Bewerbertipps 22.08.2022, 14:22 Uhr

Schlechtes Arbeitszeugnis: Das sollten Sie unbedingt tun!

Ein Arbeitszeugnis ist bei einer Bewerbung ähnlich relevant wie der Lebenslauf. Achten Sie also frühzeitig darauf, ob sich unter Ihren auch schlechte Arbeitszeugnisse befinden. Eines ist noch kein Beinbruch, mehrere werden schnell zum Problem. Grundsätzlich können Sie gegen ein schlechtes Arbeitszeugnis vorgehen.

Ein schlechtes Arbeitszeugnis macht sich gar nicht gut bei der Bewerbung. Deshalb: Zeugnisse immer zeitnah prüfen! Foto: Panthermedia.net/biancoblue (Yaymicro)

Ein schlechtes Arbeitszeugnis macht sich gar nicht gut bei der Bewerbung. Deshalb: Zeugnisse immer zeitnah prüfen!

Foto: Panthermedia.net/biancoblue (Yaymicro)

Sie haben die perfekte Stelle gefunden. Während der Bewerbung stellen Sie plötzlich fest: Sie haben von Ihrer letzten Arbeitgeberin oder Ihrem letzten Arbeitgeber ein schlechtes Arbeitszeugnis erhalten. Nun an ein besseres zu kommen, ist gar nicht so einfach. Deshalb kontrollieren Sie Ihr Zeugnis immer sofort. So lassen sich Unstimmigkeiten noch mit der Arbeitgeberin oder dem Arbeitgeber klären und womöglich beheben.

Zum Arbeitszeugnis gibt es zwei goldene Grundregeln: Es muss die Wahrheit widerspiegeln und jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter hat mindestens den Anspruch auf ein Arbeitszeugnis mit der Note drei. Stellt die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber Zeugnisse mit schlechteren Noten aus, müssen sie das im Notfall beweisen. Sind Sie als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter stattdessen der Ansicht, Sie hätten bessere Leistungen gezeigt, sind Sie in der Pflicht, dies nachzuweisen.

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Woran erkenne ich ein schlechtes Arbeitszeugnis?

Für Laien ist es nicht unbedingt auf den ersten Blick erkennbar, ob Sie ein schlechtes Arbeitszeugnis in der Hand halten. Denn viele Formulierungen klingen besser, als sie tatsächlich gemeint sind. Das liegt vor allem daran, dass die Sprache in einem Arbeitszeugnis einen Code enthält und Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber schlechte Leistungen wohlwollend umschreiben. Deshalb finden Sie Kritik darin eher versteckt.

Beispiele für Formulierungen, anhand derer Sie ein schlechtes Arbeitszeugnis erkennen:

Negative Formulierungen, die scheinbar positiv klingen:

„Ihr Engagement gab keinen Anlass zu Beanstandungen.“

Warum muss das explizit erwähnt werden, wenn Ihr Engagement doch in Ordnung war?

Passive Formulierungen können inhaltlich durchaus der Wahrheit entsprechen. Bei genauerer Betrachtung fällt aber auf, dass man eine engagierte Mitarbeiterin oder einen Leistungsträger wohl nicht so beschreiben würde:

„Herr Mustermann wurde für folgende Tätigkeiten eingesetzt.“

Formulierungen, die Spielraum für mehrere Interpretationen bieten. Beispiele:

„Herr Mustermann zeigte immer Interesse.“

„Frau Mustermann erledigte alle Aufgaben pflichtbewusst und ordnungsgemäß.“

Geht es um die Beschreibung von Hierarchien, werden bei Arbeitszeugnissen strenge Regeln eingehalten: Es wird immer zuerst die Vorgesetzte oder der Vorgesetzte benannt, dann Kundinnen und Kunden, erst zum Schluss Kolleginnen und Kollegen. Sobald eine andere Reihenfolge zum Einsatz kommt, ist das oftmals ein Indiz dafür, dass die Mitarbeitenden wohl zu Schwierigkeiten mit Autoritäten neigen.

Aussagen, die Widersprüche aufwerfen: Wenn einerseits dem Mitarbeitenden ein gutes Verhältnis zu Kolleginnen und Kollegen bescheinigt wird, demgegenüber aber eine eher mittelmäßige Leistung steht, deutet das daraufhin, dass jemand lieber an der Kaffeemaschine über die Wochenendaktivitäten spricht als zu arbeiten.

Wenn offenkundig Informationen fehlen oder es nur sehr oberflächliche Beschreibungen gibt, kann das bei Personalverantwortlichen Misstrauen wecken.

Manche Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber bauen absichtlich offensichtliche Fehler ein. Schon vermeintlich simple Rechtschreibfehler werfen ein allgemein schlechtes Licht auf den Menschen, der sich mit einem solchen Zeugnis bewirbt.

Was sollte im Arbeitszeugnis stehen? Welche Formulierung ist wichtig? Erfahren Sie es hier: Muster: Formulierungen für Ihr Arbeitszeugnis

Wie erklärt man ein schlechtes Arbeitszeugnis?

Sie haben ein schlechtes Arbeitszeugnis erhalten, was nun? Es einfach zu verschweigen ist keine gute Idee. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber stufen Bewerberinnen und Bewerber gern grundsätzlich als ungeeignet ein, wenn das herauskommt. Schließlich lässt dies Zweifel an Ihrer Ehrlichkeit aufkommen. Spätestens im Vorstellungsgespräch wird es ohnehin auffallen. Was antworten Sie dann, wenn Sie gebeten werden, das nachzureichen? Eigentlich ist Ihre Antwort dann schon gar nicht mehr relevant. Denn Sie sind bei einem Schwindel aufgeflogen. Hinzu kommt, dass es einen gesetzlichen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis gibt.

