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Milliardenprojekt im laufenden Betrieb: ein Bundeswehr-Campus als Lehrstück für die Integrierte Projektabwicklung

16. Juni 2026

Campus DOK der Helmut-Schmidt-Universität: Integrierte Projektabwicklung als Organisationsmodell für ein komplexes Milliardenprojekt im öffentlichen Hochschulbau mit laufendem Universitätsbetrieb.
Campus DOK an der Helmut-Schmidt-Universität: Wie Integrierte Projektabwicklung ein Milliardenprojekt im Hochschul- und Campusbau steuert. Foto: HSU - UniBw H
Mit dem Campus DOK entsteht eines der größten Bauvorhaben Deutschlands. Die Integrierte Projektabwicklung bildet dabei das organisatorische Rückgrat für Planung, Bau und Betrieb.
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Mit dem Campus der Douaumont-Kaserne (DOK) in Hamburg wird an der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr ein Bauvorhaben realisiert, das in Dimension und Komplexität Maßstäbe setzt.

Rund 205.000 m² Campusfläche, ein Investitionsvolumen von etwa 1 Mrd. € und eine Projektlaufzeit von rund zehn Jahren verdeutlichen den Anspruch. Hinzu kommt eine Besonderheit, die das Projekt zusätzlich anspruchsvoll macht: Der Universitätsbetrieb läuft während der gesamten Bauzeit weiter.

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Projektleiterin Mahalia Gardner beschreibt den Ausgangspunkt so: „Bei der Campusentwicklung DOK kommen mehrere Aspekte zusammen: Größe, technische Komplexität, viele Stakeholder und hohe Nachhaltigkeitsanforderungen.“

Inhaltsverzeichnis

Integrierte Projektabwicklung als organisatorisches Fundament

Angesichts dieser Rahmenbedingungen fiel früh die Entscheidung für die Integrierte Projektabwicklung (IPA). Bauherr, Planer und ausführende Unternehmen arbeiten von Beginn an in einer vertraglich geregelten Allianz zusammen.

Ziel ist es, Schnittstellen zu minimieren, Risiken frühzeitig zu erkennen und Entscheidungen transparent zu treffen. Gardner betont den präventiven Charakter dieses Ansatzes: „Wir binden alle wichtigen Akteure frühzeitig ein, sodass Risiken schon in der Planungsphase erkannt und gelöst werden und nicht erst auf der Baustelle.“

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Startpunkt der Allianz

Ein zentraler Meilenstein war die Unterzeichnung des Mehrparteienvertrags. Er markiert den formalen Start der Allianz und bildet die Grundlage für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit über alle Projektphasen hinweg. Verantwortung, Chancen und Risiken werden gemeinsam getragen.

Für Gardner ist dieser Schritt von besonderer Bedeutung: „Damit startet das Projekt offiziell als Allianz – von Beginn an auf einer partnerschaftlichen Basis, mit geteilter Verantwortung und mit einem Ziel: unserem gemeinsamen Projekterfolg.“

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Bauen im Bestand und im laufenden Betrieb

Der Campus DOK ist kein Neubau auf der grünen Wiese. Denkmalgeschützte Gebäude aus den 1970er-Jahren bleiben als prägende Elemente erhalten, werden saniert und funktional weiterentwickelt. Gleichzeitig entstehen Neubauten, die heutigen Anforderungen an Forschung, Lehre und Nachhaltigkeit gerecht werden müssen.

Der Anspruch ist hoch: „Denkmalschutz und Innovation schließen sich nicht aus“, so Gardner. „Unser Ziel ist ein zukunftsfähiger Campus, bei dem die architektonische Identität gewahrt bleibt und Neubauten harmonisch eingebunden werden.“

Integrierte Projektabwicklung aus Sicht der öffentlichen Bauverwaltung

Auch aus Sicht der Bauherrenseite stellte sich früh die Frage nach der geeigneten Abwicklungsform. Donald Appel, Leiter der Bundesbauabteilung Hamburg, sieht IPA als konsequente Antwort auf die Projektgröße.

Er erklärt: „Ein konventionelles Vorgehen mit der Realisierung einzelner Projekte hätte die Potenziale einer ganzheitlichen Entwicklung nur schwer heben können.“ Zudem hätte ein klassisches Modell zu deutlich längeren Realisierungszeiten geführt.

Lernen im Verfahren und frühe Marktansprache

Bereits die Vergabephase war Teil des Lernprozesses. Der frühe Dialog mit dem Markt half, Leistungsbilder realistisch zu definieren und die Anforderungen an eine IPA-Allianz zu schärfen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass IPA nicht nur in der Projektabwicklung, sondern auch in der Vertragsgestaltung neue Wege geht.

Appel fasst diese Erfahrung zusammen: „IPA ermöglicht Freiheiten, auf welche sich manche Firmen nicht einlassen möchten oder können.“

Nachhaltigkeit und technische Zukunftsfähigkeit

Neben Organisation und Prozessgestaltung spielt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Der Campus DOK verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der Neubauten und Bestand gleichermaßen umfasst. Energieeffiziente Bauweisen, erneuerbare Energien und flexible Gebäudestrukturen sollen langfristige Anpassungsfähigkeit sichern.

Dabei liegt ein besonderer Fokus auf dem Bestand: „Durch innovative Sanierung führen wir selbst denkmalgeschützte Gebäude in ein klimaneutrales Zeitalter“, lautet das erklärte Ziel der Projektbeteiligten.

Modellcharakter für Bauingenieurinnen und Bauingenieure

Für das Bauingenieurwesen bietet der Campus DOK wertvolle Erkenntnisse. Das Projekt zeigt, wie sich technische Komplexität, organisatorische Anforderungen und langfristige Nutzungsziele in einem integralen Modell zusammenführen lassen. IPA wird hier nicht als theoretisches Konzept, sondern als praktisches Steuerungsinstrument erprobt.

Der Campus DOK steht damit beispielhaft für eine neue Generation öffentlicher Großprojekte – und liefert Impulse für zukünftige Bauvorhaben im Hochschul- und Infrastrukturbereich.

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