Ganze Bienenstöcke vernichtet 23.06.2016, 12:03 Uhr

Schädlingsbekämpfung: Diese Drohne jagt Asiatische Hornissen

Das französische Unternehmen Drone Volt aus Villepinte hat für Drohnen eine Nutzlast zur Hornissen-Bekämpfung entwickelt. Damit soll die sogenannte Asiatische Hornisse ausgemerzt werden, die in verschiedenen Teilen Europas immer mehr zu einem gefährlichen Ärgernis wird: Sie vernichtet ganze Bienenvölker.

Die "Drone Spray Hornet" basiert auf einer drei Kilogramm schweren Standard-Drohne von Drone Volt. Sie verfügt über eine Kamera zum Auffinden der Hornissen-Nester und kann 800 Gramm schwer mit dem Hornissenspray beladen werden. 

Die "Drone Spray Hornet" basiert auf einer drei Kilogramm schweren Standard-Drohne von Drone Volt. Sie verfügt über eine Kamera zum Auffinden der Hornissen-Nester und kann 800 Gramm schwer mit dem Hornissenspray beladen werden. 

Foto: Drone Volt

Die „Drone Spray Hornet“ basiert auf einer 3 kg schweren Standard-Drohne von Drone Volt und verfügt über eine Nutzlastkapazität von rund 800 g. Eine spezielle Kamera des Typs Go Pro Hero 4 Black Edition HD dient zum Auffinden der kugelartigen Hornissen-Nester, die sich meist auf hohen Bäume oder unter Dächern befinden. Ist das Nest gefunden, so werden bis zu einem Dreiviertel Liter Insektizid aus einer Aerosol-Dose auf das Nest gesprüht.

Je nach der Zahl der mitgeführten Batterien kann die Drohne zwischen 9 und 18 Minuten lang fliegen. Sollte sie nicht rechtzeitig zurückbeordert werden, so verhindert ein Fallschirm die Zerstörung der nicht mehr flugfähigen Drohne. Drone Volt arbeitet gegenwärtig an der Vervollkommnung des Hornissen-Bekämpfungssystems durch ein Automatisierungsprogramm für das Auffinden von Hornissen-Nestern.

Asiatische Hornisse ist überaus gefährlich

Die aus Ostasien stammenden Hornissen dürften vor mehr als zehn Jahren mit Topfpflanzen aus China nach Frankreich gekommen sein. Die Königinnen erreichen eine Körperlänge von etwa 3 Zentimetern, Arbeiterinnen werden etwa 1,7 bis 2,4 Zentimeter lang. Damit ist die Art etwas kleiner als die in Europa weit verbreitete Hornisse und etwas größer als die Mittlere Wespe.  Sie fliegt bis zu 40 km/h schnell.

Ihre Stiche sind für Menschen äußerst schmerzhaft, führen aber nur bei bestimmten Allergien schnell zum Tod. Als besonders gefährlich wird allerdings angesehen, dass die Asiatische Hornisse sich bevorzugt von Bienen ernährt.

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Die Hornissen schlachten die Bienen regelrecht

Dabei greifen die Hornissen einzeln fliegende Bienen direkt an – vor allem in der Nähe von Bienenstöcken, wo sich die Hornissen auf die Lauer legen. Die einzelne Biene wird zunächst geköpft, dann werden die Beine und Flügel abgeschnitten. Der verbleibende Bienenkörper wird dann von den Hornissen zum Füttern des eigenen Nachwuchs ins Nest geflogen.

Eine einzelne Asiatische Hornisse kann bis zu 40 Bienen in der Minute töten. Selbst Bienenstöcke von 30.000 Bienen sind in Frankreich von den Hornissenschwärmen binnen kurzer Zeit geleert worden. Zum Schutz der eigenen Nester haben die Hornissen ein Frühwarnsystem entwickelt. Kommt irgend ein Tier – oder ein Mensch – dem Nest zu nahe, so wird eine einzelne Hornisse ausgesandt, um den Eindringling zu verscheuchen. Nützt das nichts, dann wird dieser von einem Hornissenschwarm angegriffen und vielfach getötet.

In Asien haben Bienen ein eigenes Abwehrsystem entwickelt

Die Bienen in Asien haben inzwischen ein eigenes Abwehrsystem entwickelt: So greift ein Schwarm Bienen eine einzelne Hornisse an und wedelt in unmittelbarer Nähe so schnell und stark mit den Flügeln, dass sich die Hornisse bei Abwehrversuchen überhitzt und dann stirbt. Dieses Selbstschutz-System der Bienen funktioniert in Europa bislang aber noch nicht.

Die Bienenzüchter in zahlreichen europäischen Ländern fürchten ein Übergreifen der Hornissen-Plage aus Frankreich. In Großbritannien hat es Ende Mai bereits eine Tagung der Bienenzüchter zu diesem Thema gegeben. Zugleich sind dort die gesetzlichen Möglichkeiten verbessert worden, damit sich Bekämpfungspezialisten des Landwirtschaftsministeriums auch auf privaten Grundstücken frei bewegen können.

Flow Hive: Automatischer Bienenstock für tierschonende Honigproduktion

Apropos Bienenzüchter: Zwei Australier haben einen Bienenstock entwickelt, der die bislang aufwendige Honigentnahme für Imker schnell und einfach machen soll. Dabei muss der Stock – anders als bislang – keinmal geöffnet werden. Für die Insekten dürfte das weniger Stress bedeuten. Das Geheimnis hinter dem System sind modifizierte künstliche Wabenzellen.

 

Ein Beitrag von:

  • Peter Odrich

    Peter Odrich studierte Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Verkehrsbetriebe. Nach 28 Jahren als Wirtschaftsredakteur einer deutschen überregionalen Tageszeitung mit langer Tätigkeit in Ostasien kehrte er ins heimatliche Grossbritannien zurück. Seitdem berichtet er freiberuflich für Zeitungen und Technische Informationsdienste in verschiedenen Ländern. Dabei stehen Verkehrsthemen, Metalle und ostasiatische Themen im Vordergrund.

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