Da Arbeitgeberinnen oder Arbeitgeber eine möglichst neutrale Bewertung als Grundlage für die Auswahl der Bewerberinnen und Bewerber benötigen, sind Arbeitszeugnisse neben dem Lebenslauf die besten Informationsquellen. Eine gute Vorbereitung ist an dieser Stelle das A und O. Überlegen Sie sich eine Strategie, wie Sie das schlechte Zeugnis erklären. Sollte nur eines schlecht ausfallen, können Sie das positiv für sich nutzen. Wenn Sie möglicherweise zu Unrecht ein schlechtes Arbeitszeugnis erhalten haben, bemühen Sie sich, dieses Bild zu entkräften. Das kann Ihnen zum Beispiel mit weiteren Referenzen oder Empfehlungsschreiben gelingen, die Sie von anderen Führungskräften oder Kundinnen und Kunden desselben Unternehmens erhalten. Entscheidend ist: Es sollte niemals wie eine Rechtfertigung klingen.

Wie schlimm ist ein schlechtes Arbeitszeugnis?

Ein schlechtes Arbeitszeugnis kann Ihnen Schwierigkeiten bereiten, wenn sich diese Leistungen wie ein roter Faden durch Ihre Bewerbungsunterlagen ziehen. Ein Zeugnis dieser Art lässt sich als Ausrutscher erklären, mehrere davon nicht mehr. Wenn Sie es schaffen, bei weiteren Bewerbungen, diese eine Schwäche konstruktiv zu nutzen, muss das schlechte Arbeitszeugnis gar nicht so große Auswirkungen haben. Zeigen Sie glaubhaft, dass Sie an Ihren Schwächen gearbeitet haben und persönlich daran gewachsen sind.

Lebenslauf: Hier finden Sie Muster, Tipps und Beispiele

Ebenfalls erlaubt ist, dass Sie in einem Vorstellungsgespräch inhaltliche Differenzen zur Sprache bringen. Wenn es verschiedene Vorstellungen gab, wie sich das Projekt umsetzen lässt, dürfen Sie das sachlich und neutral erläutern. Achten Sie unbedingt darauf, nicht schlecht über Ihre ehemalige Arbeitgeberin oder Ihren ehemaligen Arbeitgeber zu sprechen. Das ist tabu!

Was kann ich tun, wenn mein Arbeitszeugnis schlecht ist?

Wenn Sie mit Ihrem schlechten Arbeitszeugnis nicht einverstanden sind, ist das Ihr gutes Recht. Es steht Ihnen frei, mit Ihrer Chefin oder Ihrem Chef Kontakt aufzunehmen und um Änderungen zu bitten. Am besten tun Sie das auf direktem Weg und erläutern Ihre Korrekturwünsche. Oftmals stecken Unwissenheit und Zeitnot dahinter. Am schnellsten kommen Sie in der Regel zum Ziel, wenn Sie konkrete Vorschläge machen. Gehen Ihre Arbeitgeberin oder Ihr Arbeitgeber darauf nicht ein oder zeigen Sie sich hinsichtlich einer Korrektur nicht einsichtig, sollten Sie schriftlich Widerspruch einlegen. Dazu setzen Sie unbedingt auch eine Frist.

Wenn Sie auf diese Art und Weise wieder nichts erreichen, wenden Sie sich an Fachanwälte für Arbeitsrecht. Diese überprüfen Ihr schlechtes Arbeitszeugnis und schreiben Ihre ehemalige Firma an. Das zeigt meistens Wirkung. Die letzte Möglichkeit ist der Klageweg. Angestellte können eine sogenannte Zeugnisberichtigungsklage einreichen. Allerdings sind dann meistens Sie in der Pflicht, zu beweisen, dass Ihre Leistungsbeurteilung nicht der Realität entspricht. Tipp: Sammeln Sie andere Arten von Nachweisen. Das können zum Beispiel E-Mails sein, Bescheinigungen, Zulagen, die leistungsbezogen sind, Lohnerhöhungen oder auch Beurteilungen, die Sie zwischendurch erhalten haben. Auf diese Art und Weise lässt sich ein schlechtes Arbeitszeugnis durchaus entkräften.

Wie sollte ein gutes Zeugnis aussehen?

Ein gutes Arbeitszeugnis beschreibt auf aktive und detaillierte Art und Weise Ihre Leistungen, Stärken, Ihr Engagement und Sozialverhalten, ohne zu übertreiben. Die wohlwollenden Formulierungen geben keinen Anlass, misstrauisch zu werden. Rein formal muss es auch Angaben zu Art und Dauer der Tätigkeit enthalten. Da die Schlussformel bei einem Arbeitszeugnis freiwillig ist, wird ihr durchaus eine gewisse Bedeutung beigemessen. Fehlt sie, deutet das auf ein schlechtes Arbeitszeugnis hin. Enthält sie dagegen einen Dank für die gute Arbeit und positive Wünsche für die Zukunft, gilt das als klares Zeichen dafür, dass Sie in der Firma einen guten Job gemacht haben. Hinsichtlich der Länge gelten zwei, maximal drei DIN A 4 Seiten als passend für ein gutes Zeugnis.

Mehr zum Thema:

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Ein Beitrag von:

  • Nina Draese

    Nina Draese hat unter anderem für die dpa gearbeitet, die Presseabteilung von BMW, für die Autozeitung und den MAV-Verlag. Sie ist selbstständige Journalistin und gehört zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themen: Automobil, Energie, Klima, KI, Technik, Umwelt.

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