22.12.2016, 14:32 Uhr | 0 |

Für Profis Neue Schwerlast-Drohne Griff 300 fliegt mit 225 kg

Das norwegische Unternehmen Griff Aviation setzt neue Maßstäbe für professionell eingesetzte Drohnen. Bis zu 225 kg kann der Octocopter Griff 300 im Flug transportieren und für verschiedene Einsätze ausgerüstet werden. Das nächstgrößere Modell, der Griff 800, kann sogar insgesamt 800 kg in die Luft bringen. 

Drohne Griff 300
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Die Drohne Griff 300 kann bis zu 225 kg Nutzlast transportieren.

Foto: Griff Aviation

Eine Drohne von der Stange, beziehungsweise aus dem Versandhandel, ist der Griff 300 ganz sicher nicht. Der Octocopter des norwegischen Unternehmens Griff Aviation ist der Schwerlaster unter den Drohnen und kann, so die Hersteller, so viel tragen wie kein anderes ziviles unbemanntes Fluggerät. Das sind bis zu 225 kg Nutzlast, wobei noch einmal 75 kg für die Drohne selbst hinzukommen – macht also 300 kg, die in die Luft gebracht werden.

Gedacht für Rettungseinheiten, Militär oder Forschung

Der achtmotorige Griff 300 wird, was die Ausstattung betrifft, an die jeweiligen Kundenwünsche angepasst. Vielleicht gibt das Unternehmen bisher auch deshalb keinerlei Preise an. Die Einsatzmöglichkeiten liegen allesamt im professionellen Bereich und es können unterschiedliche Ausstattungen etwa für das Militär oder Strafverfolgungsbehörden, für die Feuerwehr oder Rettungseinheiten geordert werden. Darüber hinaus bietet Griff Aviation spezielle Ausführungen der Drohne Griff 300 zur Wartung von Windrädern an sowie für den Schwerlasttransport. Je nach Nutzlast kann die Drohne zwischen 30 und 45 Minuten in der Luft unterwegs sein.

Seine Wurzeln hat Griff Aviation im ebenfalls norwegischen Unternehmen Magic Air, das mit Helikoptern und Drohnen alle Arten von Luftaufnahmen macht. Anfang dieses Jahres entstand daraus Griff Aviation, dessen Chef Leif Johan Holand über 20 Jahre an technischer Erfahrung aus dem Filmbusiness und hier speziell von Luftaufnahmen mitbringt. „Wir haben schnell gesehen, dass die Drohne ein eigenes Produkt ist, aber wir wollen nicht mit Helikopter-Transportfirmen konkurrieren“, sagt Holand in einem Bericht im Drohnen-Magazin sUAS News. „Wir zielen vielmehr auf einen professionellen Markt, in dem Drohnen von Helikopterfirmen, von Rettungseinheiten, im landwirtschaftlichen Sektor oder auch im Forschungsbereich und von Regierungsagenturen benötigt werden.“

In mehreren Ländern von Luftfahrtbehörden zugelassen

Die Griff-300-Drohne ist laut Hersteller einfach zu transportieren, zusammenzubauen und zu bedienen. Großer Wert wird auch auf eine reibungslose Interaktion zwischen Drohne, Pilot und Kontrollsystem gelegt. „Wir können dem Nutzer ein optimales Kontroll-Interface geben, indem er die Drohne wie gewünscht entweder von einem festen Standort oder von einer beweglichen Station aus kontrolliert“, sagt Holand. „Wenn der Kunde dies wünscht, können wir ihm ein Helikopter-Cockpit mit Blick auf die Karten, Fernmessung und Videoaufnahmen einrichten. Möglich ist alles.“

Bei all diesen Möglichkeiten hat Holand offenbar auch an einen wesentlichen Punkt gedacht: die Sicherheit. Damit die Drohnen von Griff Aviation auch tatsächlich für große Aufgaben und in verschiedenen Ländern eingesetzt werden können, ist das Fluggerät von der norwegischen zivilen Luftfahrtbehörde zugelassen worden. Außerdem sei die Drohne nach den Sicherheitsrichtlinien für unbemannte Luftfahrtsysteme der EASA (European Aviation Safety Agency) gebaut worden, der wichtigsten europäischen Zulassungsbehörde. Auch die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA (Federal Aviation Administration) hat die Zertifizierung durchgeführt.

Nächste Drohne mit 800 kg Fluggewicht bereits angekündigt

Jetzt ist laut Griff Aviation – der Firmenname kommt übrigens vom Fabelwesen Greif, einem Mischwesen mit dem Körper eines Löwen und dem Kopf eines Raubtiervogels, das Stärke und Wachsamkeit symbolisiert – schon das nächste, noch deutlich größere Modell der Schwerlastdrohne in Vorbereitung. Griff 800 soll dann insgesamt (inklusive Eigengewicht) 800 kg in die Luft bringen können. Auch diese Drohne wird elektrisch betrieben und ist deshalb, was die Lärmentwicklung betrifft, wesentlich leiser als ein Helikopter.

Mehr zu der ersten Drohne, die dank zweier Greifarme im Flug aufräumen kann, finden Sie hier.

                

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Von Gudrun von Schoenebeck
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