Physische KI für die Robotik 15.01.2026, 16:30 Uhr

Training humanoider Roboter: Was Neura Robotics und Bosch verbindet

Noch sind humanoide Roboter in der Industrie sehr unbeholfen. Das soll sich nun ändern. Bosch und Neura Robotics wollen dazu gemeinsam Daten gewinnen.

Partner für physische KI in der Robotik:  Neura Robotics und die Robert Bosch Robotics GmbH gehen eine strategische Technologie- und Entwicklungspartnerschaft ein. Im Bild Peter Svejkovsky, Leiter Bosch gewerblicher Rechtsschutz, und David Reger, Gründer und CEO von Neura Robotics, bei der Vertragsunterzeichnung. Foto: NEURA Robotics

Partner für physische KI in der Robotik: Neura Robotics und die Robert Bosch Robotics GmbH gehen eine strategische Technologie- und Entwicklungspartnerschaft ein. Im Bild Peter Svejkovsky, Leiter Bosch gewerblicher Rechtsschutz, und David Reger, Gründer und CEO von Neura Robotics, bei der Vertragsunterzeichnung.

Foto: NEURA Robotics

Hersteller humanoider Roboter brauchen Trainingsdaten, damit sie KI-basierte Modelle zur Steuerung der Roboter schnell weiterentwickeln können. Eine strategische Technologie- und Entwicklungspartnerschaft haben zu dem Zweck jetzt der Roboterhersteller Neura Robotics aus Metzingen und die Robert Bosch Robotics GmbH geschlossen.

Gemeinsam wollen beide Unternehmen reale Arbeits-, Bewegungs- und Umgebungsdaten in Bosch-Werken sammeln. Geplant ist dazu der Einsatz von Sensor-Anzügen. Bisher sind solche physischen Trainingsdaten für humanoide Roboter rar. Doch um humanoide Roboter in industriellen Umgebungen schnell, effizient und massentauglich zu machen, werden diese Daten dringend benötigt. Menschliche Bewegungsabläufe aus dem Sport oder aus Videospielen helfen da kaum weiter.

Basis-Software und Bedienschnittstellen für humanoide Roboter

Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen Basis- und Funktionssoftware sowie Bedienschnittstellen entwickeln. Für das junge Unternehmen Neura ist das ein wichtiger Schritt. Denn Bosch unterstützt den Roboterhersteller bei der Industrialisierung. Nach Unternehmensangaben reicht das von der Optimierung der Fertigungsprozesse bis zur Software-Skalierung.

Auch bei Bosch-Gruppe passt das in die Konzernentwicklung. Zuletzt wurde Anfang Januar auf der CES in Las Vegas die Software-Hardware-Symbiose untermauert. Dazu zählten Beispiele aus den Bereichen Kochen, Mobilität und Industrie. Für die Industrie hat Bosch beispielsweise Software und Umfeldsensorik für mobile Roboter im Portfolio. Seit April 2022 ist die Tochter Bosch Rexroth zudem Mehrheitseigner des Roboterherstellers Kassow Robots. Außerdem ist diese Bosch-Tochter für die Entwicklung von „crtlX Automation“ verantwortlich, einem softwarebasierten Ökosystem für die Fabrikautomation.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Lürssen Werft Rendsburg GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Objektingenieur (m/w/d) / Leitender Fertigungsingenieur Lürssen Werft Rendsburg GmbH & Co. KG
Schacht-Audorf Zum Job 
TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Elektrokonstrukteur (m/w/d) TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG
Schwelm Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur / Maschinenbautechniker (m/w/d) Schwerpunkt Maschinen- & Anlagenbau Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Städtische Hochbauprojekte GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH
Landkreis Grafschaft Bentheim-Firmenlogo
Bauingenieur*in der Fachrichtung Straßenbau / Verkehrswesen / Straßenplanung oder vergleichbar Landkreis Grafschaft Bentheim
Nordhorn Zum Job 
Hochschule Kaiserslautern-Firmenlogo
W2-Professur Kommunikation und Moderation (50%) (m/w/d) Hochschule Kaiserslautern
Kaiserslautern Zum Job 
Hochschule Kaiserslautern-Firmenlogo
W2-Professur Technische Mechanik und Systemsimulation (m/w/d) Hochschule Kaiserslautern
Kaiserslautern Zum Job 
Hochschule Kaiserslautern-Firmenlogo
W2-Professur Zellulare Energiesysteme (m/w/d) Hochschule Kaiserslautern
Kaiserslautern Zum Job 
Hochschule Kaiserslautern-Firmenlogo
W2-Professur Integrierte Sensorsysteme (m/w/d) Hochschule Kaiserslautern
Kaiserslautern Zum Job 
Hochschule Kaiserslautern-Firmenlogo
Professur Automatisierungstechnik Hochschule Kaiserslautern
Kaiserslautern Zum Job 
Stadt Neumünster-Firmenlogo
Ingenieur*in in der Fachrichtung Architektur Stadt Neumünster
Neumünster Zum Job 
Stadtreinigung Hamburg-Firmenlogo
Ingenieur (all genders) Hochbau Stadtreinigung Hamburg
Hamburg Zum Job 
Thüringer Landgesellschaft mbH-Firmenlogo
Sachbearbeiter Bereich Wasserwirtschaft (m/w/d) Thüringer Landgesellschaft mbH
Erfurt-Mittelhausen Zum Job 
WipflerPLAN Planungsgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Planungsingenieur (m/w/d) für Siedlungswasserwirtschaft WipflerPLAN Planungsgesellschaft mbH
Donauwörth, München-Ost (Grasbrunn), München-West (Planegg), Pfaffenhofen an der Ilm Zum Job 
TenneT-Firmenlogo
HSE Manager Baustellen & Infrastrukturprojekte (m/w/d) TenneT
Stadtreinigung Hamburg-Firmenlogo
Ingenieur (all genders) Tiefbau Stadtreinigung Hamburg
Hamburg Zum Job 
VDZ Service GmbH-Firmenlogo
Auditor (m/w/d) für die Validierung von Umweltmerkmalen und für die Produktzertifizierung VDZ Service GmbH
Düsseldorf Zum Job 
Thüringer Landgesellschaft mbH-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Thüringer Landgesellschaft mbH
Thüringer Landgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektingenieur Wasserbau (m/w/d) Thüringer Landgesellschaft mbH
Erfurt, Meiningen, Neustadt an der Orla, Sondershausen Zum Job 
Handtmann Reutlingen GmbH-Firmenlogo
Elektrokonstrukteur / Electrical Design Engineer (m/w/d) EPLAN P8 Handtmann Reutlingen GmbH
Reutlingen Zum Job 

