03.11.2015, 15:28 Uhr | 0 |

Tokio Motor Show Was für ein schöner Sportwagen mit Wankelmotor

Der Wankelmotor ist tot? Nicht ganz: Mazda will den Motor wieder auf die Straße bringen. Auf der Tokio Motor Show steht die Sportwagenstudie RX-Vision mit einem 300-PS starken Wankelmotor. In Serie gehen soll das Auto 2017– zum 50. Geburtstag des Mazda Cosmo Sport. Der von 1967 bis 1972 gebaute Wagen war der erste Serienwagen mit Wankelmotor.

Er sieht aus wie ein reinrassiger Sportwagen, der RX-Vision von Mazda: Die sehr lange und sehr niedrig angesetzte Motorhaube mündet in eine kuppelartige Fahrerkabine mit spärlichem Fensteranteil und endet in einem ziemlich kurzen Heck. Zudem prägen die riesigen Reifen das Design des Sportwagens. Kaum mehr als hüfthoch präsentiert sich der 4,38 m lange und 1,9 m breite Wagen, der nach Angaben von Mazda-Deutschland-Chef Josef Schmid durchaus Chancen zum sportlichen Top-Modell der Marke hat.

RX-Vision als Sportwagenstudie vorgestellt

Auf der Tokio Motor Show, die noch bis zum 8. November läuft, präsentieren die Japaner den RX-Vision als Sportwagenstudie, die von einer völlig neuen Wankelmotor-Generation angetrieben werden soll. Skyactiv-R nennt Mazda den Motor, der in einer Reihe mit den alten Skyactiv-Hubkolben-Aggregaten steht. Allerdings soll der neue Antrieb von Grund auf neu entwickelt worden sein und eben die Probleme nicht mehr haben, die den Erfolg der Vorgänger-Motoren verhinderten: mangelnde Kraftstoffeffizienz, ungenügendes Abgasverhalten und fragwürdige Zuverlässigkeit. 

epa04999302 Masamichi Kogai, President and Chief Executive Officer of Mazda Motor Corp., unveils its rotary-engine sports concept car the Mazda RX-VISION, at the 44th Tokyo Motor Show 2015 in Tokyo, Japan, 28 October 2015. The Tokyo Motor Show will be open to the public from 30 October to 08 November 2015. EPA/KIMIMASA MAYAMA +++(c) dpa - Bildfunk+++
Á

Mazda-CEO Masamichi Kogai hat auf der Tokio Motor Show die Sportwagenstudie RX-Vision mit einem 300 PS starken Wankelmotor vorgestellt. Das Auto soll 2017 auf den Markt kommen. 

Foto: Kimimasa Mayama/dpa

„Diese Idee vom Sportwagen mit Wankelmotor dürfen wir nicht sterben lassen“, sagt Mazda-Entwicklungschef Kiyoshi Fujiwara, der mit leuchtenden Augen von seinen ersten Testfahrten mit dem Skyactiv-R-Wankelmotor berichtet. Dieser Prototyp des neuen Motors war in einem der letzten RX-8-Wagen montiert, dessen Produktion 2012 beendet wurde. Genaue technische Details zu dem Auto sind nicht zu bekommen. Bekannt ist nur, dass der Wankelmotor vorne sitzt und die Hinterräder antreibt. Der Kreiskolbenmotor soll rund 300 PS unter der Haube haben.

„Für den Verbrauch haben wir sehr ambitionierte Ziele“

Der Skyactiv-R soll mit normalem Benzin betrieben werden, die vom Wankelmotor bekannten Probleme mit hohem Benzin- und Ölverbrauch scheint Mazda gelöst zu haben. „Für den Verbrauch haben wir sehr ambitionierte Ziele, sonst würden die Kunden den Motor nicht akzeptieren“, sagte Mazda-CEO Masamichi Kogai. Der Mazda-Chef betonte auch, dass es nicht bei der in Tokio vorgestellten Sportwagen-Studie bleiben werde und der im Jahr 2012 eingestellt RX-8 einen würdigen Nachfolger bekomme.

Mazda-Entwicklungschef Kiyoshi Fujiwara verrät immerhin, dass er für die Serienversion des RX-Vision die Architektur des MX-5 als Basis nutzen möchte. Diese soll allerdings für den 300-PS-Motor deutlich verstärkt und soweit vergrößert werden soll, dass sie eine schmucke Coupé-Karosse mit vier Sitzen tragen kann.

Sicher scheint schon der Premierentermin für das neue Sportauto von Mazda. Präsentieren will Fujiwara den Wankelboliden auf der Tokio Motor Show im Herbst 2017 – pünktlich zum 50. Geburtstag des Cosmo Sport. In diesen hatte Mazda zum ersten Mal einen Wankelmotor eingebaut. Es war ein Zweischeiben-Wankelmotor mit 110 PS.

Senji Hoshino ist der Wankel-Papst

Dieses zweisitzige Coupé wurde in den fünf Jahren von 1967 bis 1972 nur gut 1500 Mal gebaut. Einer ihrer Gralshüter ist der Mechaniker Senji Hoshino, der sich weltweit als Wankel-Papst einen Namen gemacht hat. Nirgendwo auf dem Planeten kennt man sich so gut mit dem Mazda Cosmo aus, wie in der Star Field Garage in der Nähe von Tokio. Selbst der Hersteller des Kultcoupés steht gelegentlich bei ihm auf der Matte. „Wenn die bei einem Problem nicht weiterwissen, kommen sie zu mir“, erzählt Hoshino.

Anzeige
Von Detlef Stoller
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden