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Nahverkehrs-Ranking 2025: Münster top, Berlin Flop

14. November 2025

Eine gelbe Berliner Stadtbahn auf einer Brücke.
Im Nahverkehrs-Ranking 2025 schneidet Berlin nicht gut ab.
Foto: SmarterPix/tueffte
Das Nahverkehrs-Ranking 2025 von Testberichte.de zeigt: Münster, Potsdam und Schwerin haben den günstigsten ÖPNV, während Berlin, Lübeck und Dresden zu den Schlusslichtern zählen. Einzelfahrscheine sind seit 2021 um 24 Prozent teurer geworden, Schüler-Monatskarten dagegen elf Prozent günstiger. Hamburg ist der Aufsteiger des Jahres, Rostock der größte Verlierer.
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Das Vergleichsportal Testberichte.de hat in seinem aktuellen Nahverkehrs-Ranking 2025 die ÖPNV-Preise von mehr als 40 deutschen Städten unter die Lupe genommen. Dabei wurden die Angebote aller Landeshauptstädte sowie aller Städte mit mehr als 200.000 Einwohnerinnen und Einwohnern verglichen. Das Ergebnis: Münster, Potsdam und Schwerin bieten den günstigsten Nahverkehr, während Berlin, Lübeck und Dresden zu den teuersten Städten zählen.

Einzelfahrscheine: Schwerin, Kiel und Potsdam günstig, München teuer

Für eine Einzelfahrkarte zur Hauptverkehrszeit zahlen Erwachsene in Schwerin nur 2,50 Euro, gefolgt von Kiel (2,70 Euro) und Potsdam (2,80 Euro). Am anderen Ende der Skala liegen München (4,10 Euro), Augsburg (4 Euro) sowie Nürnberg und Hamburg (je 3,90 Euro). Im Durchschnitt kostet eine einfache Fahrt 3,47 Euro,  ein Anstieg um 24 Prozent seit 2021 (2,80 Euro). Den stärksten Preissprung gab es in Chemnitz mit 39 Prozent auf 3,20 Euro.

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Tageskarten im Nahverkehrs-Ranking 2025: Berlin erstmals zweistellig

Auch bei den Tageskarten führt Schwerin mit 5 Euro die Rangliste an, dicht gefolgt von Potsdam (5,90 Euro) und Saarbrücken (6 Euro). In Berlin müssen Fahrgäste mit 10,60 Euro am tiefsten in die Tasche greifen, knapp dahinter rangieren Nürnberg (10,30 Euro) und Leipzig (10,20 Euro). Alle drei Städte verlangen erstmals einen zweistelligen Betrag. Der Durchschnittspreis für eine Tageskarte liegt bei 8,17 Euro – eine Steigerung um 19 Prozent gegenüber 2021 (6,88 Euro). Spitzenreiter bei der Preisentwicklung ist erneut Chemnitz mit einem Plus von 39 Prozent auf 6,40 Euro.

Immer mehr Städte setzen auf Luftlinientarife, bei denen die zurückgelegten Kilometer abgerechnet werden. Diese Tarife sind besonders für digital-affine Personen attraktiv, die sich per App ein- und auschecken. Dabei zahlen sie maximal den Preis einer Einzelfahrt oder eines Tagestickets, in einigen Städten gibt es sogar einen Monatsdeckel. Besonders fair ist das System in Nordrhein-Westfalen, wo der Monatsdeckel bei 58 Euro liegt, dem aktuellen Preis des Deutschland-Tickets.

Kurzstreckentickets im Nahverkehrs-Ranking 2025: Freiburg top, Berlin flop

Die günstigste Kurzstrecke bietet Freiburg mit 1,69 Euro (1,37 Euro Pauschale plus 0,32 Euro pro Kilometer). In Berlin ist sie mit pauschal 2,60 Euro am teuersten. Einige Städte wie Lübeck, Kiel, Dresden und Chemnitz bieten Kurzstreckentickets nur eingeschränkt an, Erfurt gar nicht.

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Deutschland-Ticket sorgt für günstigere Abo-Monatskarten

Erfreulich für Vielfahrerinnen und Vielfahrer: Dank der Einführung des Deutschland-Tickets vor zweieinhalb Jahren sind die Preise für Abo-Monatskarten gesunken. Am stärksten profitieren Pendelnde in Hamburg, die statt 92,40 Euro nun 58 Euro pro Monat zahlen, eine Ersparnis von 37 Prozent. Nur in vier Städten gibt es noch günstigere Alternativen für Menschen, die den ÖPNV selten über die Stadtgrenzen hinaus nutzen: Magdeburg (50 Euro), Schwerin (45,83 Euro), Potsdam (41 Euro) und Münster mit unschlagbaren 31 Euro.

