Forschungsstandort Deutschland 08.09.2026, 13:00 Uhr

Maschinenbauer forschen immer häufiger im Ausland, besonders China profitiert

Deutsche Maschinenbauer verlagern Forschung zunehmend ins Ausland. Besonders China gewinnt – und setzt den Innovationsstandort Deutschland unter Druck.

Ein Mitarbeiter des Pumpenherstellers KSB arbeitet in der Fertigung am Stammsitz an einer Pumpe. KSB zählt nach eigenen Angaben zu den weltweit führenden Herstellern von Pumpen und Industriearmaturen.

Ein Ingenieur arbeitet an einer Maschine. Der deutsche Maschinenbau investiert weiterhin in Forschung, baut seine Entwicklungsaktivitäten zunehmend aber auch im Ausland aus.

Foto: picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod

Eine aktuelle Umfrage des VDMA zeigt: Forschung und Entwicklung (FuE) im Ausland gewinnen für den deutschen Maschinenbau zunehmend an Bedeutung. Viele Unternehmen wollen ihre Aktivitäten dort in den kommenden Jahren weiter ausbauen. Damit stellt sich die Frage, ob Deutschland als Forschungsstandort langfristig an Bedeutung verlieren könnte.

Große Maschinenbauer forschen längst international

Mehr als 40 % der befragten Unternehmen betreiben bereits Forschung außerhalb Deutschlands. Bei Betrieben mit mehr als 1000 Beschäftigten sind es sogar neun von zehn. Internationale Forschung ist bei großen Maschinenbauern damit längst der Normalfall.

Und ihr Gewicht dürfte weiter zunehmen: 40 % der bereits international forschenden Unternehmen erwarten, dass ihr Auslandsanteil in den kommenden fünf Jahren um etwa zehn Prozentpunkte steigt. Weitere knapp 40 % rechnen mit einem noch stärkeren Zuwachs.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR)-Firmenlogo
Gruppenleiter:in Betriebsorganisation und Infrastruktur (w/m/d) Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR)
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur für die Projektleitung im Konstruktiven Ingenieurbau (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Würzburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur / erfahrener Bautechniker für den Streckenbau (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Würzburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur für die Projektleitung im Streckenbau (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Würzburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur / erfahrener Bautechniker für den Konstruktiven Ingenieurbau (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Würzburg Zum Job 
TenneT TSO GmbH-Firmenlogo
Servicetechniker Automatisierungstechnik (m/w/d) Schleswig-Holstein TenneT TSO GmbH
Raum Schleswig-Holstein Zum Job 
KARL STORZ SE & Co. KG-Firmenlogo
Senior Engineer Materials Science (m/w/d) KARL STORZ SE & Co. KG
Tuttlingen Zum Job 
Nolting Holzfeuerungstechnik GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur für Biomassefeuerungsanlagen (m/w/d) Nolting Holzfeuerungstechnik GmbH
Detmold Zum Job 
Universität zu Köln-Firmenlogo
Bauingenieur*in (w/m/d) für den Bauunterhalt mit dem Schwerpunkt statische Prüfungen Universität zu Köln
BG ETEM-Firmenlogo
Ingenieur/-in (m/w/d) für den Außendienst als Aufsichtsperson BG ETEM
Region Minden Zum Job 
BG ETEM-Firmenlogo
Ingenieur/-in (m/w/d) für den Außendienst als Aufsichtsperson I BG ETEM
Region Norden/Westen Berlin Zum Job 
Hitachi Energy Germany AG-Firmenlogo
Project HSE Specialist (w/m/d) Hitachi Energy Germany AG
Mannheim Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur / Wirtschaftsingenieur (m/w/d) Straßenbau, Schwerpunkt Bauabrechnung Die Autobahn GmbH des Bundes
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur Elektronik (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Rieter Components Germany GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur (m/w/d) Rieter Components Germany GmbH
Hammelburg Zum Job 
ECB Gesellschaft zur Optimierung der Nutzung regenerativer Energien mbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur:in (Tiefbau/Fernwärme) (m/w/d) ECB Gesellschaft zur Optimierung der Nutzung regenerativer Energien mbH & Co. KG
Bad Endorf Zum Job 
TenneT-Firmenlogo
Projektleiter Umspannwerke (m/w/d) TenneT
Bayreuth Zum Job 
TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Elektrokonstrukteur (m/w/d) TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG
Schwelm Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur / Maschinenbautechniker (m/w/d) Schwerpunkt Maschinen- & Anlagenbau Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Städtische Hochbauprojekte GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH

Zu den wichtigen Forschungsstandorten gehören China, Indien und die USA. Vor allem China dürfte nach Einschätzungen des VDMA weiter an Bedeutung gewinnen. Für Deutschland und andere europäische Standorte erwartet der Verband dagegen bestenfalls eine Stagnation.

