16.06.2016, 09:40 Uhr | 0 |

Schwimmendes Büro Ein Katamaran zum Segeln, Tauchen und Geschäfte machen

Orte, an denen Start-ups sich niederlassen, die passende Infrastruktur mieten  und mit anderen Gründern austauschen können, gibt es inzwischen viele. Aber wohl nur einen, der die Malediven und die Seychellen ansteuert. 

Coboat
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Das Coboat in einer traumhaften Bucht: Der Katamaran bietet Internet auch auf hoher See an. Das ist wichtig, wer dort arbeiten will, wo andere Urlaub machen wollen.

Foto: Coboat

Ein Segelboot, ein paar abgelegene Inseln im Stillen Ozean. Weiter weg von Netz und Xing, von Mail und Crowd kann man ja wohl nicht sein. LinkedOut! Doch da gibt es ein paar Leute, die haben das Thema Work-Life-Balance mal auf ein ganz neues Niveau gehoben.

Coboat heißt das Projekt. Das gleichnamige Boot ist ein 25 m langer Katamaran, der bis zu 20 Personen Platz bietet – und nicht nur Platz zum Schlafen, Essen und Sonnenbaden, sondern auch zum Arbeiten. Für die Internetverbindung nutze man in der Nähe der Küsten örtliche 3G- oder 4G-Netzwerke per WLAN. Auf hoher See werden die Jungunternehmer dagegen über „neueste Satellitentechnologie“ mit der Welt verbunden.

Das soll fast immer funktionieren, aber sicherheitshalber erklären die Gründer, dass „eine ununterbrochene Verbindung nicht garantiert werden kann“.

Neuer Trip durchs Mittelmeer

Zu diesen Gründern gehört Karsten Knorr, ein deutscher Internet-Unternehmer schon etwas fortgeschrittenen Alters. Er traf in Asien ein paar Selbstständige, die zu ihm passten: Unternehmer aus der Digitalwelt, die überall ihren Job machen können, wenn sie nur eine Internetverbindung haben, und die ebenso leidenschaftlich segeln, tauchen, reisen. Mit ihnen startete er die Mission Coboat, die mit einem rund zweimonatigen Törn im vergangenen Winter begann. Malediven, Seychellen, das waren einige der spektakulären Ziele.

Seit Januar allerdings ist der Katamaran nicht funktionstüchtig, er wird in Thailand umgebaut. Jetzt wollen die Coboat-Leute auf einem „fast genauso gut“ ausgestatteten Ersatzboot, das indes nur etwa 17 Meter lang ist, auf eine Reise durch das Mittelmeer starten. Ziele sind unter anderem Athen und die Insel Paros. Wer wollte, konnte sich auf einen Platz bewerben, für längere Zeit oder auch nur für eine Woche. Dabei sein kann prinzipiell jede und jeder, nicht nur „Digitale Nomaden“, wie Knorr und seine Kumpels sich selbst sehen. Und Segelerfahrung braucht man auch nicht.

Rabatte für Spätbucher…

Knorr selbst, der mehr als 40 Jahre Segelerfahrung hat und auch eine Tauchlehrerlizenz besitzt, ist der Skipper, also der Chef an Bord. Daneben gibt es noch einen Koch und einen „Community Manager“. Das ist in der Regel die komplette Crew – wobei natürlich auch die Gäste, wie auf Segelschiffen üblich, mit anpacken müssen.

Eine Woche auf dem Boot kostet normalerweise 1.180 Euro, Essen und Getränke inbegriffen. Für die kommenden Wochen gibt es aber noch ein paar Rabattangebote, denn ausgebucht ist der schwimmende Co-Working-Place nicht. Vielleicht muss sich das Konzept doch noch weiter herumsprechen, und auch die vielen positiven Nebeneffekte, die sich jedenfalls Knorr davon verspricht: „Ich hoffe, wir können unsere Gäste dazu bringen, ihre Träume zu leben und ihrem Herzen zu folgen. Und ich glaube, wir können auch eine Wirkung außerhalb von Coboat haben, indem wir den Menschen vor Ort unsere Unterstützung anbieten.“ 

Wer übrigens mehr Platz braucht, der kann übrigens auch einen Katamaran mieten, der komplett ausgestattet ist und den man ganz alleine nutzen kann. Das Designstudio Salt & Water hat sich das etwas wirklich Schönes einfallen lassen.

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Von Werner Grosch
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