Arbeitsmarkt 03.06.2013, 09:30 Uhr

Lichtdesign: Die Stimmungsmacherin

Wie wir Dinge sehen, hängt vom Licht ab. Lichtdesigner setzen Räume, Gemälde, Gebäude in Szene. Sie schaffen mit Licht Atmosphäre. Und sie machen kleine Räume groß und niedrige hoch, ganz ohne Wände oder Decken zu versetzen. Lernen kann man das im Studium Architectural Lighting Design an der Hochschule Wismar.

Für eine exzellente Farbwiedergabe am Arbeitsplatz wird indirektes Licht von drei dimmbaren (roten, grünen, blauen) Leuchtstofflampen erzeugt. Indirektes Licht wird von warmweißen Kompakt-Leuchtstofflampen zur Verfügung gestellt, die sich an den beiden Enden der Leuchten befinden. 

Für eine exzellente Farbwiedergabe am Arbeitsplatz wird indirektes Licht von drei dimmbaren (roten, grünen, blauen) Leuchtstofflampen erzeugt. Indirektes Licht wird von warmweißen Kompakt-Leuchtstofflampen zur Verfügung gestellt, die sich an den beiden Enden der Leuchten befinden. 

Foto: Hochschule Wismar/Heinrich Hermes

Licht für ein neues Hotel in Ulaanbaatar, der Hauptstadt der Mongolei. Licht für die Universitätsklinik Hamburg. Unterschiedlicher können Projekte kaum sein, meint man. Dabei geht es in beiden Fällen um dasselbe: „Wir schaffen Atmosphäre durch Licht und unterstützen die Architektur“, sagt Lichtdesignerin Natasa Rajic.

In der Klinik in den Behandlungsräumen. Im Hotel an der Bar, im Ballsaal und in den Konferenzräumen. „In einer Klinik bedarf es Licht von hoher Qualität und einer angenehmen Atmosphäre für Ärzte und Patienten. In der Bar hingegen sollte die Lichtstimmung eher gedämmt sein.“

Licht definiert Räume

Die Art und Stärke der Leuchtmittel, der Ort der Montage, das sind Faktoren, mit denen Rajic arbeitet. Die Steuerung des Lichtes, Dimmung, ist ebenfalls ein wesentlicher Teil ihrer Planung. Licht definiert Räume und beeinflusst den Raumeindruck. Mit diesem Wissen spielt Rajic in den Planungen für Hotels, Krankenhäuser und andere Projekte. Gelernt hat sie ihren Job im Studium Architectural Lighting Design an der Hochschule Wismar.

Den englischsprachigen Master-Studiengang gibt es seit 2001, seit diesem Jahr zudem als berufsbegleitendes Fernstudium. Voraussetzung zur Zulassung ist ein abgeschlossenes Architektur-, Design- oder Ingenieur-Studium. „Ganz wichtig ist räumliches Vorstellungsvermögen“, sagt Michael Rohde, Professor im Studiengang, „weil theoretisch die praktische Lichtwirkung geplant wird.“ Fast drei Viertel der Studenten kommen aus dem Ausland.

Wohlbehagen verschaffen

Die Serbin Rajic hat in Belgrad Architektur studiert und dort in einer Vorlesung über Licht Interesse am Thema gefunden. Licht und Raum sind Studieninhalte in Wismar. Auch gesetzliche Vorschriften, etwa wie hell ein Arbeitsplatz sein muss. „Die geforderten 300 Lux sind mit konventionellen Leuchtstoffröhren zu schaffen oder mit entsprechender Verteilung unterschiedlicher Lichtquellen im Raum.“ Während mit der herkömmlichen Lösung rein die Pflicht erfüllt wird, schafft die andere Wohlbehagen und „die Mitarbeiter gehen lieber ins Büro“. Lichtdesigner verbinden Ästhetik, Ergonomie, Gestaltung, Funktion.

Rund 25 Absolventen schließen jährlich ihr Studium in Wismar ab. „Wir sind eine kleine Gemeinde, ihre Mitglieder aber sehr gefragt“, so der Professor. Die Absolventen arbeiten zu einem großen Teil in spezialisierten Planungsbüros, einige bei Leuchtenherstellern und wenige als Fachleute in Architekturbüros. An den Hochschulen Hildesheim und Coburg kann auch Lichtdesign studiert werden.

Trend LEDs

Mitte 2012 hat Rajic ihr Studium in Wismar abgeschlossen und arbeitet seitdem bei Licht 01 in Hamburg, einem Ingenieurbüro, das seine Kunden bei der Ausleuchtung von gewerblichen Gebäuden, Arbeitsplätzen und Wohnbereichen berät.

Rajic arbeitet in ihren Projekten mit Architekten und Bauherren zusammen. Sechs Lichtdesigner arbeiten in der Firma. LEDs sind ein Trend in der Lichtplanung. Ein anderer die stärkere Einbeziehung des Tageslichts in die Lichtplanung. Beides auch aus wirtschaftlichen Gründen. Lichtplanung ist kein Luxusgut. Licht macht Architektur sichtbar, schafft Stimmung, schont den Geldbeutel und die Umwelt.  

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