Führungskräfte 16.12.2020, 11:15 Uhr

Karriere im Wandel: Wann Erfolgsarroganz pusht – und wann sie schadet

Hauruck geht es die Karriereleiter nach oben. Ohne Rücksicht auf Verluste. Frei nach der Devise: Nur die Harten kommen in den Garten. Wer so unterwegs ist, denkt einen ganz alten Stiefel. Karriere geht inzwischen anders. Empathischer, kollegialer, fairer.

Frau lächelnd im Büro

Nur Ellenbogenmenschen machen Karriere? Von wegen, Karriere geht heute anders.

Foto: panthermedia.net/Scarteblanche

Den Netten gehört nicht die Welt. Harte Hunde vom Schlage eines Martin Winterkorn oder solche, die wie Mark Zuckerberg keine Freunde kennen, empfehlen sich für Großes. Dieses ungeschriebene Karriere-Gesetz geistert noch durch viele Köpfe aufstiegsambitionierter Ingenieure. Es wird Zeit damit aufzuräumen. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall: Wer sich in einer agilen Arbeitswelt wie die Axt im Wald aufführt, um seine persönliche Agenda voranzutreiben, wird möglicherweise, um im Bild zu bleiben, von einem Baum erschlagen. Nix mit Führungsposition.

Egoisten manövrieren sich eher ins Aus als nach oben. Eine Warnung, die Ryan Holiday, Autor und Ex-Marketing-Chef von American Apparel, mit Nachdruck in seinen Büchern („Ego is the Enemy“) und Vorträgen verbreitet: Ein allzu starkes Ego verhindere, die Welt um uns herum richtig wahrzunehmen, mahnt er. Wer zu sehr auf sich und seine Karriereziele fixiert ist, nimmt andere kaum wahr, verpasst damit die Chance, von anderen zu lernen und die eigene Kreativität zu kitzeln. Völlig logisch, dass so jemand schwerlich in der Lage ist, andere zu führen, zu motivieren und fremde Erfolge zuzulassen. Im Schlepptau stellt sich Beratungsresistenz ein, die zu Fehlentscheidungen und Misserfolgen führt. Naheliegend auch, so Holiday, dass man so kaum berufliche Netzwerke knüpfen kann, die für das Weiterkommen nun mal unabdingbar sind.

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Agiles Arbeiten: Abschied von alten Führungsformeln

Ellenbogen und Ego sind Out

Mehr noch: Ingenieure innerhalb einer Branche sind meist gut vernetzt, womit sich rasch herumspricht, um wen man ob seiner Egomanie besser einen Bogen macht – und wer sich für jegliche Führungsposition diskreditiert.

„Je mehr Kreativität gefordert und je höher die Komplexität der Aufgabe ist, umso weniger wird der rücksichtlose Narzisst oder Machiavellist Erfolg haben“, erklärt Professor Dieter Frey, Leiter des Zentrums für Leadership and People Management der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Wer es dank Ellenbogen und Ego dennoch in eine Führungsposition geschafft hat, treibt seine Mannschaft nicht selten in die innere oder tatsächliche Kündigung – attraktive Jobs mit besserem Betriebsklima bieten sich Ingenieuren zuhauf. Allein schon Ingenieuren der Generation Y dürften derartige Führungsstile, die Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie als „dunkle Triade“ vereinen, übel aufstoßen.

„Die Forschung zeigt, dass Narzissten auf den ersten Blick bestechender sind, dass sie aber auch auf Dauer den Teamerfolg wesentlich schmälern“, sagt Frey. „Der Narzisst merkt dieses oft nicht oder erst zu spät.“

Der Experte für Führungsfragen spricht von „Erfolgsarroganz oder Omnipotenz-Gefühlen“, die sich bei Rüpeln im Nadelstreifen rasch einstellen, sie vielleicht anfangs flugs vorankommen lassen – und bereits die Saat des Scheiterns sind. Dürfte schwer sein, „Omnipotente“ einzubremsen, Mitarbeiter kuschen lieber und hoffen, dass der Spuk bald vorbei ist.

Karriere heute: Weich kommt weiter

Allmählich verbreitet sich die Devise: Weich kommt weiter. Was nicht heißen soll, möglichst dehnbar, wohlgefällig und rückgratlos unterwegs zu sein. Nein, wer führen will, muss sich durchsetzen können.

Aber wie befördert man smart mit sanftem Druck und viel emotionaler Intelligenz seine Karriere? Fachmann Frey gibt die Antwort: Es gelte, drei Kulturen zu leben, die die aufstrebende Führungskraft in sich vereinen sollte:

  1. Eine „Exzellenzkultur“, also Topleistung, hohe Qualität, Innovation und Nachhaltigkeit der Arbeit.
  2. Eine „Respekt- und Wertschätzungskultur, in der man respektvoll und anständig miteinander umgeht, wobei das Potenzial von jedem Einzelnen und im Team gefördert wird.
  3. Außerdem sollten die „drei Vs“ gelebt werden, die jede gute Führungskultur auszeichnen: Vorbild, Verantwortung, Verpflichtung.

Sicher: Ohne Selbstbewusstsein wird es schwer.

„Man braucht ein gesundes Ego, im Sinne von Durchsetzungsvermögen, um eine Vision umzusetzen und die drei Kulturen zu leben“, erläutert Frey.

Wichtig dabei: „Nur durch Empathie, also Perspektivenwechsel, wird man das erreichen.“

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Ein Beitrag von:

  • Chris Löwer

    Chris Löwer arbeitet seit mehr als 20 Jahren als freier Journalist für überregionale Medien. Seine Themenschwerpunkte sind Wissenschaft, Technik und Karriere.

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