29.01.2015, 12:03 Uhr | 0 |

Blamage für Airbus Verteidigungsministerium beklagt 161 Mängel am Militärtransporter A400M

161 Mängel am neuen Militärtransporter A400M hat das Verteidigungsministerium aufgelistet. Davon sind zwar nur acht kritisch – aber die haben es offenbar in sich. Eine Blamage für Flugzeugbauer Airbus. 

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bei der Besichtigung einer A400M
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Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bei der Besichtigung einer A400M am 19. Dezember 2014 auf dem Fliegerhorst Wunstorf in der Region Hannover. Das Bundesverteidigungsministerium hat 53 dieser Militärmaschinen bestellt. 

Foto: dpa/Holger Hollemann

Die Bundeswehr hat erst im Dezember vergangenen Jahres ihre erste A400M erhalten. Jetzt hat die Nachrichtenagentur dpa eine Mängelliste des Bundesverteidigungsministeriums veröffentlicht, die den Militärtransporter in ein schlechtes Licht rückt. 161 Mängelpunkte sind aufgelistet. Davon seien zwar 153 eher unkritisch, aber acht fundamental.

Die Laderampe kann beispielsweise nur drei Tonnen Gewicht tragen, obwohl eigentlich 4,5 Tonnen gefordert waren. Auch scheint der Laderaum niedriger als angekündigt. Und gerade bei den angeblichen Stärken der A400M gibt es wohl Einschränkungen: Große Flughöhen können zwar erreicht werden, aber bei längerer Flugdauer wird es in der Maschine zu kalt. Und Landungen auf unbefestigtem Grund sind auch nicht so einfach wie versprochen.

Airbus kündigt Konsequenzen im Management an

Die Auslieferung des Transporters hatte sich schon um vier Jahre verzögert, nun das. Entsprechend zerknirscht gibt sich Airbus-Chef Thomas Enders, der sich persönlich für die Pleite entschuldigt und Konsequenzen in Organisation und Management ankündigt. Fünf weitere Militärtransporter von insgesamt 53 bestellten sollen dieses Jahr eigentlich folgen.

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Das erste deutsche A400M Transportflugzeug der Luftwaffe landete am 19. Dezember 2014 auf dem Fliegerhorst Wunstorf in der Region Hannover. Seitdem haben sich insgesamt 161 Mängel aufgetan. Airbus-Chef Thomas Enders hat sich für die Pleite entschuldigt. 

 

Foto: dpa/Holger Hollemann

Das Verteidigungsministerium rechnet aber nach einem Bericht der Zeitung Die Welt nur noch mit höchstens zwei Exemplaren. Insgesamt liegen Airbus 174 Bestellungen für die Maschine vor, sechs wurden bislang ausgeliefert.

Prototyp der A400M blieb im Boden stecken

Die Pleitenserie hat schon vor fünf Jahren begonnen. Ein Beispiel: Bei Tests auf unbefestigten Pisten im Jahr 2012 blieb ein Prototyp der A400M im Boden stecken und musste mühsam freigelegt werden. Auch aufgrund der Verzögerungen stieg der Stückpreis für die Maschine von 125 auf 175 Millionen Euro. Erstaunlich an alldem ist, dass die französische Luftwaffe offenbar weit weniger Probleme mit dem Transporter hat. Sie bekam im August 2013 den ersten – Beschwerden gab es seither öffentlich nicht.

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Ein Problem der A400M: In großer Flughöhe wird es in der Maschine zu kalt. Die Laderampe des Militärtransporters kann außerdem nur drei Tonnen Gewicht tragen – gefordert waren 4,5 Tonnen. 

Foto: dpa/Andy Rain

Eigentlich ist die A400M so etwas wie eine eierlegende Wollmilchsau, die auch noch fliegen kann. Sagt Airbus. Noch auf der Internationalen Luftfahrtausstellung im vergangenen Jahr präsentierte der europäische Flugzeugbauer seinen Großraumtransporter mit dem Spruch „Höher, Schneller, Weiter“. Kein vergleichbares Modell habe eine solche Reichweite, eine solche Geschwindigkeit. Die A400M kann auch noch auf unbefestigtem Grund landen, braucht nur extrem kurze Start- und Landebahnen, und hat eine gewaltige Ladekapazität von bis zu 37 Tonnen. Dabei sei er auch noch exzellent manövrierbar. 

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Von Werner Grosch
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