Anzeige

Geothermie statt Gas? Studie zeigt verborgenes Wärme-Potenzial unter Wuppertal

07. April 2026

Eine aktuell laufende Untersuchung des Fraunhofer IEG zeigt: Tiefe Geothermie könnte einen erheblichen Beitrag zur klimaneutralen Wärmeversorgung in Städten leisten.
Anzeige
Anzeige


Die Wärmewende gilt als eine der größten Herausforderungen der Energietransformation. Während erneuerbare Stromerzeugung in vielen Bereichen bereits etabliert ist, bleibt die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung komplex. Das gilt vor allem in dicht besiedelten urbanen Räumen. Neben Wärmepumpen, Fernwärme und Abwärmenutzung ist hier zunehmend auch die tiefe Geothermie interessant. Die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien (IEG) und die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) arbeiten hier zusammen.

Potenzial von tiefer Geothermie in der Stadt

Eine Studie des Fraunhofer IEG untersucht derzeit das Potenzial dieser Technologie am Beispiel der Stadt Wuppertal. Ziel ist es, die geologischen Voraussetzungen, technischen Möglichkeiten und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Nutzung tiefengeothermischer Ressourcen systematisch zu analysieren.

Anzeige
Anzeige

Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass auch Regionen außerhalb klassischer Geothermie-Hotspots relevante Potenziale aufweisen können. Während sich frühere Projekte häufig auf besonders günstige geologische Bedingungen konzentrierten – etwa im süddeutschen Molassebecken –, rückt nun verstärkt die Frage in den Vordergrund, wie sich Geothermie auch unter weniger idealen Bedingungen erschließen lässt.

Im Fall Wuppertal zeigten geowissentschaftliche Vorarbeiten geeignete geologische Formationen in mehreren Kilometern Tiefe, die grundsätzlich für die Wärmegewinnung genutzt werden könnten. Entscheidend ist dabei weniger die absolute Temperatur als vielmehr die Kombination aus geologischer Beschaffenheit, Durchlässigkeit der Gesteinsschichten und technischer Erschließbarkeit. Gleichzeitig verdeutlicht die Analyse, dass geothermische Projekte immer standortspezifisch zu bewerten sind und sich nicht ohne Weiteres auf andere Regionen übertragen lassen.

Infrastruktur, Wirtschaftlichkeit und Integration als zentrale Faktoren für Geothermie

Neben der geologischen Bewertung legt die aktuelle Studie einen Schwerpunkt auf die Integration der Geothermie in bestehende Wärmesysteme. In urbanen Räumen spielt dabei vor allem die Einbindung in Fernwärmenetze eine wichtige Rolle. Tiefe Geothermie kann hier als kontinuierliche, grundlastfähige Wärmequelle fungieren und damit zur Stabilisierung erneuerbarer Wärmesysteme beitragen.

Anzeige
Anzeige

Allerdings zeigen die Analysen auch, dass die Wirtschaftlichkeit stark von standortspezifischen Faktoren abhängt. Bohrkosten, Fündigkeitsrisiken und die erforderliche Infrastruktur stellen wesentliche Investitionshürden dar. Gleichzeitig sind langfristige Planungssicherheit und geeignete Fördermechanismen entscheidend, um Projekte finanzierbar zu machen. Auch Fragen der Risikoabsicherung, etwa bei nicht erfolgreichen Bohrungen, gewinnen dabei an Bedeutung.
Ein weiterer Aspekt betrifft die Planung und Genehmigung. Geothermieprojekte sind komplex und erfordern eine enge Abstimmung zwischen Kommunen, Behörden, Netzbetreibern und Projektentwicklern.

Vor allem in dicht besiedelten Gebieten müssen zudem Fragen des Umweltschutzes, der Flächennutzung und der öffentlichen Akzeptanz berücksichtigt werden. Die Studienautorinnen und -autoren heben hervor, dass eine systematische Vorerkundung und Datengrundlage entscheidend sind, um Risiken zu reduzieren. Dazu gehören geophysikalische Untersuchungen ebenso wie die Nutzung bestehender Daten aus dem Untergrund. Eine verbesserte Datenverfügbarkeit kann dazu beitragen, Investitionsentscheidungen zu erleichtern und Projektlaufzeiten zu verkürzen. Gleichzeitig kann sie die Transparenz gegenüber Öffentlichkeit und politischen Entscheidungsträgern erhöhen.

