Automation 30.07.2010, 19:48 Uhr

Einsatzbereiche für Roboter nehmen zu

Schneller, tragfähiger, leichter, energiesparender und präziser – das waren Attribute, mit denen die Roboterhersteller ihre Neuheiten auf der Branchenmesse Automatica in München vorstellten. Für die Anwender bedeutet dies vor allem eines: Es können mit den Maschinen nun noch mehr Anwendungen erschlossen werden.

Neben den Einsatzbereichen seiner Gelenkarmroboter präsentierte Fanucauf der Messe Automatica seinen Delta-Roboter als aktuelles Highlight. Das Unternehmen war erst 2009 in diesen Bereich der Robotik eingestiegen. „Mit dem M-3iA ist unseren Entwicklern wieder ein toller Wurf gelungen“, zeigte sich Gerald Mies als Geschäftsführer Fanuc Robotics Deutschland, Neuhausen a.d.F, begeistert. Belege dafür seien die modularen Ausbaustufen als 4- und 6-Achser, die hohe Traglast von 6 kg, die schnellen Rundachsbewegungen von bis zu 4000 o/s bei hoher Wiederholgenauigkeit (0,1 mm/s).

Beide Robotermodelle unterscheiden sich in der Ausführung des Handgelenks mit einer oder drei Achsen. Die Motoren des Handgelenks sind dabei im Gestänge angebracht, was die Steifigkeit in der vierten Achse beziehungsweise in den Achsen 4 bis 6 laut Hersteller erhöht sowie die Präzision beim Greifen entscheidend verbessert. Einsatzgebiete für den M-3iA sieht man bei Fanuc Robotics z. B. in der Montage von Elektro- und Elektronikkomponenten, aber auch bei Hochgeschwindigkeitsanwendungen in der Pharma-, Lebensmittel- oder Solarindustrie.

Weltpremiere feierte auf dem Stand von Fanuc zudem eine Symbiose aus dem schnellen R-1000iA-Roboter und der neu entwickelten „Speed Gun“ der Lewa Attendorn. Als erste leichte Mittelfrequenz-Servozange erreiche das an den Roboter angepasste Werkzeug eine Druckkraft von 6 kN. Damit werde das Präzisionsschweißen auf engstem Raum deutlich beschleunigt, hieß es dazu von den beiden Unternehmen.

Wie sich ein konstanter Anpressdruck beim Schleifen, Reinigen oder Polieren eines bewegten Werkstücks erreichen lässt, das zeigte ABB Automation auf der Automatica 2010. Um dies mit überschaubarem Programmieraufwand zu ermöglichen, entwickelte das Unternehmen das Funktionspaket ForceControl (FC) für unterschiedliche roboterbasierte Anwendungen zur mechanischen Werkstückbearbeitung. Mit dem Demonstrationsobjekt, einem über Linearantriebe bewegten Kajak, konnte gezeigt werden, dass dabei auch die Bewegung des Werkstückes berücksichtigt wird.

Darüber hinaus stellte ABB u. a. mit dem sechsachsigen IRB 120 seinen bisher kleinsten Gelenkarmroboter vor. Der 25 kg leichte Roboter mit einer Handhabungskapazität von 3 kg hat laut Hersteller eine Reichweite von 580 mm und eigne sich damit für Anwendungen in der Elektronik-, Lebensmittel- und Pharmaindustrie sowie im Maschinenbau und zum Handling von Wafern für Solarzellen. In Verbindung mit der neuen Kompaktsteuerung IRC 5 erreiche der IRB-120-Roboter gleichbleibend präzise Bewegungen und geschwindigkeitsunabhängig eine sehr hohe Bahngenauigkeit.

Für hohe Flexibilität sorgt gerade bei den leichteren Robotern die Möglichkeit, diese sowohl aufzustellen oder an der Wand bzw. der Decke zu montieren. Das gilt für den neuen Roboter von ABB ebenso wie für den neuen Lackierroboter Motoman-EPX2700 von der Yaskawa-Gruppe. Gegenüber Vorgängermodellen habe das Unternehmen dabei trotz kompakter Bauweise einen größeren Arbeitsraum realisieren können.

Durch eine spezielle Anordnung der sechs Gelenkarme sei die Erzeugung langer Lackierbahnen gewährleistet, was die Lackiereffizienz erhöhe, hieß es dazu von Yaskawa Motoman. Ein besonderes Augenmerk habe bei der Entwicklung auf der Medienführung gelegen, die sowohl durch ein hohles Handgelenk sowie durch das Knickarmgelenk zwischen den Achsen drei und vier geführt werde. Das reduziere die Verschmutzung des Medienpaketes und erhöhe die Standzeit.

Auffallend war in diesem Jahr, dass Roboterhersteller verstärkt die Anwendungsvielfalt sowohl ihrer Standardprodukte als auch ihrer Branchenlösungen zeigten. Bei Kawasaki Robotics, Neuss, durfte das beispielsweise Minikomp Bogner aus Regensburg demonstrieren. Das Unternehmen realisierte mit einem Kawasaki-Roboter eine Bearbeitungszelle für Keramikschmelztiegel. Dabei übernimmt der Roboter alle Handlingaufgaben innerhalb der Zelle sowie die Vorschubbewegungen beim Schneiden und Schleifen der Rohteile.

In einer anderen Anwendung realisierte EMT Automation aus Wallenhorst eine Anlage für das Handling von Schokoriegeln und Fruchtschnitten mit einem Delta-Kinematik-Roboter von Kawasaki. Im Lebensmittelbereich konkurriert diese Lösung u. a. mit dem neuen Quattro s650HS, den Adept vorstellte. Laut Hersteller ist dieser Delta-Roboter der zurzeit schnellste Industrieroboter, der für das Handling von rohem Fleisch und Geflügel nach den Richtlinien der USDA (US-Department of Agriculture) anerkannt ist. Er erfülle die strengsten Reinheits- und Hygieneauflagen. Das System sei so konzipiert, dass bei der Verarbeitung der Rohware hohe Verfahrgeschwindigkeiten realisiert werden können.

Für die Automatisierung von Prozessen beim Verpacken, Palettieren, Montieren sowie Pick&Place-Aufgaben stellte Adept zudem seinen neue Cobra-e-Vario-Serie vor. Mit der Baureihe preisgünstiger Scara-Roboter und einem einfachen Programmierkonzept sollen die Anwendungsbereiche des Robotertyps neu definiert werden. Dabei erreiche die e-VArio-Linie mit einer Tragkraft von 3 kg einen Arbeitsradius von 600 mm bzw. 800 mm.

Ebenfalls mit einer neuen Roboterserie war Kuka Roboter zur Automatica gereist. Mit den Gelenkarmrobotern der neuen Quantec-Serie konzentriert sich der Anbieter auf das Modellspektrum für Traglasten zwischen 90 kg und 300 kg, das bei den Augsburgern weltweit am gefragtesten sei und decke damit Reichweiten von 2500 mm bis 3100 mm ab. Gegenüber seinen Vorgängermodellen zeichne sich die neue Serie durch Gewichtseinsparungen um bis zu 160 kg sowie ein um 25 % verringertes Volumen aus. Ebenso gewährleiste Quantec Flexibilität in der Anlagenplanungs- und Konstruktionsphase. Damit reduziere sich der Konzeptions- und Konstruktionsaufwand, während die Planungssicherheit erhöht werde. M. CIUPEK

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