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VDMA warnt: Deutschland darf beim Nachwuchs sein Fachkräftepotenzial nicht verschenken

19. August 2026

Ingenieur zeigt einem Auszubildenden den Umgang mit einer Blechstanzmaschine.
Ausbildung und Weiterbildung werden angesichts des Fachkräftemangels immer wichtiger. Unternehmen müssen Nachwuchskräfte frühzeitig gewinnen und auf neue Anforderungen durch Digitalisierung und KI vorbereiten. Foto: Smarterpix/Sorapop
Immer weniger junge Menschen rücken nach, während erfahrene Fachkräfte in Rente gehen. Warum Nachwuchs, Qualifizierung und neue Kompetenzen für Unternehmen entscheidend werden.
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6,6 Millionen Menschen stehen in Deutschland vor dem Renteneintritt. Gleichzeitig gibt es nur knapp vier Millionen 15- bis 19-Jährige. Für Unternehmen wird es damit schwieriger, ausscheidende Beschäftigte zu ersetzen. Nachwuchs zu gewinnen und gezielt zu qualifizieren, wird deshalb wichtiger.

Das gilt auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Denn gut ausgebildete Fachkräfte sind eine Voraussetzung für Innovation, industrielle Wertschöpfung und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.

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„Deutschland braucht Investitionen in Infrastruktur, Innovation und industrielle Wettbewerbsfähigkeit. Doch diese Investitionen werden ihre Wirkung verfehlen, wenn uns die qualifizierten Menschen fehlen. Bildung, Qualifizierung und Fachkräftesicherung müssen deshalb Teil jeder Strategie zur Stärkung des Standorts Deutschland sein. Deutschland darf beim Nachwuchs seine Potenziale nicht verschwenden“, sagt Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VDMA.

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Demografischer Wandel verschärft den Fachkräftemangel

Die Altersstruktur der Bevölkerung stellt Unternehmen vor eine doppelte Herausforderung: In den kommenden Jahren werden viele erfahrene Beschäftigte aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Gleichzeitig sind die nachrückenden Jahrgänge deutlich kleiner.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist zudem etwa jeder zehnte 20- bis 24-Jährige weder in Ausbildung noch im Studium oder erwerbstätig. Aus Sicht des VDMA zeigt das, dass neben der demografischen Entwicklung auch ungenutzte Potenziale eine Rolle spielen. Die Übergänge von der Schule in Ausbildung, Studium und Beruf müssten deshalb besser funktionieren.

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Für Unternehmen wird es damit wichtiger, junge Menschen frühzeitig für technische Berufe zu interessieren und ihnen den Einstieg in Ausbildung und Beruf zu erleichtern. Das gilt insbesondere für Branchen, die schon heute Schwierigkeiten haben, offene Stellen mit qualifizierten Fachkräften zu besetzen.

Der aktuelle Ingenieurarbeitsmarkt zeigt ebenso ein widersprüchliches Bild: Obwohl die Zahl der arbeitslosen Ingenieurinnen und Ingenieure steigt, bleiben fast 97.000 Stellen in Ingenieur- und IT-Berufen unbesetzt.

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Maschinenbau verliert viele erfahrene Beschäftigte

Für Unternehmen wird es zunehmend schwieriger, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen. Gleichzeitig bleiben Ausbildungsplätze unbesetzt. Werden junge Menschen nicht für technische Berufe gewonnen und ausgebildet, fehlen dem Wirtschaftsstandort wichtige Fachkräfte.

Besonders betroffen ist der Maschinen- und Anlagenbau. Rund ein Viertel der Beschäftigten wird in den kommenden Jahren altersbedingt aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Gleichzeitig bleiben in wichtigen technischen Ausbildungsberufen zahlreiche Ausbildungsplätze unbesetzt.

KI verändert die Anforderungen an Ingenieurinnen und Ingenieure

Denn neben dem demografischen Wandel verändert auch die technologische Entwicklung die Arbeitswelt. Digitalisierung und künstliche Intelligenz beeinflussen Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle und damit auch die Aufgaben von Ingenieurinnen und Ingenieuren.

Nachwuchskräfte müssen deshalb nicht nur fachlich gut ausgebildet sein. Sie brauchen auch Kompetenzen für den Umgang mit neuen Technologien. Wie groß der Nachholbedarf ist, zeigt eine aktuelle VDMA-Ingenieurerhebung: 49 % der befragten Unternehmen halten die Vorbereitung von Ingenieurinnen und Ingenieuren auf den Umgang mit KI im Studium für unzureichend.

Die IMPULS-Stiftung des VDMA untersucht deshalb gemeinsam mit Unternehmen und Hochschulen, wie künstliche Intelligenz die Ingenieurausbildung verändern wird und welche Kompetenzen künftig stärker gefragt sind.

„Viele Unternehmen investieren auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten weiter in Ausbildung, Nachwuchsgewinnung und Qualifizierung. Dieses Engagement verdient Anerkennung und verlässliche politische Rahmenbedingungen. Bund und Länder müssen die Modernisierung von Bildung und Qualifizierung konsequent vorantreiben. Denn Investitionen in Nachwuchs sind Investitionen in die Zukunft unseres Industrie- und Technologiestandorts,” erklärt Rauen.

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