Weiterbildung mittels Moocs

Weiterbildung: 10 E-Learning-Kurse für Ingenieure

Private Anbieter wie Coursera, Edx oder Udacity haben die E-Learning-Landschaft grundlegend umgekrempelt und ermöglichen jedermann die Weiterbildung am Monitor. Ob Design Thinking, Blockchain, Soft Skills oder Leadership-Training, das Angebot an Online-Kursen ist so reichhaltig wie ein Hochzeitsbuffet. Ingenieur.de hat 10 aktuelle E-Learning-Kurse herausgesucht, die Techniker, Ingenieure und Informatiker weiterbringen können.

grüne Hand drückt einen Power-Button

Foto: panthermedia.net/dani3315

Weiterbildung findet heutzutage nicht mehr zwingend in muffigen Seminarräumen statt. Stattdessen setzen Bildungshungrige weltweit seit einigen Jahren auf Moocs. Das sind Onlinekurse, meist kostenlos und mit unbegrenzter Teilnehmerzahl. Angeboten werden sie von Privatunternehmen wie Cousera, die dafür mit Universitäten auf der ganzen Welt zusammenarbeiten, und mit Non-Profit-Organisationen wie Edx oder der Khan Academy. In Deutschland tut sich vor allem das Hasso-Plattner-Institut der Uni Potsdam hervor. So können auch Berufstätige anspruchsvolle Hochschulkurse zur Fort- und Weiterbildung belegen – ganz einfach vor dem Rechner, individuell und zeitunabhängig. Doch ohne Anstrengung geht es leider nicht. Das Pensum schwankt je nach Kurs und Anbieter, es kann nur wenige, aber auch 100 Stunden betragen. Wer sich anmeldet, sollte es jedenfalls ernst meinen. Hier sind 10 Kurstipps speziell für Ingenieure:

1. Machine Learning: Stanford

Machine Learning gehört zu den beliebtesten Onlinekursen von Coursera. Durch den Workshop leitet Coursera-Gründer Andrew Ng, der als Deep-Learning-Spezialist für Google und Baidu gearbeitet hat. Der Kurs deckt die ganze Bandbreite von neuronalen Netzen bis hin zur Matlab-Software ab und könnte beispielsweise für Entwicklungsingenieure interessant sein. Er startet immer im Zwei-Wochen-Rhythmus, jeder Teilnehmer kann sich seinen Wunschzeitraum aussuchen, muss aber innerhalb von zwölf Wochen abschließen. Insgesamt 55 Stunden sollten Sie einplanen. Wer ein Zertifikat haben will, um den eigenen Lebenslauf aufzupolieren, zahlt 69 Euro. Für alle anderen ist die Teilnahme kostenlos.

2. Management in Engineering: MIT

Fast jeder fünfte Startup-Gründer in Deutschland hat einen Abschluss in Ingenieurwissenschaften, besagt der Deutsche Startup Monitor 2018. Als Co-Founder holen sich gründende Ingenieure gerne einen Betriebswirt mit ins Boot. Dabei könnten sie sich das Business-Know-how auch selbst aneignen. Das renommierte Massachusetts Institute of Technology (MIT) greift ihnen dabei aus der Ferne unter die Arme. Im Kurs Management in Engineering auf der Mooc-Plattform Edx lernen nicht nur potenzielle Gründer, wie sie eine Geschäftsstrategie entwickeln, gute Entscheidungen treffen und Verkauf sowie Marketing vorantreiben. Die Teilnahme ist kostenlos, am 22. Oktober 2019 geht’s los. Wer ein Zertifikat braucht, zahlt 175 US-Dollar.

3. Introduction to Design Thinking

Design Thinking kann helfen, innovative Lösungen zu finden. Aber was steckt eigentlich hinter dem Modewort? Microsoft will es zeigen, im Einführungskurs bei Edx. Eine Prämisse von Design Thinking ist es, die Perspektive des Kunden oder Nutzers einzunehmen. Von der Horizonterweiterung können nicht nur Unternehmer und Entwickler profitieren, sondern auch Ingenieure. Der aktuelle Kurs kann mit etwas Tempo noch bis zum 1. April absolviert werden. Edx legt den Teilnehmern ein Pensum von drei bis vier Stunden über fünf Wochen nahe – das ist machbar. Auch hier gilt: Die Teilnahme ist kostenlos, für ein Zertifikat werden 99 US-Dollar fällig.

4. Patentrecht: So schützen Sie Ihre Innovationen

Seine neuartige Rechenmaschine wollte Konrad Zuse einst als Patent anmelden, doch sein Antrag wurde abgelehnt. Später fuhren vor allem amerikanische Firmen massive Gewinne mit PCs und Software ein. Die Deutschen erfinden, die Amerikaner ernten die Früchte – so war es in der Wirtschaftsgeschichte schon häufiger. Dieses Szenario kann man mit der entsprechenden Expertise verhindern. Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) gibt dabei Hilfestellung. Etwa mit dem Kurs Patentrecht – so schützen Sie Ihre Innovationen – natürlich auf Deutsch. Am Ende gibt es eine benotete Teilnahmebestätigung.

