Robutt nimmt 25.000 Mal Platz 07.11.2017, 13:01 Uhr

Ford testet neue Fahrzeugsitze mit Gesäß-Roboter

Belastungstests für Matratzen, Sofas oder Autositze wurden früher mithilfe von Pneumatik-Zylindern durchgeführt. Ford nutzt dafür einen Roboter, der intern „Robutt“ genannt wird. Und „butt“ bedeutet vornehm ausgedrückt „Gesäß“.

Die Maschine Robutt nimmt 25.000 Mal buchstäblich Platz auf dem Sitz, um in nur drei Wochen das Äquivalent einer zehnjährigen Nutzung zu simulieren.

Die Maschine Robutt nimmt 25.000 Mal buchstäblich Platz auf dem Sitz, um in nur drei Wochen das Äquivalent einer zehnjährigen Nutzung zu simulieren.

Foto: Ford

So ein Autositz hat ja eine Menge auszuhalten. Ein Fahrersitz als Beispiel: In zehn Jahren, bei einer angenommenen Laufleistung des Autos von 150.000 Kilometern und einer realistischen Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km/h wird er 3.000 Stunden belastet – oder 125 Tage rund um die Uhr. Kein Sofa im Wohnzimmer hält das unbeschadet aus.

Schon seit langem prüfen Autohersteller ihre neu entwickelten Sitze in einer simulierten Dauerbelastung. Das geschah früher mithilfe relativ simpler, pneumatisch betriebener Stempel. Deren Nachteil aber war, dass sie nur vertikale oder horizontale Bewegungen ausführen konnten. Der menschliche Fahrer aber sitzt ja nicht einfach still, manche liegen halb, andere hängen beinahe mit dem Kinn auf dem Lenkrad, und die ganz coolen neigen sich lässig zur Seite. Derartige Bedingungen realitätsnah nachempfinden kann nun der Roboter, den die Ford-Mitarbeiter im Kölner Fiesta-Werk „Robutt“ nennen. Der Name passt, schließlich geht es um einen Roboter, dessen Ausleger dem menschlichen Gesäß (engl. butt) sehr ähnlich sieht.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Energieversorgung Leverkusen GmbH & Co.KG-Firmenlogo
Technischer Netzanschlussplaner (m/w/d) Energieversorgung Leverkusen GmbH & Co.KG
Leverkusen Zum Job 
Christoph Schnorpfeil GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) Christoph Schnorpfeil GmbH & Co. KG
Christoph Schnorpfeil GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Kalkulator (m/w/d) Christoph Schnorpfeil GmbH & Co. KG
Energieversorgung Leverkusen GmbH & Co.KG-Firmenlogo
Ingenieur Versorgungstechnik/Energietechnik (m/w/d) Energieversorgung Leverkusen GmbH & Co.KG
Leverkusen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur Straßenbau und Infrastruktur (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Kempten Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Projektleiter Bau und Erhaltung Straßenbau (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Kempten Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieur Elektrotechnik für Informationstechnik und -sicherheit (m/w/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
München Zum Job 
Christoph Schnorpfeil GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauabrechner (m/w/d) Christoph Schnorpfeil GmbH & Co. KG
Ziehm Imaging GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur (m/w/d) Hardware mit Schwerpunkt Schaltungstechnik Ziehm Imaging GmbH
Nürnberg Zum Job 
ALTUS-Bau GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur / Architekt als Bauleiter / Projektleiter (m/w/d) im Raum Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachen ALTUS-Bau GmbH
Lübeck Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
München Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur Straßenplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Kempten Zum Job 
Stadtwerke München GmbH-Firmenlogo
Strategische*r Einkäufer*in Anlagenbau (m/w/d) Stadtwerke München GmbH
München Zum Job 
Keysight Technologies Deutschland GmbH-Firmenlogo
Senior Process and Development Engineer for High Frequency Solutions (m/f/x) Keysight Technologies Deutschland GmbH
Böblingen Zum Job 
Iventa Austria Personalwerbung GmbH-Firmenlogo
Wind and Site Engineer (m/f/d) Iventa Austria Personalwerbung GmbH
Hamburg Zum Job 
SWM Services GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur*in für Prozess- und Automatisierungstechnik MSR (m/w/d) SWM Services GmbH
München Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur als Außenstellenleiter (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieurin oder Ingenieur Ausstattung/Verkehr (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieur konstruktiver Ingenieurbau (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieurin oder Bauingenieur Verkehrsplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes

