auf Ketten und ist daher trotz eines Gewichts von 167 kg sehr geländegängig. Batterien erlauben einen durchgehenden Betrieb zwischen drei und zwölf Stunden

Quelle: Julien Rodarte/US Army

Beide Waffen sind auf einem Turm montiert, der sich um 360 Grad ferngesteuert drehen lässt. Bestückt werden kann der Granatwerfer mit unterschiedlichen Granaten. Das fängt an mit Tränengas und reicht über Schrot bis hin zu Sprengladungen.

Maras bis zu zwölf Stunden einsatzfähig

Maars fährt auf Ketten und ist daher trotz eines Gewichts von 167 kg sehr geländegängig. Batterien erlauben einen durchgehenden Betrieb zwischen drei und zwölf Stunden – je nach Intensität des Einsatzes.

Die schnellste Geschwindigkeit im Gelände liegt bei 10 km/h. Vom Ausgangspunkt entfernt sich Maars in der Regel nicht weiter als 1000 m. Der Roboter kann mit einer Sirene auf sich aufmerksam machen und von sich aus auch entfernten leichten Gefechtslärm melden.

Das Maars-System lässt sich vermutlich auch schon für autonome Einsätze aufrüsten.

Das Maars-System lässt sich vermutlich auch schon für autonome Einsätze aufrüsten.

Quelle: Qinetiq

Ein Lautsprechersystem erlaubt es, den Gegner anzusprechen. Sieben Kameras für Tag- und Nachtbetrieb liefern sowohl Maars Informationen, als auch den Soldaten, die den Roboter fernsteuern.

Vermutlich auch für autonome Einsätze ausgestattet

Im Prinzip ist Maars für den militärischen Einsatz unter Aufsicht entwickelt. Die Bediener können dabei auch weit entfernt sein. Doch offenbar arbeiten Ingenieure auch an einer autonomen Version. Der Roboter soll dann ein Gebiet überwachen und selbst aktiv werden, wenn dort feindliche Kämpfer auftauchen. Diese bekämpft der Maars-Roboter dann von sich aus mit den verfügbaren Mitteln. Weder die US Army noch Qinetiq wollten sich gegenüber Ingenieur.de zu diesen Informationen äußern.

 

Ein Beitrag von:

  • Axel Mörer-Funk

    Axel Mörer-Funk ist Gesellschafter der Medienagentur S-Press in Bonn. Nach einem Volontariat beim Bonner Generalanzeiger und dem Besuch der Journalistenschule Hamburg arbeitete er u.a. als freier Journalist für dpa, Bunte und Wirtschaftswoche.

  • Peter Odrich

    Peter Odrich studierte Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Verkehrsbetriebe. Nach 28 Jahren als Wirtschaftsredakteur einer deutschen überregionalen Tageszeitung mit langer Tätigkeit in Ostasien kehrte er ins heimatliche Grossbritannien zurück. Seitdem berichtet er freiberuflich für Zeitungen und Technische Informationsdienste in verschiedenen Ländern. Dabei stehen Verkehrsthemen, Metalle und ostasiatische Themen im Vordergrund.

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