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Welche Zuschüsse gibt es für eine Weiterbildung als Ingenieur?

12. Juli 2018

Ingenieure und Ingenieurinnen
Foto: pantermedia.net/pressmaster
Ingenieure sollten regelmäßig eine Weiterbildung in Anspruch nehmen, um auf dem Laufenden zu bleiben, aber auch um Softskills und weitere Fähigkeiten auszubauen. Die immer dynamischere Digitalisierung von Industrie und Wirtschaft erfordert stetige berufliche „Fitness“, die durch Trainings und Seminare gestärkt werden kann. In vielen Fällen ist es möglich, für solche Fortbildungen – die die eigene Karriere pushen – Zuschüsse zu beantragen.
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Gerade als Ingenieurin oder Ingenieur sollten Sie regelmäßig eine Weiterbildung einplanen, um neues Wissen zu erwerben oder Ihre Karriere voranzutreiben. Entweder Sie sind aktiv auf Jobsuche und merken, dass Sie sich beispielsweise dringend mit der neuen CAD-Software beschäftigen müssen oder Ihre Kenntnisse im Qualitätsmanagement erweitern sollten. Oder Ihr Arbeitsplatz erfordert die Aktualisierung Ihres Wissens, der Fachkompetenz oder Management-Methoden, verlangt nach neuen Inhalten oder anerkannten Abschlüssen.

Lars Hahn
…leitet die LVQ Weiterbildung gGmbH und berät berufstätige und arbeitssuchende Ingenieure bei der Wahl ihrer beruflichen Weiterbildung zu Themen wie Arbeitssicherheit, Umweltschutz, Qualitätsmanagement und Projektmanagement. Dabei ist die Wahl von geeigneten Fördermöglichkeiten stets Thema, besonders auch für Ingenieure. Hahn ist auch regelmäßig Redner auf den VDI nachrichten Recruiting Tagen.

Ganz gleich welches Thema ansteht, eine gute Weiterbildung gibt es für Ingenieure selten zum Nulltarif. Glücklich ist der, dessen Firma alle Kosten von Seminaren, Kursen und Zertifikaten trägt. Das ist aber nicht immer so.

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Zuschüsse für eine Weiterbildung als Ingenieur

Wenn Sie sich allerdings selbst um eine Weiterbildung als Ingenieur bemühen möchten oder müssen, sollten Sie unbedingt prüfen, ob es die Möglichkeit einer finanziellen Förderung der Weiterbildung gibt. Dabei sind verschiedene Kriterien zu beachten. Zum Beispiel:

  • Sind Sie noch im Job oder bereits arbeitssuchend?
  • Welche Kenntnisse und Fähigkeiten liegen vor?
  • Wie hoch ist Ihr Einkommen?
  • In welchem Bundesland wohnen Sie?
  • Wie alt sind Sie?
  • Wie groß ist das Unternehmen, für das Sie tätig sind?

Denn in Deutschland gibt es verschiedene Programme zur Förderung Ihrer beruflichen Weiterbildung, die je nach Voraussetzung auch für Ingenieure greifen.

Der Bildungsgutschein für Ingenieure

Die vielleicht bekannteste Fördermöglichkeit ist der sogenannte Bildungsgutschein, den die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter vergeben kann. Hierfür ist in der Regel die bereits eingetretene Arbeitssuche Voraussetzung. Auch für Ingenieure wird diese Förderung erteilt, wenn die Notwendigkeit zur Weiterbildung erkannt wird. Das kann zum Beispiel die Auffrischung von CAD-Kenntnissen beinhalten. Bei erfahrenen Ingenieuren können aber auch Schulungen zum Beispiel zur Fachkraft für Arbeitssicherheit, zum Umweltbeauftragten, zum Qualitätsauditor oder Projektmanager finanziert werden, wenn das für sinnvoll erachtet wird, um den Wiedereinstieg in den Job zu erleichtern.

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Charmant am Bildungsgutschein ist, dass 100 Prozent der Kosten für die entsprechende Weiterbildung als Ingenieur inklusive Prüfungen und Fahrtkosten übernommen werden. Das Angebot eines Bildungsgutscheins gilt zudem bundesweit. Zuständig sind die örtlichen Agenturen für Arbeit und dort, sofern vorhanden, die Berater für Akademiker oder das Jobcenter. Eine Sondervariante des Bildungsgutscheins existiert für bestimmte Beschäftigte von Unternehmen. In diesen Fällen beantragt der Betrieb die Förderung, dann trägt die Arbeitsagentur allerdings nur bis zu 75 Prozent der Seminarkosten.

