Ich habe nach meiner Promotion bei einem großen Unternehmen als Entwicklungsingenieur angefangen und bin dort inzwischen Gruppenleiter geworden. Mein neuer Vorgesetzter, seit vielen Jahren im Konzern, ist seit einiger Zeit Leiter dieser Abteilung. Wie ich inzwischen erfahren habe, ist er von seiner alten Position (eine Hierarchieebene tiefer als heute) „weggelobt“ worden, da man dort mit seinem Führungsstil unzufrieden war. Auch in seiner jetzigen Position zeigt sich immer mehr, dass er massive Schwächen in der fachlichen und personellen Führung sowie in seiner Leistungsbereitschaft hat. Er hält u. a. der Abteilung zu wenig den Rücken frei und wirkt zu wenig als Puffer zwischen Management und Mitarbeitern, so dass alle (auch die unsinnigen) Anfragen und Arbeitsaufträge direkt durchgereicht werden. Wenn Mitarbeiter aufgrund fehlender Vorgaben Fehler machen und diese vom Management (andere Führungskräfte, seine Chefs und andere) gerügt werden, stellt er sich nicht hinter die Mitarbeiter und übernimmt keine Verantwortung. Die Organisation seines privaten Engagements nimmt wesentliche Teile seiner Arbeitszeit ein und hat eine höhere Priorität als die fachliche und administrative Arbeit in der Firma. Zusätzlich fällt ihm strategisches Denken sehr schwer, was gerade in unserem Bereich wichtig wäre. Seit einiger Zeit beobachte ich (und auch meine Gruppenleiter-Kollegen) das Unvermögen des Vorgesetzten. Anfangs haben wir das Verhalten noch damit entschuldigt, dass er ja noch lernt in der neuen Position. Jedoch haben mehrere Gespräche hinsichtlich unserer Erwartungen an seinen Führungsstil keinen Erfolg gebracht. Als Gruppenleiter geben wir unser Bestes, um den Abteilungsleiter zu unterstützen und sein Fehlverhalten nach innen und außen zu kompensieren. Jedoch werden seine Führungsschwächen gerade in der derzeitigen schwierigen Situation des Konzerns so massiv, dass wir nicht mehr in der Lage sind, alle seine Fehler zu korrigieren. Dies führt u. a. dazu, dass es bei Abteilungsrunden in seiner Abwesenheit offene massive Kritik der Mitarbeiter an dem Abteilungsleiter gibt, die allerdings durchaus berechtigt ist. Meine Fragen nun: Wie weit darf und soll die Loyalität bei grober Unfähigkeit des Vorgesetzten gehen? Hält man zu ihm bis zu seiner Ablösung und hat dann jedoch u. U. den Ruf, ihn gedeckt zu haben anstatt einzuschreiten und Schaden von der Firma abzuwenden? Oder soll man die nächsthöhere Managementebene über die Unzufriedenheit in der Abteilung in Kenntnis setzen und ggf. eine Ablösung des Vorgesetzten vorschlagen? Dort ist das Problem sicherlich schon erkannt worden, die explosive Stimmung in der Abteilung kennt man jedoch vielleicht noch nicht. Dies würde zwar einen Verrat an dem Abteilungsleiter bedeuten, aber u. U. die Loyalität zum höheren Management zeigen (frei nach dem Motto „man hasst den Verrat, aber man liebt den Verräter“). Habe ich – mit meiner Promotion – und auch meine Gruppenleiterkollegen eventuell einen zu hohen Anspruch an das Führungsverhalten (gemäß dem Motto „das System ist für das Mittelmaß gemacht“)?
Arbeitsalltag
Firmenprofile







Top Stellenanzeigen
Bauingenieur / erfahrener Bautechniker für den Streckenbau (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes
14.09.2026
Würzburg
Bauingenieur für die Projektleitung im Streckenbau (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes
14.09.2026
Würzburg
Bauingenieur / erfahrener Bautechniker für den Konstruktiven Ingenieurbau (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes
14.09.2026
Würzburg
Bauingenieur für Straßenplanung / Verkehrsplanung (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes
14.09.2026
Würzburg
Bauingenieur für die Projektleitung im Konstruktiven Ingenieurbau (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes
14.09.2026
Würzburg
Senior Expert Maritime Systems Engineering (w/m/d)
HENSOLDT
14.09.2026
Wilhelmshaven, Kiel, Rostock, Hamburg
Inbetriebnahme- & Applikationstechniker Drive-by-Wire (m/w/d)
Arnold NextG GmbH
15.09.2026
Pfronstetten-Aichelau
Projektleitung Hafenausbau und Hafensanierung (m/w/d)
Stadt Hildesheim Der Oberbürgermeister
15.09.2026
Hildesheim
Projektmitarbeiter:in (m/w/d) im Bau- und Vertragsmanagement
IGS Ingenieure GmbH & Co. KG
15.09.2026
Duisburg, Hamburg, München, Stuttgart, Weimar
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige










