21.11.2014, 08:36 Uhr | 0 |

Nach Afghanistan-Einsatz Unbemannter Helikopter K-Max bekämpft jetzt Brände

Rüstungskonzern Lockheed Martin hat den K-MAX für den friedlichen Einsatz umgerüstet: Der unbemannte Helikopter kam im Afghanistan-Krieg zum Einsatz und soll jetzt Brände bekämpfen – gemeinsam mit einer Drohne. 

Der umbemannte Hubschrauber K-Max
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K-Max im Testeinsatz: Sobald die Drohne den Brand lokalisiert hat, eilt der unbemannte Hubschrauber zu Hilfe und wirft gezielt das Wasser ab. Dann fliegt er selbstständig zum Auftanken.

Foto: Lockheed Martin

Den Helikopter K-MAX und sein autonomes Flugsystem hatte der US-amerikanische Rüstungskonzern Lockheed Martin ursprünglich für Transporte im Afghanistan-Krieg entwickelt – gemeinsam mit dem Unternehmen Kaman Aerospace. Zwischen 2011 und 2014 kam K-MAX dort tausende Male zum Einsatz. Jetzt soll der autonom fliegende Helikopter eine neue Mission bekommen und gemeinsam mit der Drohne Indago Großbrände bekämpfen.

Drohne liefert 3D-Bilder, K-MAX eilt mit Wasser zum Brand

Wie das Löschteam K-MAX und Indago gemeinsam funktionieren könnten, stellte Lockheed Martin vor wenigen Wochen auf einem Testgelände der amerikanischen Luftfahrtbehörde vor. Unter den anwesenden Experten waren auch Vertreter der amerikanischen Forstverwaltung, für die die neue Möglichkeit der Waldbrandbekämpfung besonders interessant sein könnte.

Dort, wo der Pilot bisher unersetzbar war, nämlich beim Erkennen des Feuers, übernimmt nun die Drohne diese Aufgabe. Sie fungiert als Auge-am-Himmel und liefert sogar 3D-Bilder. Nachdem das Feuer lokalisiert ist, schickt die Bodenstation dann den K-MAX mit einem wassergefüllten Löschbehälter los, den er über dem identifizierten Brandherd entleert.

Knapp drei Tonnen Last kann K-MAX, wenn er relativ niedrig fliegt, schleppen. Das Helikopter-Drohnen-Duo benötigt dabei keine Ruhephasen – nur kurze Stopps zum Auftanken.

K-MAX kann auch nachts Einsätze fliegen

Etwa alle zweieinhalb Stunden muss der selbstfliegende Helikopter zum Auftanken landen, aber in der übrigen Zeit fliegt K-MAX zwischen Brand und dem Wasserreservoir hin und her, aus dem er sich selbstständig Nachschub holt. Das gilt auch nachts, wenn Piloten am Boden bleiben müssen, weil der Einsatz zu gefährlich ist.

ßGesteuert werden kann K-MAX sowohl, wenn er in Sichtweite zum Kontrollzentrum unterwegs ist, als auch auch aus größerer Entfernung. In Afghanistan war der Helikopter zum Teil über 130 Kilometer weit von seiner Basis entfernt.

K-MAX kann nicht nur den Wasserbehälter selbstständig auffüllen und entleeren, er kann auch schwere Ausrüstungsgegenstände mit einer Zielgenauigkeit von drei Metern an vorgegebene Orte bringen. Es wäre sogar möglich den K-MAX zur Evakuierung von Verletzten einzusetzen, so der Kaman-Chef Neal Keating.

Im nächsten Sommer, so hoffen Lockheed Martin und Kaman, sollen der Helikopter und seine Begleit-Drohne bei echten Bränden getestet werden. Der Konzern macht aber auch mit etwas anderem Schlagzeilen: Er will Kernfusion als Antrieb für Verkehrsflugzeuge nutzen.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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