Hilfe für Beinamputierte 22.05.2014, 09:37 Uhr

Prothese Roboleg kommt aus dem 3D-Drucker

Die US-amerikanische Firma Robohand hat eine Beinprothese entwickelt, die aus dem 3D-Drucker kommt und sich im Vergleich zu Standardprothesen zu einem Bruchteil der Kosten produzieren lässt. Sie könnte somit besonders Bedürftigen in Kriegsgebieten zugutekommen. 

Die Robohand konnte schon vielen Bedürftigen in Kriegsgebieten helfen: Sie lässt sich für 50 US-Dollar produzieren. Herkömmliche Prothesen kosten hingegen schnell bis zu 25.000 US-Dollar. 

Die Robohand konnte schon vielen Bedürftigen in Kriegsgebieten helfen: Sie lässt sich für 50 US-Dollar produzieren. Herkömmliche Prothesen kosten hingegen schnell bis zu 25.000 US-Dollar. 

Foto: Robohand

Initiiert von Richard Van As und Ivan Owen entstand 2011 das Projekt Robohand, das mit Hand- und Armprothesen aus dem 3D-Drucker als Alternative zu Standardprothesen bereits vielen Hunderten Menschen in Kriegsgebieten helfen konnte. Diese gedruckten Prothesen kosten nur 50 anstatt 25.000 US-Dollar für herkömmliche Prothesen. Die Firma hat nun eine erste Beinprothese entwickelt, die ebenfalls mit dem 3D-Drucker hergestellt werden kann.

Erfinder Van As selbst hat bei einem Unfall seine Finger verloren

Die Herstellung der Beinprothese Roboleg erwies sich jedoch als komplizierter als die der bisher entwickelten Hand- und Armprothesen. Stabiles Material musste gefunden werden: Metallstangen, zwei pneumatische Pumpen und andere Kleinteile kamen beim Bau des ersten Prototypen zum Einsatz.

Das Roboleg lässt sich mit zwei pneumatischen Pumpen bewegen. Die Montageanleitung ist kostenfrei im Internet verfügbar. 

Das Roboleg lässt sich mit zwei pneumatischen Pumpen bewegen. Die Montageanleitung ist kostenfrei im Internet verfügbar. 

Quelle: Robohand

Richard Van As kann die Lebenssituation der Betroffenen nachvollziehen: Er selbst verlor die Finger seiner rechten Hand während Holzarbeiten. Zu dieser Zeit stellte er fest, dass es sehr schwer war, funktionale Prothesen zu erschwinglichen Preisen zu erhalten. Er kontaktierte den Spezialisten für mechanische Effekte, Ivan Owen, und entwickelte gemeinsam mit ihm den ersten Prototypen Robohand, der bereits im September 2012 veröffentlicht wurde.

Träger des Robolegs dürfen mit der Prothese sogar schwimmen 

Die mit dem 3D-Drucker hergestellten Prothesen können individuell geformt und angepasst werden. Da Robohand und Roboleg mechanisch angetrieben werden, sind keine Batterien notwendig. Die Prothesen dürfen auch nass werden, so dass der Träger mit ihnen sogar schwimmen kann.

Eine Montageanleitung soll in Zukunft auf der Onlineplattform Thingiverse kostenlos heruntergeladen werden können. Derzeit arbeiten die Entwickler an der Gründung einer Internationalen Nonprofit-Organisation.  

Ein Beitrag von:

  • Petra Funk

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