5. Künstliche Intelligenz

Insgesamt 3 Milliarden Euro will die Bundesregierung bis 2025 in künstliche Intelligenz investieren. Viele neue KI-Arbeitsplätze sollen in diesem Zuge entstehen. Vom Hasso-Plattner-Institut kommt einer der wenigen KI-Moocs in deutscher Sprache. Der Onlineworkshop künstliche Intelligenz vermittelt Grundlagen und gibt Praxisbeispiele. Vorwissen müssen die Teilnehmer keines mitbringen. Zeit dagegen schon, der Kurs läuft vom 9. bis 23. Oktober 2019. Bei erfolgreicher Teilnahme gibt es eine Teilnahmebestätigung. Mitmachen kostet nichts, nur an einer Onlineregistrierung beim HPI kommen Interessierte nicht vorbei.

6. Self Driving Car Engineer

Selbstfahrende Autos sollen den Straßenverkehr revolutionieren. Doch von alleine bauen sie sich nicht. Die Onlineakademie Udacity will die notwendigen Ingenieure in Eigenregie ausbilden. Für Udacity-Gründer Sebastian Thrun wohl eine Herzensangelegenheit. Der Deutsche gilt als Vordenker des Street-View-Autos von Google. Jeden aber lässt Udacity nicht rein. Interessenten müssen Vorkenntnisse in Physik, Statistik und der Programmiersprache Python mitbringen – und eine Bewerbung einreichen. Wer damit erfolgreich ist, wird etwa in Computer Vision, Deep Learning und Sensor Fusion fit gemacht. Über den Wert der Zertifikate gehen die Meinungen auseinander. Für die Onlineausbildung sprechen die hochrangigen Kooperationspartner BMW, Mercedes-Benz, Nvidia und Uber. Aber auch der Preis ist stattlich – rund 1.000 Euro verlangt Udacity für den dreimonatigen Kurs.

7. Lean Production

Nur zwei deutsche Universitäten sind Partner von Edx: die RWTH Aachen und die TU München. Die Münchener wiederum greifen bei ihrem Mooc Lean Production auf einen Partner aus der Wirtschaft zurück, nämlich auf den Automobilgiganten Toyota. Am Beispiel der Japaner wollen sie zeigen, wie schlanke Produktion Qualität und Produktivität verbessern und Verschwendungen vermeiden kann. Dabei spielt die fernöstliche Kaizen-Philosophie, die das ständige Streben nach Verbesserung in den Vordergrund stellt, eine Hauptrolle. Bis zum 1. Juli 2019 können sich Interessierte weiterbilden – ohne feste Fristen einhalten zu müssen. Einen Arbeitsaufwand von drei bis vier Stunden wöchentlich über insgesamt sechs Wochen sollten sie aber einplanen. Und 88 US-Dollar, wenn sie ein Zertifikat erwerben möchten. Mathe-Grundkenntnisse sind auf jeden Fall notwendig.

8. Excel für (Bau-)Ingenieure

Am Tabellenkalkulator Excel kommen Ingenieure oft nicht vorbei. Den Umgang eignen sich viele nebenbei an, in der Universität, über Youtube oder durch Learning by doing. Es geht auch mithilfe von Udemy: Der private US-Anbieter hat schon seit 2017 einen Excel-Kurs für Ingenieure im Programm. Die Amerikaner sind so etwas wie die Populärwissenschaftler unter den Mooc-Plattformen. Sie arbeiten nicht mit Hochschulen zusammen, sondern lassen User eigene Kurse anbieten und vermarkten. Den deutschsprachigen Excel-Kurs für Ingenieure: Kräftezerlegung, Fachwerkbrücke können Bauingenieure mit Excel-Defiziten ohne größeres Risiko ausprobieren. Er ist mit 3,5 Stunden Videomaterial sehr überschaubar und kostet aktuell nur rund 11 Euro.

9. Blockchain

Die Blockchain – sonderbar und sagenumwoben. Sehr wahrscheinlich werden auch Ingenieure in Zukunft mehr Anknüpfungspunkte mit der Wundertechnologie haben. Wer aber nach der genauen Funktionsweise fragt, wird zumeist fragende Blicke ernten. Das Hasso-Plattner-Institut liefert die Antworten. Im Zwei-Wochen-Kurs Blockchain – Sicherheit auch ohne Trust Center vermitteln die Berliner Grundlagen. Der Kurs richtet sich an Anfänger, die die Blockchain verstehen wollen. Jeder kann kostenlos mitmachen. Bei reger Beteiligung gibt es eine Teilnahmebestätigung, bei Leistungsnachweisen sogar ein Zeugnis.

10. Electric Cars

Elektrischen Autos gehört die Zukunft, da sind sich mittlerweile alle einig. In der Autofahrergesellschaft müssen sie sich aber erst noch durchsetzen. Ohne flankierende Maßnahmen durch die Politik scheint das nur schwer möglich. Welche Anreizsysteme versprechen Erfolg? Und wie geht man mit gesellschaftlichen Werten und Normen um? Die Technische Universität Delft will Ingenieure für diese Problematik sensibilisieren und fit für den politischen Diskurs machen – anhand praktischer Beispiele aus den Niederlanden. Sie interessieren sich für Elektromobilität im Spannungsfeld von Politik und Gesellschaft? Einige Edx-Kurse zu Electric Cars laufen gerade.

 

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Von Sebastian Wolking

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