Meinungsbeitrag

Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen MBA?

Wer als Ingenieure einen MBA plant, fragt sich natürlich, wann er ihn sinnvoll einschiebt in seine Karriereplanung. Harald Lisson, Inhaber des Weiterbildungsportals ingacademy.de, hat sich dieser Frage für ingenieur.de gewidmet.

Nachdenklicher Mann vor einer Skizze zum MBA

Wer sich für einen MBA entscheidet, muss im Auge haben, dass die Ausbildung viel zeit und Kraft kostet.

Foto: panthermedia.net/denisimagilov

Die Auswahl des passenden MBA-Programms

Grundsätzlich kann man einen MBA „fulltime“, direkt im Anschluss an sein Studium beginnen. Das macht für diejenigen Sinn, die sich aktuelle betriebswirtschaftliche Kenntnisse im internationalen Umfeld, in komprimierter Form und auf einem anspruchsvollen Niveau aneignen möchten.

Für berufstätige Ingenieure, die vorhaben einen MBA zu machen, empfiehlt sich eher die berufsbegleitende Variante, der sogenannte „Part-Time MBA“. Dieser setzt meistens 2-5 Jahre Berufserfahrung voraus und nutzt die beruflichen Erfahrungen der Teilnehmer für einen Mehrwert, der den Kursteilnehmern zu Gute kommt. Eine solche MBA-Klasse setzt sich zumeist aus Teilnehmern unterschiedlicher Berufe und auch Herkunftsländer zusammen.

Für Ingenieure mit deutlich mehr Berufserfahrung, machen die sogenannten „Executive MBAs“ mehr Sinn, da man sich dort mit Teilnehmern vernetzen kann, die ebenfalls viel Berufserfahrung besitzen (7 Jahre und mehr). Die meisten Teilnehmer eines Executive MBA haben auch Führungserfahrung, sodass die praktischen Themen, die in diesen Kursen im Vordergrund stehen, ganz andere sind als die der ebenfalls berufsbegleitenden „Part-Time MBAs“.

Abhängig von der Berufserfahrung sind die Teilnehmer in den „Part Time“-Studiengängen im Schnitt um die 30 Jahre alt, während die Teilnehmer eines „Executive MBA“ eher Mitte 30 bis sogar Mitte 40 sein können.

Je älter man bei Beginn eines meistens hochpreisigen MBA ist, desto mehr rückt die Frage des „Return On Investment“ in den Vordergrund. Mittelfristig sollte der Absolvent eines MBA einen Karriereschritt machen können, der ihn in die Lage versetzt, die Kosten, die er für das Aufbaustudium auf sich genommen hat, über ein dann höheres Gehalt wieder zurückzubekommen.

Soweit so gut!

Brauchen Ingenieure einen MBA?

Aber benötigt ein Ingenieur in Deutschland überhaupt einen MBA um Karriere machen zu können?

Ich zitiere hierzu gerne Heiko Mell, der an entsprechender Stelle in seiner Kolumne bei den VDI nachrichten gesagt hat: „Lesen sie sich bitte diesbezüglich die Stellenanzeigen durch und informieren Sie mich, wenn Sie eine Stellenanzeige gefunden haben, in der ein MBA als ein Einstellungskriterium aufgeführt wird.“

In der Tat gibt es diese Stellenanzeigen nicht. Aber, wenn Sie als Ingenieur im internationalen Umfeld aktiv sind und das zudem in einer Führungsposition, dann werden Sie feststellen, dass Sie auf immer mehr Führungskräfte stoßen, die einen solchen MBA gemacht haben.

Spätestens an dieser Stelle kann man sich fragen, was hat die andere Person, was ich nicht habe?

Was bringt ein MBA?

Als Antwort könnte man etwas vereinfacht sagen: z.B. ein sehr starkes internationales Netzwerk, das sich zum einen zusammensetzt aus den Teilnehmern des eigenen Kurses, aber auch aus dem nicht zu unterschätzenden Netzwerk der Alumni, die an der gleichen Kaderschmiede ihren Abschluss gemacht haben. Viele von ihnen dürften nun in sehr guten Positionen in der Wirtschaft arbeiten und den anderen Absolventen ihre Unterstützung gerne anbieten.

Exzellente Business-Schulen werben u.a. damit, dass viele ihrer Absolventen, in absehbarer Zeit, hoch dotierte Positionen bei den größten Unternehmen erhalten. Über die sehr aktiven Alumni-Vereine und ihre Veranstaltungen ist der Kontakt zu ihnen häufig nur eine Frage der Zeit, bzw. der eigenen Aktivität.