Weitaus realistischere Ergebnisse

Der Robutt nimmt 25.000 Mal auf dem Sitz Platz und kann so innerhalb von drei Wochen eine zehnjährige Nutzung simulieren. „Mit dem neuen Roboter können wir nun sehr viel genauer nachvollziehen, wie die Menschen im Auto wirklich sitzen“, sagt Svenja Fröhlich, Durability Engineer bei Ford. Das liegt unter anderem daran, dass der Roboter unterschiedliche Sitzmuster lernen kann. Referenz ist ein Mann mit durchschnittlichen Körperabmessungen.

Die Sitze durchlaufen bei Ford weitere Tests.

Die Sitze durchlaufen bei Ford weitere Tests.

Quelle: Ford

Weiterer Vorteil der Methode: Auch die Bequemlichkeit der Sitze wird mit Hilfe eines ähnlichen Gerätes geprüft. Ein „Metallgesäß“ wird auf dem Sitz platziert, um exakt zu messen, wie tief ein Mensch einsinken würde. Die neue Technologie kam erstmals beim neuen Ford Fiesta zum Einsatz, der seine Markteinführung in Deutschland im Juli hatte, und soll nun nach und nach auf alle künftigen Ford-Baureihen in Europa ausgeweitet werden. Die aufwendigen Testreihen werden auch deshalb immer wichtiger, weil immer mehr Modelle auch unterhalb der Luxusklasse über Sitzheizungen verfügen – und die dürfen durch mechanische Belastung nicht gleich zerstört werden.

Auch ungeduldiges Hampeln wird simuliert

Details über die Robotertechnik, die Messsysteme und die Sensorik verrät Ford allerdings nicht. Die Kölner sind übrigens auch nicht das erste Unternehmen, das derartige Technologie für den Sitztest nutzt. So hat Volvo schon vor ein paar Jahren einen Roboter vorgestellt, der sogar noch ein bisschen mehr kann. Denn er simuliert auch einen Fahrer oder Mitfahrer, der ungeduldig vor der Ampel herumhampelt, sich zum Kind hinüberbeugt oder ein dickes Portemonnaie in der Tasche hat.

 

„Reibende und rotierende Bewegungen“ hat der Volvo-Roboter dementsprechend im Programm. Außerdem finden die zehnwöchigen Dauertests bei den Schweden auch noch in einer Klimakammer statt, die unterschiedliche Temperaturen und Luftfeuchtigkeit erzeugen kann. Die Ergebnisse sind damit noch ein Stück realistischer. Nur so ein hübschen Namen wie der „Robutt“ von Ford hat der Volvo-Roboter nicht.

Lesen Sie auch:

Virtual Reality haben die Designer und Ingenieure bei Ford eingesetzt, um das Cockpit des Fiesta vollständig zu simulieren, ohne einen physisch existierenden Prototyp bauen zu müssen. Erstmals haben die Entwickler beim Fiesta per VR-Technik die Position der Bedienelemente, die Gestaltung des Armaturenträgers sowie die Sitzpositionen optimiert. Lesen Sie hier mehr darüber.

 

Ein Beitrag von:

  • Werner Grosch

    Werner Grosch ist Journalist und schreibt vor allem über Technik. Seine Fachgebiete sind unter anderem Elektromobilität, Energie, Robotik und Raumfahrt.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.