Schüler-Monatskarten im Nahverkehrs-Ranking 2025 weiter im Sinkflug

Die Preise für Einzelfahrscheine für Kinder (meist 6-14 Jahre) variieren von einem Euro in Schwerin bis 2,40 Euro in Berlin und Mannheim. Im Schnitt kosten sie 1,93 Euro und damit 18 Prozent mehr als 2021 (1,63 Euro). Bei den Schüler-Monatskarten gab es hingegen weitere Preissenkungen. Hamburg und Schwerin folgten dem Vorbild von Berlin und Rostock und bieten nun einen kostenlosen ÖPNV für Schülerinnen und Schüler an. Auch in Magdeburg (9 Euro), Wiesbaden und Potsdam (je 15 Euro) sowie in Sachsen (15 Euro) wurden die Preise gesenkt oder stabil gehalten.

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Teurer sind die Schüler-Monatskarten in Baden-Württemberg (39,42 Euro), Saarbrücken (39,40 Euro), Schleswig-Holstein, dem Rhein-Ruhr-Gebiet, Bielefeld und Köln (je 38 Euro). Dafür erhalten die Schülerinnen und Schüler dort jedoch ein vergünstigtes Deutschland-Ticket. In Erfurt kostet dieses Ticket für Schüler nur 33 Euro, in Hamburg ist es sogar kostenlos.

Hunde oft gratis, Fahrräder nicht überall willkommen

In der Hälfte der untersuchten Städte dürfen große Hunde kostenlos mitfahren, andernorts werden 1 Euro (Schwerin) bis 2,40 Euro (Berlin, Dresden, Leipzig, Mannheim) zusätzlich fällig. Fahrräder können nur in Chemnitz, Frankfurt, Mainz und Wiesbaden gratis transportiert werden, ansonsten kosten sie extra – von 1 Euro (Schwerin) bis 4,40 Euro (Rhein-Ruhr-Gebiet). Oft ist die Mitnahme außerhalb des Berufsverkehrs oder mit bestimmten Zeit- oder Gruppenkarten inklusive. In einigen Städten sind Fahrräder im Berufsverkehr gar nicht erlaubt.

Hamburg Aufsteiger, Rostock größter Verlierer im Nahverkehrs-Ranking 2025

Im Vergleich zu 2021 hat sich Hamburg dank moderater Preiserhöhungen und der kostenlosen Schüler-Monatskarte um 26 Plätze auf Rang 12 verbessert. Münster schaffte es durch sein 31-Euro-Abo auf Platz 1, Potsdam bleibt Zweiter, Schwerin rutscht auf Platz 3. Die ostdeutschen Städte sind aufgrund deutlicher Preissprünge von bis zu 47 Prozent abgestürzt, allen voran Rostock um 25 Plätze. Lübeck konnte sich vom letzten Platz verbessern und gab die rote Laterne an Berlin ab.

Weitere Preiserhöhungen für 2026 bereits angekündigt

Dass sich an Berlins Schlusslicht-Position so schnell nichts ändern wird, liegt an bereits beschlossenen Preiserhöhungen für 2026. Auch Bremen, Hamburg, München, Potsdam und das Rhein-Ruhr-Gebiet haben schon höhere Preise ab dem kommenden Jahr veröffentlicht. Zudem steigt der Preis des Deutschland-Tickets von 58 auf 63 Euro.

Für das Nahverkehrs-Ranking 2025 wurden die ÖPNV-Angebote von 42 Städten ausgewertet, darunter alle Städte über 200.000 Einwohner inklusive der Landeshauptstädte. Berücksichtigt wurden die Tarife für das jeweilige gesamte Stadtgebiet, die werktags um 7.30 Uhr gelten. Maßgebend waren die Preise von Einzelfahrscheinen für Erwachsene, Kinder, Hunde und Fahrräder, die ohne Handy erwerbbar sind. Bei Kurzstrecken wurde der niedrigstmögliche Preis gewählt, sofern eine kilometergenaue Abrechnung per App angeboten wird. Bei Monatskarten für Erwachsene und Schüler wurde die günstigste Abo-Version mit monatlicher Zahlung herangezogen.



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