20.10.2016, 07:29 Uhr | 0 |

Fast ein Perpetuum mobile Dieses Faltrad ist ein E-Bike – und lädt sich selbst wieder auf

Ein Wiener Designer hat ein extrem leichtes Faltrad mit Elektromotor entwickelt, dessen Batterie sich selbst aufladen kann. Dank begeisterter Investoren wird es wohl im Frühjahr auf den Markt kommen.

Faltbare Citybikes liegen im Trend. Der urbane Zeitgenosse radelt damit durch die Stadt, nimmt es mit in den Bus und schiebt es im Büro dann mal eben unter den Schreibtisch. Bislang war es allerdings kaum vorstellbar, dass das auch mit einem schweren E-Bike bequem zu machen sein könnte. Valentin Vodev will das ändern.

Der Industrie- und Produktdesigner aus Österreich hat schon vor gut einem Jahr mit seinem „Vello Bike“ für Aufsehen gesorgt, weil es außerordentlich praktisch und dabei hipstermäßig schick ist. 2015 gab es dafür den Red Dot Award, so etwas wie den Design-Oscar. Das Faltrad hat erstaunliche Features wie den starken Magneten, der die einzige Verbindung von Hinterrad und Rahmen darstellt. Will man das Rad zusammenlegen, braucht man nur den Sattel festzuhalten und mit dem Fuß das Hinterrad nach vorne drücken – einmal umklappen, Sattelstütze und Lenker per Schnellspanner runterschieben, schon hat es das Format einer größeren Aktentasche.

Ein System aus der Formel 1

Citybikes dieser Art gibt es natürlich schon einige, und die Hersteller liefern sich einen Wettkampf um das kleinste und leichteste Modell. Vodev allerdings reicht das noch nicht. Der Designer hat dem „Vello“ jetzt noch einen Elektromotor verpasst, der mitsamt Akku in der Hinterradnabe Platz hat. Vello Bike+ nennt sich die Erfindung. Trotzdem soll das Rad immer noch weniger als zwölf Kilo wiegen – etwa die Hälfte eines handelsüblichen E-Bikes.

Videoquelle: Vello Bike

Der Clou ist aber ein System namens KERS, das bis vor wenigen Jahren in der Formel 1 benutzt wurde, um Bremsenergie in elektrische Energie zu wandeln. Inzwischen gibt es dort eine Weiterentwicklung, aber das Ziel der Energierückgewinnung ist dasselbe. Und genau das soll auch das Vello Bike+ leisten. Glaubt man dem Entwickler, ist es damit schon fast eine Art Perpetuum mobile: „Sie können immer weiterfahren, ohne den Akku aufzuladen!“

Ladezustand per Smartphone checken

Praktisch heißt das: Energie, die als Hilfe beim Bergauffahren genutzt wird, kommt beim Bergabfahren wieder zurück. Natürlich funktioniert das nur bei entsprechendem Streckenprofil und entsprechender Nutzung, aber das System macht den Fahrer so weitgehend unabhängig von Lademöglichkeiten.

Der Besitzer des superleichten E-Bikes kann zudem den Ladezustand des Akkus jederzeit im Blick haben. Das funktioniert über eine Smartphone-App – die passende Halterung für den Lenker ist ebenfalls im Angebot.

Erste Exemplare für 1.599 Euro

Voraussichtlich im April nächsten Jahres sollen die ersten Vello Bikes+ ausgeliefert werden. Dass sie tatsächlich produziert werden können, scheint gesichert, denn das Finanzierungsziel einer Kickstarter-Kampagne für 80.000 Euro ist schon drei Wochen vor deren Ende weit übertroffen. Mehr als 120 Unterstützer haben sich bereits registriert und über 190.000 Euro bereit gestellt. Für 1.599 Euro kann man sich als „Early Bird“ eines der ersten Exemplare sichern. Das ist kaum mehr als der Preis für das bisherige Vello-Spitzenmodell mit Ledersattel und Rennlenker, das rund 1.500 Euro kostet. Der normale Marktpreis für das E-Bike wird allerdings später um die 2.500 Euro liegen.

Und hier können Sie sich noch einmal die Neuheiten der Eurobike 2016 anschauen.                 

Anzeige
Von Werner Grosch
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden