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Deutsche Autokonzerne unter Druck: Gewinne brechen weiter ein

15. Dezember 2025

Mitarbeiter im BMW Group Werk Leipzig arbeiten an einer Montagelinie. In Leipzig fertigen rund 6800 Mitarbeiter im Moment die Modelle 1er, das 2er Gran Coupé, den 2er Active Tourer und den Mini Countryman.
76 Prozent weniger operativer Gewinn: Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz verzeichnen das schwächste Quartal seit 2009.
Foto: picture alliance/dpa | Jan Woitas
Der operative Gewinn der deutschen Autobauer bricht um 76 % ein. Trotz stabiler Umsätze rutschen Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz auf das niedrigste Ergebnis seit der Finanzkrise.
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Inhaltsverzeichnis

Die weltweite Krise der Autoindustrie trifft die deutschen Hersteller besonders hart. Zwar hielten sich Absatz und Umsatz von Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz im dritten Quartal weitgehend stabil, doch beim Gewinn zeigt sich ein drastischer Einbruch. Der operative Gewinn (Ebit) der drei Konzerne sank von Juli bis September um rund 76 % auf zusammen gut 1,7 Milliarden Euro. Das ist der niedrigste Wert seit 2009.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Demnach schnitt kein anderes großes Autoland bei der Entwicklung von Umsatz und Gewinn so schwach ab wie Deutschland.

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Belastungsfaktoren treffen deutsche Hersteller besonders stark

Die Ertragslage der Branche ist angespannt: Die 19 weltweit größten Autokonzerne steigerten ihrem Umsatz im dritten Quartal 2025 zwar leicht auf rund 531 Milliarden Euro, der Ebit fiel jedoch um 37 % auf rund 18,9 Milliarden Euro.

EY-Autoexperte Constantin Gall spricht von einer tiefen Krise der globalen Autoindustrie, von der die deutschen Konzerne derzeit überdurchschnittlich betroffen seien. Als Gründe nennt er die Schwäche des Premiumsegments, die US-Zollpolitik, ungünstige Wechselkurse sowie hohe Investitionen in die Elektromobilität, die sich bislang wirtschaftlich nicht ausgezahlt hätten. Hinzu kämen hohe Kosten für den Umbau der Unternehmen. Zusammengenommen ergebe sich ein „perfekter Sturm“, insbesondere für deutsche Hersteller.

Deutlich zu spüren ist dieser Wandel auch auf dem chinesischen Markt. Dort gingen die Verkäufe deutscher Autos um knapp neun Prozent zurück, im Vergleich zum Vorquartal.

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Der Anteil Chinas am weltweiten Absatz sank auf 29 %, nachdem er 2020 noch bei 39 % gelegen hatte. Der Markt sei extrem wettbewerbsintensiv, so Gall. In der schwachen Konjunktur verkauften sich Premiumfahrzeuge schlechter, während der Absatz von Elektroautos stark wachse. Chinesische Kunden bevorzugten dabei zunehmend heimische Marken gegenüber westlichen Anbietern. Zwar versuchten europäische Hersteller gegenzusteuern, ein Ende des Abwärtstrends sei jedoch nicht in Sicht.

Suzuki an der Spitze des Profits

Der profitabelste Autobauer im dritten Quartal war Suzuki mit einer operativen Marge von 9,2 %. Es folgten BMW mit 7,0 % und Toyota mit 6,8 %. Insgesamt sank die Profitabilität jedoch deutlich.

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Die durchschnittliche Marge der analysierten Unternehmen lag bei 3,9 %, dem niedrigsten Wert seit mindestens zehn Jahren. Seit 2023 hat sich die Marge mehr als halbiert.

Stellenabbau als Faktor

In Deutschland reagiert die Branche zunehmend mit Sparprogrammen. Zahlreiche Unternehmen, darunter der Zulieferer ZF, Mercedes-Benz, der Volkswagen-Konzern und Bosch haben Stellenabbau angekündigt.

Auch das längere Festhalten am Verbrennungsmotor könne sich laut Gall auszahlen. Der erwartete schnelle Hochlauf der Elektromobilität sei bislang ausgeblieben, insbesondere auf westlichen Märkten. Die Mehrheit der Kunden greife weiterhin zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, meist in Hybridform.



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