Gegenpol zu Plattformen aus China und den USA

Aktuell dominieren im Bereich physischer KI-Lösungen und humanoider Roboter vor allem Unternehmen aus China und den USA.  David Reger, Gründer und CEO von Neura Robotics, will hierzu einen Gegenpol bilden. „Neura will Europa in einem der größten Zukunftsmärkte – der humanoiden Robotik – in die globale Führungsrolle bringen“, sagt er. Die Partnerschaft mit Bosch sei dabei ein starkes Signal.

Reger unterstreicht „Physische Trainingsdaten sind die größte Herausforderung in der Robotik, niemand hat diese Daten. Bei Neura haben wir diese Herausforderung zu unserem Wettbewerbsvorteil gemacht – und nun mit Bosch die Möglichkeit, reale Daten zu erfassen, sie zu strukturieren und zu nutzen.“

Der Roboterspezialist Neura verfolgt dafür mit seinem Robotik-Ökosystem, dem Neuraverse, einen offenen Ansatz: „Jeder humanoide Roboter lernt nicht isoliert, sondern ist Teil eines Netzwerks, in dem Fähigkeiten, Daten und Modelle geteilt werden. Durch Software-Updates und KI verbessert sich die gesamte Flotte permanent“, heißt es vom Unternehmen. In Kombination mit dem Fertigungs-Know-how von Bosch entstehe ein Feedback-Loop, der Innovationen im gesamten Robotik-Ökosystem beschleunigen könne. Eine Verbindung zum Automatisierungsökosystem ctrlX von Bosch Rexroth besteht nach Kenntnisstand von VDI nachrichten aktuell aber noch nicht.

Mit Jens Knut Fabrowsky hat Neura darüber hinaus einen COO mit guten Verbindungen zu Bosch. Er kennt die Industrialisierungskompetenz von Bosch aus seiner langjährigen Tätigkeit dort und verantwortet nun den Aufbau globaler Fertigungsstrukturen bei dem Roboterhersteller.

In Deutschland geht damit das Rennen um die Führungsrolle in der KI-gestützten Robotik in die nächste Runde. Wettbewerber Agile Robots aus Kaufbeuren ist seit Ende 2025 Ankerkunde der „Industrial AI Cloud“ der Deutschen Telekom. Auch hier steht das Training eines KI-Grundmodells  mit echten Produktionsdaten im Fokus.

Ein Beitrag von:

  • Martin Ciupek

    Martin Ciupek ist Ingenieur und Technikjournalist mit den Schwerpunkten Maschinenbau, Robotik und Automatisierungstechnik.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.