Anzeige
Anzeige

Baustein für eine diversifizierte Wärmestrategie

Vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung wird Geothermie zunehmend als Teil eines technologieoffenen Ansatzes betrachtet. Sie kann vor allem dort eine Rolle spielen, wo andere erneuerbare Optionen begrenzt sind oder wo eine kontinuierliche Wärmebereitstellung erforderlich ist. „Erdwärme bietet eine stabile, klimafreundliche und lokale Wärmequelle“, erläutert Laureen Benoit, Projektleiterin am Fraunhofer IEG. Nun wollen die Projektpartner prüfen, wie dieses Potential zuverlässig erschlossen werden kann. Außerdem gilt es zu erkunden, welche weiteren Erkundungsmaßnahmen nötig sind, um Geothermie in Wuppertal effizient zu nutzen. Ein Abschluss der Studie wird für Ende des Jahres 2026 erwartet.



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

Junior Projektingenieur Papierverarbeitung (m/w/d)
Fripa Papierfabrik Albert Friedrich KG

03.10.2026
Miltenberg
Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST AG

03.10.2026
Düsseldorf
Ingenieur:in Explosionsschutz als Fachleiter:in
TÜV NORD CERT GmbH

03.10.2026
Essen
Bauüberwacher (m/w/d) Straßenverkehrsanlagen
Bundesagentur für Arbeit - Vössing Ingenieurgesellschaft mbH

03.10.2026
Stuttgart
Bauingenieur/-in (m/w/d)
Bundesagentur für Arbeit - Landeshauptstadt Stuttgart

03.10.2026
Stuttgart
Technische/r Projektmitarbeiter/in (m/w/d) – Bauwesen / Projektkoordination
Bundesagentur für Arbeit - Dr. Kerner GmbH & Co. KG

03.10.2026
Stuttgart
Junior Bauüberwacher:in Oberbau / Konstruktiver Ingenieurbau (w/m/d)
DB InfraGO AG

03.10.2026
Köln
Senior Ingenieur:in Leit- und Sicherungstechnik im Großprojekt Rhein-Ruhr-Express (w/m/d)
DB InfraGO AG

03.10.2026
Duisburg
Junior Bauingenieur:in als Bezirksleiter:in Fahrbahn (w/m/d)
DB InfraGO AG

03.10.2026
Aachen, Bonn, Köln, Troisdorf
Projektleiter (m/w/d) Industriebau
MEGGLE GmbH & Co. KG

03.10.2026
Wasserburg
Projektingenieur Elektrotechnik (w/m/d)
Infraserv GmbH & Co. Höchst KG

03.10.2026
Frankfurt am Main
Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST Ingenieure GmbH & Co. KG

04.10.2026
Bielefeld
Senior Projektingenieur (m/w/d) – EMSR-Technik – Projektmanagement
REUTERS INGENIEUR GmbH

04.10.2026
Hofheim
Technische*r Angestellte*r (Techniker*in oder Ingenieur*in) Werkstofftechnik, Physiktechnik, Maschinenbau
Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP)

04.10.2026
Garching
Ingenieurin (m/w/d) / Techniker (m/w/d) der Mess- und Regelungstechnik für Gebäudeautomation
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH)

04.10.2026
Eutin, Lübeck
Leitung Entwicklung (w/m/d) Mechatronische Systeme / Industrielle Sicherheits- und Automatisierungstechnik
Bernstein AG

04.10.2026
Porta Westfalica
Planungsingenieur (w/m/d) und Projektsteuerung – Verkehrsinfrastruktur und Gleisplanung
Ruhrbahn GmbH

04.10.2026
Essen
Gruppenleiter:in Automatisierungstechnik
TraveNetz GmbH

04.10.2026
Lübeck
Bauleiter (m/w/d) Rohrsanierung / Kanalsanierung
Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG

04.10.2026
München, Neumarkt in der Oberpfalz, Nürnberg, Regensburg
Vertriebsingenieur / Projektingenieur (m/w/d) im Außendienst – Südbayern
DEPRAG SCHULZ GMBH u. CO. KG

04.10.2026
verschiedene Einsatzorte

Weitere Artikel



Events des Monats



Firmenprofile

Anzeige
Anzeige