Recruiting Tag Blog

Wirke durch Worte – das Vorstellungsgespräch

Auf den VDI nachrichten Recruiting Tage gibt es viele interessante Vorträge. In unserem Blog bietet sich nun die Möglichkeit, Ihnen einige Inhalte vorzustellen.

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Foto: panthermedia.net/maxkabakov

Heute: Renate Eickenberg. Sie präsentiert auf VDI nachrichten Recruiting Tagen den Vortrag “Wirke durch Worte“. Der Titel macht neugierig.

Hallo Frau Eickenberg, ich habe Ihren Vortrag leider noch nicht live erlebt, aber der Titel hat mich sofort neugierig gemacht. Bei einem Vorstellungsgespräch denkt man zuerst an die richtige Kleidung, Gestik, Mimik und dann überlegt man sich im Vorfeld ein paar Antworten, die vielleicht ganz gut wirken könnten, sieht sich den Lebenslauf noch einmal an, um sofort antworttechnisch alles parat zu haben. Wie kann ich durch meine Worte besonders auf mein Gegenüber wirken?

Renate Eickenberg: Nun, wichtig ist, dass ich durch meine Worte eine positive Wirkung erziele und das gelingt nicht, wenn ich negativ spreche. Über mich, mein ehemaliges oder derzeitiges Unternehmen, meinen Ex-Chef. Jedes Unternehmen möchte einen Mitarbeiter gewinnen, der engagiert, offen und motiviert ist und keinen Jammerlappen, der das Glas immer halbleer sieht und von dem zu erwarten ist, dass er zu jeder Neuerung im Unternehmen „ja, aber…!“ sagt. Durch unsere Worte verraten wir eben auch unseren Charakter, unsere Denk- und voraussichtliche Handlungsweise.

Was sollte bei einem Vorstellungsgespräch auf jeden Fall vermieden werden?

Zum einen sollte der Kandidat nicht auftreten wie ein Bittsteller, der froh sein muss, eine neue Stelle zu bekommen, zum anderen aber auch nicht wie Graf Koks, der von sich meint, er sei der Beste und Schönste weit und breit. Eine gesunde Mischung aus Respekt dem Gesprächspartner gegenüber und eigener Sicherheit, die Selbstgefälligkeit nicht nötig hat, ist dagegen hilfreich. Der Bewerber sollte nicht davon ausgehen, dass dieses Gespräch ein Verhör ist, in dem er die Fragen gestellt bekommt. Besser ist es, wenn er sich gut auf das Gespräch vorbereitet hat und seinerseits Fragen stellen kann. Apropos vermeiden …, er sollte auf keinen Fall im ersten Gespräch nach Gehalt, Urlaub, Sozialleistungen fragen, sonst geht der Gesprächspartner davon aus, der Kandidat habe eine Nehmermentalität.

Wie authentisch kann und muss ich sein?

So authentisch wie möglich. Entweder der Personalchef findet mich gut, so wie ich bin, oder eben nicht und dann ist es besser, wenn gleich von Anfang klar ist, dass Bewerber und Unternehmen womöglich nicht so gut zusammen passen. Die meisten Personalchefs sind Profis, die die Wahrheit von einer Lügengeschichte unterscheiden können, sie sehen das oft schon an der Augenbewegung. Insofern darf man ruhig auch das vermeintlich Ungünstige sagen (zum Beispiel: „Ich habe so lange studiert, weil mir mein Weg damals noch nicht klar war“), wenn es gelingt, etwas Positives daraus zu machen („…aber jetzt ist er mir glasklar und er führt unweigerlich zu Ihnen“ ;-)).

Wenn ich nicht „der Redner“ bin und Schwierigkeiten in meiner Außendarstellung habe, ist professionelle Unterstützung z.B. durch einen Coach  hilfreich?

Ja, hilfreich schon, Vieles kann man trainieren und kleine Schwächen lassen sich durch Übung ausmerzen. Allerdings wird auch ein Coach nicht eben mal aus einem introvertierten Menschen den „großen Redner“ machen. Das darf aber auch nicht das Ziel sein, denn damit würde der Kandidat ja im Gespräch etwas verkaufen, das er im Grunde gar nicht ist. Ein Kaufversprechen muss auch eingehalten werden und nicht anders ist es im Bewerbungsgespräch.

Was halten Sie von Input aus der Familie oder von Freunden? Ist das zu nah?

Kommt darauf an. Vier Augen sehen natürlich mehr als zwei und außenstehende Ohren hören mehr als nur die eigenen. Vergessen darf man aber nicht, dass der Input von Seiten der Familie durchaus sehr subjektiv ist, weil man sich ja kennt. Außerdem fließen möglicherweise auch persönliche Wünsche oder Bedürfnisse des Beraters aus dem näheren Umfeld in den Input mit hinein. Insofern halte ich einen Menschen, der auf Grund seiner außenstehenden Position objektiver ist, für geeigneter.

Vielen Dank für das interessante Interview Frau Eickenberg. Wir freuen uns schon auf Ihren nächsten Vortrag auf unserem Recruiting Tag am 20. März in Frankfurt.

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