Lakhta Center in Russland 21.03.2018, 13:57 Uhr

Der höchste Wolkenkratzer Europas

Gazprom knackt einen weiteren Rekord: Der größte Gaskonzern der Welt baut zusammen mit deutschen Ingenieuren den größten Wolkenkratzer Europas – das Lakhta Center in St. Petersburg.

Kein Hochhaus in Europa ist größer: In St. Petersburg entsteht das 462 m hohe Lakhta Center.

Kein Hochhaus in Europa ist größer: In St. Petersburg entsteht das 462 m hohe Lakhta Center.

Foto: Lakhta Center

Sind Sie schwindelfrei? Dann auf nach Russland, nach St. Petersburg, in den Stadtteil Lakhta. Dort stellt der russische Energiekonzern Gazprom dieses Jahr seine neue Firmenzentrale fertig: das Lakhta Center, ein riesiger Wolkenkratzer, der sich spiralförmig in den Himmel dreht. Mit einer Höhe von 462 m und 87 Etagen ist der futuristische Gigant des britischen Architekten Tony Kettle das höchste Hochhaus Europas. Zudem das nördlichste der Welt. Kostenpunkt: über zwei Milliarden US-Dollar. Über 3.000 Menschen waren am Bau beteiligt.

Commerzbank-Tower wirkt im Vergleich wie Zwerg

Der bisherige Rekordhalter ist somit abgelöst – der 374 m hohe Federazija-Turm im russischen Geschäftszentrum Moskau City ist nicht mehr das höchste Hochhaus Europas. Und der höchste Wolkenkratzer Deutschlands ist sowieso weit überholt. Der Commerzbank-Tower in Frankfurt bringt es lediglich auf eine Höhe von 300 m. Von der Aussichtsplattform des Lakhta Centers, die einen spektakulären Panormablick auf den finnischen Meerbusen bietet, würde er ziemlich klein wirken.

Im Januar 2018 bekam der Laktha-Turm seine Spitze. Damit ist er 462 m hoch.

Im Januar 2018 bekam der Laktha-Turm seine Spitze. Damit ist er 462 m hoch.

Quelle: Laktha Center

Gazprom ist mit dem Lakhta Center ins Guinness Buch der Rekorde eingegangen. Mit der Höhe hat der Rekord allerdings nichts zu tun. Vielmehr mit dem Betonieren des Fundaments im März 2015. Die Arbeiten waren der bisher größte, ununterbrochene Betoniervorgang. Es kamen 19.624 m3 Beton zum Einsatz ­– rund 3.000 m3 mehr als beim vorherigen Rekordhalter, dem Wilhire Tower in Los Angeles. Zum Lakhta Center zählen nicht nur Büros, sondern auch ein Planetarium, ein Amphitheater und ein Jachthafen.

Deutsche Ingenieure haben die Fassade gebaut

Das Unternehmen Josef Gartner aus dem bayerischen Gundelfingen an der Donau hat die Innen- und Außenverglasung des russischen Wolkenkratzers konstruiert. Und die ist riesig, rund 100.000 m2 groß – das entspricht knapp 14 Fußballfeldern. Gartner hat dafür rund 16.600 Einzelelemente aus Stahl, Aluminium und gebogenem Glas angefertigt, jeweils 700 kg schwer. Doch mit unterschiedlichen Maßen. Da im gedrehten Wolkenkratzer keine zwei Stockwerke gleich sind, mussten die Ingenieure für fast jedes Einzelelement ein eigenes Maß berechnen. Eine Mammutaufgabe.

Das Lakhta Center zählt zu den 20 höchsten Gebäuden der Welt. Doch es wirkt wie ein Zwerg im Vergleich zum Burj Khalifa in Dubai, ein Hochhaus, das sagenhafte 828 m in den Himmel ragt. Wesentlich größer sind außerdem der Tokyo Sky Tree (634 m), der Shanghai Tower (632 m) und das Mecca Royal Clock Tower Hotel (601 m).

Ein Beitrag von:

  • Patrick Schroeder

    Patrick Schroeder arbeitet als freiberuflicher Journalist für Zeitschriften und Onlinemagazine wie die VDI Nachrichten und Ingenieur.de.

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