MBA-Kosten und die Auswahl der richtigen Business-Schule

An dieser Stelle sollte sich ein potenzieller Bewerber für einen MBA-Studiengang fragen, was für ein Anbieter, sprich welche Business-Schule, es denn sein sollte und wieviel Geld für diese sehr anspruchsvolle und auch zeitraubende Unternehmung eines MBA zur Verfügung steht.

Davon ausgehend lässt sich der Kreis der Schulen schon etwas eingrenzen. Weiß ich z.B. schon, ob ich in ein anderes Land gehen möchte? Dann bietet es sich an, eine Business-Schule aus dem jeweiligen Land zu besuchen, in der man neben dem Gebrauch der englischen Sprache auch die Landessprache gut lernen kann.

Möchte man jedoch eine ganz bestimmte, „namhafte“ Business-Schule besuchen, weil auch der Name der Schule bei Bewerbungen auf eine Position eine Rolle spielt, dann muss ich bereit sein, dafür die geforderte Summe zu bezahlen, die auch in Deutschland schon einmal bei 60.000 Euro liegen kann.

Unabhängig von den o.g. Kriterien kann man sich aber auch einen „thematisch“ passenden MBA aussuchen, da sich viele MBAs spezialisiert haben auf bestimmte Bereiche, z.B. „Logistikmanagement“, „Technologiemanagement“,  „Sustainability“ oder „Innovation and Business Creation“.

Zeitaufwand eines MBA-Studiums bedenken

Ist man in dieser Hinsicht weiter gekommen, stellt sich die Frage: Wieviel Zeit kann ich für die Durchführung des MBA-Studienganges überhaupt aufbringen? Hier ist auch die Überlegung von Bedeutung, ob und wieweit die Firma, für die man zu der Zeit arbeitet, einen für die Dauer der Durchführung des MBA evtl. unterstützt. Das kann in finanzieller Hinsicht geschehen, es kann aber auch in einer Reduktion der Aufgaben oder Reisen geschehen, die man für seine Firma zu erledigen hat. Damit kann der Arbeitgeber dafür sorgen, dass die Mehrfachbelastung über einen Zeitraum von bis zu 2 Jahren erträglicher wird.

Nicht zu unterschätzen ist dabei die Zeit, die man neben der Arbeit und dem reinen Studium für den Aufbau und den Erhalt des persönlichen, plötzlich sehr internationalen Netzwerkes aufbringen muss. Das erfordert sehr viel persönliches „Commitment“ und kann zum Teil eine 24/7-Aufgabe werden.

MBA und Privatleben müssen harmonieren

Zu guter Letzt spielt auch die private Situation eine große Rolle, die bei der Entscheidungsfindung nicht unterschätzt werden darf. Bin ich zum Beispiel ein Familienvater mit Frau und drei Kindern, lebe in einem gerade gekauften Eigenheim und stemme dadurch einen hohen Fixkostenanteil? Oder bin ich noch ungebunden, sprich nicht verheiratet und habe noch keine Kinder?

Ausgehend von dieser Situationsbeschreibung kann man natürlich versuchen, über Stipendien die finanzielle Belastung zu reduzieren. Aber die Belastung für Ehepartner/in, Freund/in oder Familie ist nicht minder hoch als die für einen selbst.

In der Zeit der Durchführung des MBA wird für die besagten Personen nicht viel Zeit zur Verfügung stehen, sodass man sich vor dem Start des Projekts MBA in eingehenden Gesprächen die persönliche Rückendeckung holen sollte. Vor allem bei den Menschen, die einem am nächsten stehen, denn diese werden für die Dauer des MBA auch große Opfer bringen müssen.

Fazit: Die gründliche Analyse der eigenen Situation und Wünsche steht also am Anfang eines jeden MBA und davon ausgehend kann man sicherlich den für sich persönlich am besten geeigneten „Partner“ (Business-Schule) finden. Das Studium fordert absolutes „Commitment“ und je erfolgreicher man wird, desto mehr wird man von da an und für die Zukunft auch zu einem wertvollen Repräsentanten der Schule.

Wer sich unverbindlich informieren möchte, kann sich auf den VDI nachrichten Recruiting Tagen mit Harald Lisson austauschen. Der promovierte Sportpsychologe ist Inhaber und Leiter von ingacademy.de, dem Weiterbildungsportal für Ingenieure und Dozent für Berufsbildung in China.

Von Harald Lisson Tags:

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