„Das ist ein klares Alarmsignal für den Industriestandort Deutschland“, sagt Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer. Nach Angaben des Verbands beschäftigt die Branche rund 190.000 Ingenieurinnen und Ingenieure.

Diesbezüglich auch interessant: Nachhaltiger Maschinenbau: Status quo und Ausblick

China wird zum wichtigsten Innovationskonkurrenten

Ein Hauptgrund für die schleichende Verlagerung von Forschung und Entwicklung: 71 % der Befragten sehen ihren innovationsstärksten Wettbewerb inzwischen in China, 65 % in Deutschland. Bis 2024 lag Deutschland bei dieser Einschätzung noch vorne.

„Wenn dieser Trend ungebremst anhält, gefährdet er schon bald den innovativen Kern unserer Industrie“, warnt Rauen. 

Besonders deutlich wird dieser Rückstand bei Zukunftstechnologien: Beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Innovationsprozess bewerten die Befragten sowohl China als auch die USA als deutlich leistungsfähiger und dynamischer als Deutschland. Rauen bringt die Sorge der Branche auf den Punkt: „Auch hier sehen wir, wie stark der Druck aus China mittlerweile ist.“

Doch Forschung und Innovation allein sichern die Wettbewerbsfähigkeit nicht. Ebenso entscheidend ist, ob genügend qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen. Auf Ingenieur.de zeigen wir, wie Deutschland es schafft, beim Nachwuchs sein Fachkräftepotenzial nicht zu verschenken.

Sinkende Umsätze begrenzen den Spielraum

Ein weiterer Grund, warum Unternehmen weniger in Forschung in Deutschland investieren: Kontinuierliche Umsatzrückgänge und Standortkosten. Wenn weniger Geld hereinkommt, während der laufende Betrieb teuer bleibt, schrumpft der finanzielle Spielraum für neue Entwicklungen.

„Eine angespannte Ergebnissituation und strukturelle Standortnachteile begrenzen den finanziellen Spielraum auch für Zukunftsinvestitionen.“ So schätzt Rauen die aktuelle Situation ein.

Grundlagenforschung bleibt häufig am Heimatstandort

Bei aller Internationalisierung gibt es einen wichtigen Unterschied: An den ausländischen Standorten stehen vor allem markt- und produktionsnahe Entwicklungsaufgaben im Mittelpunkt. Grundlagenforschung findet dort dagegen nur selten statt.

Sensibles Wissen halten Unternehmen nach bewusst näher am Heimatstandort. Deutschland bleibt damit für einen wichtigen Teil der Forschung zentral.

VDMA fordert mehr Förderungen

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten steht der Maschinenbau vor der Frage, wie viel er in seine Zukunft investieren kann. Trotz schwacher Konjunktur rechnen 39 % der befragten Unternehmen damit, ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Deutschland 2026 zu erhöhen. Neue Produkte und Verfahren sollen also weiterhin auch am Heimatstandort entwickelt werden.

Ein Ansatzpunkt, um dies weiter zu fördern, ist laut VDMA die Forschungszulage. 48 % der befragten Unternehmen haben sie in den vergangenen drei Jahren genutzt. Damit ist sie laut Verband das meistgenutzte staatliche Förderinstrument für Forschung und Entwicklung im Maschinenbau. Von den Unternehmen mit steigenden Forschungsausgaben nennt jedes vierte Fördermöglichkeiten als einen Grund für die Ausweitung.

Der VDMA fordert einen kräftigen Ausbau solcher Instrumente, um nicht noch mehr FuE ins Ausland zu verlieren. Zugleich kritisiert Rauen die nach Verbandsangaben für den Bundeshaushalt 2027 geplante Kürzung der Industriellen Gemeinschaftsforschung. Diese soll den Transfer zwischen Wissenschaft und Unternehmen unterstützen. Eine Kürzung würde aus seiner Sicht gerade jene Betriebe treffen, die weiterhin stark auf Forschung in Deutschland setzen.

Ein Beitrag von:

  • Tim Stockhausen

    Tim Stockhausen ist Volontär beim VDI Verlag. 2024 schloss er sein Studium der visuellen Technikkommunikation an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ab. Seine journalistischen Interessen gelten insbesondere Künstlicher Intelligenz, Mobilität, Raumfahrt und digitalen Welten.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.