Bildungsprogramme der Länder für eine Weiterbildung als Ingenieur

Da Bildung in Deutschland generell Ländersache ist, gibt es länderabhängig verschiedene Programme zur Förderung von beruflicher Weiterbildung für Ingenieure. Meistens heißen sie Bildungsscheck, Weiterbildungsscheck oder Qualifizierungsscheck. Eine gute Übersicht aller Programme gibt die Stiftung Warentest.

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Ein Beispiel: Der Bildungsscheck NRW ist ein Förderinstrument, das Beschäftigte individuell beantragen können. Gefördert werden Weiterbildungen, die der beruflichen Qualifizierung dienen und fachliche Kompetenzen oder Schlüsselqualifikationen vermitteln. Ausgeschlossen von der Förderung sind rein arbeitsplatzbezogene Anpassungsqualifizierungen. Bildungsschecks in Nordrhein-Westfalen – auch mehrere – können sowohl von Privatpersonen als auch von Firmen in Anspruch genommen werden. Das Land übernimmt in diesem Fall 50 Prozent der Kosten für diese Weiterbildung für Ingenieure bis maximal 500 Euro pro Bildungsscheck, den Rest zahlt der Beschäftigte oder das Unternehmen. Der Bildungsscheck NRW gilt nur für Mitarbeiter von kleinen und mittleren Unternehmen (bis 250 Beschäftigte).

Daneben gibt es die bundesweit gültige Bildungsprämie und den damit verbundenen sogenannten Prämiengutschein in Höhe von höchstens 500 Euro. Bildungsschecks und -prämien erhalten in der Regel nur Erwerbstätige, deren Jahreseinkommen einen bestimmten Betrag nicht übersteigen.

Infos und Akademien zur Weiterbildung als Ingenieur

Eine neutrale Informationsplattform für das Thema berufliche Weiterbildung als Ingenieur ist das InfoWeb Weiterbildung (www.iwwb.de). Dort finden sich neben Datenbanken mit Weiterbildungsangeboten auch Informationen über Finanzierungsmöglichkeiten, zum Beispiel auch zu Förderinstrumenten wie dem sogenannten Aufstiegs-BaföG, das für Ingenieure in besonderen Ausnahmefällen möglich ist.

Anbieter einer beruflichen Weiterbildung sind natürlich stets auf dem aktuellen Stand der Fördermöglichkeiten auch für Ingenieure. In Verbindung mit der Beratung über berufliche Perspektiven und sinnvolle Weiterbildung informieren sie auch individuell, welches der vielen Förderprogramme genau für Ihren Anlass greifen kann. Es lohnt sich also, mit einem der vielen Weiterbildungsanbieter in Ihrer Nähe Kontakt aufzunehmen. Aber Achtung: Bevor Sie einen Vertrag für ein Seminar oder einen Kurs unterzeichnen, sollten Sie sich unbedingt mit einer der vielen unabhängigen Beratungsstellen oder Ihrer Agentur für Arbeit in Verbindung setzen. Denn meistens ist das Vorliegen eines Bildungsgutscheins oder Bildungsschecks zwingend vor Vertragsabschluss notwendig.

Ingenieure sollten eine Weiterbildung gezielt einsetzen

Zuschüsse und Förderung vom Staat für Ihre berufliche Weiterbildung als Ingenieur sind eine sinnvolle Investition. Allerdings sollte dabei sichergestellt werden, dass Ihre Qualifizierung das Ziel nicht verfehlt. Deshalb sollten Sie sich vorab im Klaren sein, was Sie an Wissen, Kenntnissen und Zertifikaten wirklich brauchen. Lassen Sie sich beraten von Weiterbildungsanbietern oder neutralen Beratungsstellen. Oder schalten Sie einen Karriereberater ein.

Weiterführende Artikel:

Weiterbildung – was brauchen Sie, wer zahlt was und wie plant man das?

So finden Sie als Ingenieur die richtige Weiterbildung

Bildungsurlaub – lernend die Karriere fördern



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